Kostenexplosion: Finanzspritze des Bundes für Festspielhaussanierung

VN / 09.05.2023 • 18:01 Uhr
Kostenexplosion: Finanzspritze des Bundes für Festspielhaussanierung

Finanzminister Brunner sagt weitere knapp 7 Millionen Euro Subvention für das Festspielhaus zu.

Bregenz Derzeit werden die Sitze auf der neuen Tribüne montiert. Die Arbeiten zur Sanierung des Festspielhauses laufen nach Plan. Die Finanzierung weniger. So sind die Kosten längst aus dem Ruder gelaufen. Bund, Land, Stadt und Festspiele müssen deutlich tiefer in die Tasche greifen als gedacht. Statt der ursprünglich budgetierten 60,5 Millionen sollen es am Ende 78,8 Millionen Euro sein. Gestern gab es grünes Licht für eine zusätzliche Finanzspritze auch vom Finanzminister.

An der Befestigung der neuen Sitze wird schon seit Wochen gearbeitet. Auch derzeit sind Arbeiter noch damit beschäftigt.<span class="copyright"> VN/Rhomberg</span>
An der Befestigung der neuen Sitze wird schon seit Wochen gearbeitet. Auch derzeit sind Arbeiter noch damit beschäftigt. VN/Rhomberg

Seit den Planungen zur dritten großen Ausbaustufe des Festspielhauses kennt die Preiskurve nur eine Richtung: steil nach oben. Am 10. Jänner 2022 hatten die Arbeiten auf dem Fespielhausareal begonnen. Errichtet wurde ein Mehrzweckgebäude als Zubau der Werkstattbühne. Die Erneuerung der Außentribüne läuft noch, die Seebühne soll generalüberholt werden und die Küche vom Mitteltrakt in das Erdgeschoss der Werkstattbühne verlegt werden. Neu auch Bühnentechnik und Fassaden.

Willi Muzyczyn, Vorsitzender der Projektkommission, spricht von Teuerung und Inflation, die die Kosten in die Höhe getrieben haben. <span class="copyright">VN/Rhomberg</span>
Willi Muzyczyn, Vorsitzender der Projektkommission, spricht von Teuerung und Inflation, die die Kosten in die Höhe getrieben haben. VN/Rhomberg

Es kam zu einer regelrechten Kostenexplosion. “Teuerung und Inflation haben die Preise in die Höhe getrieben”, sagt Willi Muzyczyn (70) als Vorsitzender der Projektkommission. Der Finanzierungsbedarf ist um fast ein Drittel gegenüber den ursprünglich zugesagten Mitteln gestiegen. Laut VN-Berechnungen erhöhen sich die Kosten für das Land von 19,25 auf 25,07 Millionen Euro (+5,82 Millionen), jene der Stadt Bregenz von 13,75 auf 17,9 Millionen (+4,15 Millionen) und der Bregenzer Festspiele von 5,5 auf 7,16 Millionen (+1,66 Millionen) Euro.

Finanzminister Magnus Brunner bestätigt zusätzliche Mittel für die Sanierung. <span class="copyright">handout</span>
Finanzminister Magnus Brunner bestätigt zusätzliche Mittel für die Sanierung. handout

Den größten Brocken bei der Finanzierung hat der Bund zu tragen. Statt der ursprünglich avisierten 22 Millionen Euro sind es 28,655 Millionen (+6,655 Millionen Euro). Diese zusätzlichen Mittel hat Finanzminister Magnus Brunner (51, ÖVP) gestern in einem Brief an den Bregenzer Bürgermeister zugesagt. “Das Bregenzer Festspielhaus ist untrennbar mit Bregenz als Kulturstadt verbunden. Bereits bisher hat sich daher der Bund an der Sanierung mit rund 22 Millionen Euro beteiligt. Nun können wir die Aufstockung der Bundessubvention um weitere knapp 7 Millionen Euro bestätigen”, so der Finanzminster zu den VN.

Die dritte Bauetappe kommt teurer als ursprünglich geplant. Am Ende sollen es 78,8 Millionen statt der budgetierten 60,5 Millionen Euro sein. <span class="copyright">VN/Paulitsch</span>
Die dritte Bauetappe kommt teurer als ursprünglich geplant. Am Ende sollen es 78,8 Millionen statt der budgetierten 60,5 Millionen Euro sein. VN/Paulitsch

Die Finanzierung der umfangreichen Sanierungsarbeiten ist damit in trockenen Tüchern. Land, Stadt und Festspiele hatten bereits grünes Licht für den neuen Budgetrahmen gegeben. Die Kostensteigerungen waren demnach unvorhersehbar. Es seien verschiedene Faktoren zusammengekommen, schildert Willi Muzyczyn. Während für das Mehrzweckgebäude, das 2021 ausgeschrieben wurde, die Kostenschätzung noch einigermaßen gehalten habe, hätte es danach einen “unheimlichen Preisschub” gegeben. “Beton und Stahl sind deutlich teurer geworden”. Es habe auch kaum noch Angebote zu den Ausschreibungen gegeben. Bei der neuen Bühne seien lediglich zwei eingelangt, so Muzyczyn.

Für die neue Tribüne gab es lediglich zwei Angebote. <span class="copyright">VN/Rhomberg</span>
Für die neue Tribüne gab es lediglich zwei Angebote. VN/Rhomberg

Und auch jene Sitze, die derzeit montiert werden, kamen teurer als gedacht. Unter anderem hat das mit dem Ukraine-Krieg zu tun. Von einem Angebot musste demnach Abstand genommen werden, weil Material dafür aus der Ukraine gekommen wäre, beschreibt der Vorsitzende der Projektkommission.

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Finanzierung seit gestern gesichert, die Arbeiten voll im Plan: In Bregenz geht es jetzt Schlag auf Schlag. Störende Arbeiten sollen rechtzeitig zum Probebeginn beendet, das Gerüst an der neuen Fassade des Mehrzweckgebäudes bis dahin abgebaut sein. Weitergebaut wird wieder ab dem 21 August. Die Fertigstellung des gesamten Sanierungsprojekts ist dann 2024.

In den nächsten Wochen soll auch das Gerüst des Mehrzweckgebäudes entfernt werden.<span class="copyright"> VN/Steurer</span>
In den nächsten Wochen soll auch das Gerüst des Mehrzweckgebäudes entfernt werden. VN/Steurer
Ein aktuelles Drohnenbild von heute, 9. Mai, zeigt die noch fertigzustellende Tribüne. Aktuell werden Sitze montiert. <span class="copyright">VN/Steurer</span>
Ein aktuelles Drohnenbild von heute, 9. Mai, zeigt die noch fertigzustellende Tribüne. Aktuell werden Sitze montiert. VN/Steurer

Festspielhaus Bregenz, 3. Bauetappe

Kostenvergleich Budget Baubeginn, tatsächliche Kosten

Gesamt: Statt 60,5 Millionen Euro nun 78,8 Millionen Euro (+18,3 Millionen Euro)

Bund: Statt 22 Millionen Euro nun 28,655 Millionen Euro (+6,65 Millionen Euro)

Land Vorarlberg: Statt 19,25 Millionen Euro nun 25,07 Millionen Euro (+5,82 Millionen Euro)

Stadt Bregenz: Statt 13,75 Millionen Euro nun 17,9 Millionen Euro (+4,15 Millionen Euro)

Bregenzer Festspiele: Statt 5,5 Millionen Euro nun 7,16 Millionen Euro (+1,66 Millionen Euro)

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