Irrwitzig: Raser mit 156 km/h auf enger Baustellen-Überholspur der Autobahn

Zu schnell, zu breit, zu riskant: Fahrzeuge am Brennpunkt Walgau-Autobahn im Radarvisier der Polizei.
Nüziders Derzeit ist besondere Aufmerksamkeit und Geduld beim Befahren verschiedener Teilabschnitte auf der A 14 (Rheintal- und Walgau-Autobahn) gefragt. Grund sind die Baustellen mit Überholspuren, die lediglich eine Breite von 2,1 Metern aufweisen. Das führt insbesondere dann zu kribbeligen Situationen für Fahrzeuglenker, wenn sie dort Lkw hinter sich lassen wollen.

Brückensanierung
Auf der Walgau-Autobahn betrifft das aktuell den Teilabschnitt zwischen den Anschlussstellen Nenzing und Nüziders. Dort wird seit Anfang März eine Generalsanierung von drei Brücken durch die Asfinag durchgeführt. Wegen der Bauarbeiten ist die Überholspur in Fahrtrichtung Tirol auf 2,1 Metern beengt.
Offenbar kein Hindernis für manche Lenker von SUVs und Kleintransportern, die eine Breite von bis zu 2,30 Meter oder mehr aufweisen, um riskante Überholmanöver durchzuführen. Den VN gingen Meldungen ein, dass solche Fahrzeuge bei der Autobahnkontrollstelle Nüziders von der Polizei ins Visier genommen und prompt aus dem Verkehr gezogen würden.

“Keine geplante Abzocke”
Doch Markus Meyer, Leiter der Autobahnpolizeiinspektion (API) Bludenz Bürs, relativiert auf Anfrage der VN solche Mitteilungen. „Wir führen hier keine geplante Abzocke durch. Und schon gar nicht täglich. Dafür hätten wir auch nicht die erforderlichen Ressourcen.“
Natürlich würden Kontrollen stattfinden. „Es ist jederzeit damit zu rechnen“, betont Meyer. Vor allem bezüglich der Einhaltung der Geschwindigkeit. Die ist für den Baustellenabschnitt auf 60 km/h festgelegt. „Wenn hier mal einer mit 70 Sachen unterwegs ist, machen wir kein großes Ding daraus und mahnen ihn ab. Aber wenn einer mit 156 km/h auf der beengten Überholspur entlang rast, so wie kürzlich ein Autofahrer, sieht das schon anders aus“, erzählt Meyer vom Vorfall mit einem besonders verantwortungslosen Temposünder.

“Sicherheit der Bauarbeiter”
Die Überwachung werde vornehmlich mit Radarpistolen vorgenommen. „Uns geht es dabei vor allem um die Sicherheit der Bauarbeiter“, sagt der Chef der API.
In dieselbe Kerbe schlägt Asfinag-Projektleiter Christian Hartmann: „Die Strecke ist in dem Bereich sehr gerade und das Verkehrsaufkommen ist geringer als im Bereich Dornbirn. Das ändert aber nichts. Es geht um die Sicherheit für Fahrer und Arbeiter. Wenn ein Auto mit Tempo 90 einen halben Meter an dir vorbeifährt, ist das nicht ohne. Zudem kommen die Baustellen-Lkw schon bei Tempo 80 nicht mehr zurück auf die Straße. Die Maschinen könnten also nicht mehr ein- und ausfahren.“
2024 abgeschlossen
Die Bauarbeiten zwischen den Anschlussstellen Nenzing und Nüziders werden im nächsten Jahr abgeschlossen sein. Anschließend sind von der Asfinag auf der Walgau-Autobahn punktuell immer wieder Sanierungsmaßnahmen geplant, was aber zu keinen ununterbrochenen Baustellen führen würde, stellt Asfinag-Pressesprecher Alexander Holzedl klar.