So hoch war die Zunahme der Skiunfälle und Lawinenabgänge im vergangenen Winter

VN / 27.04.2023 • 12:45 Uhr
Vorarlberger Alpinpolizisten auf dem Weg zum Einsatz. <span class="copyright">vn/rauch</span>
Vorarlberger Alpinpolizisten auf dem Weg zum Einsatz. vn/rauch

Vorarlberger Alpinpolizei zog Bilanz über die Wintersaison 2022/23. Mit bemerkenswerten Ergebnissen.

Bregenz „Um es gleich vorwegzusagen: Gegenüber der Vorsaison hat sich in der aktuellen Wintersaison, die sich dem Ende zuneigt, viel getan – sehr viel“, betonte Rainer Fitz, Vorarlberger Landesleiter des Alpindienstes der Polizei bei der Präsentation der Winterbilanz.

Präsentation der Winterbilanz: Rainer Fitz (Landesleiter Alpindienst, m.) Michael Schwärzler (Alpine Einsatzgruppe Kleinwalsertal. l.) und Hanno Waibel (Landesausbildungsleiter). <span class="copyright">Vn/gs</span>
Präsentation der Winterbilanz: Rainer Fitz (Landesleiter Alpindienst, m.) Michael Schwärzler (Alpine Einsatzgruppe Kleinwalsertal. l.) und Hanno Waibel (Landesausbildungsleiter). Vn/gs

Doppelt so viele Lawinenabgänge

So stieg die Anzahl der Skiunfälle im organisierten Skiraum um 17 Prozent (die Zahl der Skiunfälle im freien Gelände blieb gleich). Noch deutlicher zugenommen haben im Winter 2022/23 die Lawinenabgänge. „Während in den vergangenen drei Jahren durchschnittlich zehn Lawinenabgänge zu verzeichnet waren, gingen in der letzten Saison mehr als doppelt so viele Lawinen ab“, so Fitz. Wobei er betont: „Eine Erklärung dafür zu finden, wäre reine Kaffesudleserei.“

Mehr Fahrerfluchtunfälle

Auch hinsichtlich der Fahrerfluchtunfälle auf den Vorarlberger Skipisten sei eine Aufwärtstendenz erkennbar. Während zuvor durchschnittlich bei jeder vierten Skikollision ein Beteiligter flüchtete, versucht sich nun annähernd bei jedem dritten Unfall ein Beteiligter seiner Verantwortung zu entziehen.

Im vergangenen Winter kam es in Vorarlberg zu 641 Skiunfällen mit 601 Verletzten und vier Toten (im Vorjahr 581, Unfälle, 523 Verletzte und drei Tote).

Michael Schwärzler, Leiter der Alpinen Einsatzgruppe Kleinwalsertal: "Aufgabe der Polizei sind die Erhebungen nach dem Unfall."
Michael Schwärzler, Leiter der Alpinen Einsatzgruppe Kleinwalsertal: "Aufgabe der Polizei sind die Erhebungen nach dem Unfall."

Die Unfallerhebung

Was macht die Alpinpolizei bei einem Unfall auf der Skipiste? Ein Beispiel: Man wird von einem Skifahrer angefahren und verletzt. Der Unfallverursacher bleibt zwar stehen und fragt, wie es einem geht. Dann rauscht er davon. Später stellt sich heraus, dass Letzterer der Sohn eines Berliner Staranwaltes ist. Und das Opfer besitzt nicht mal eine Rechtsschutzversicherung.

Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Iframely angezeigt.

Dazu Michael Schwärzler, Leiter der Alpinen Einsatzgruppe Kleinwalsertal: „Die Polizei wird über den Skiunfall verständigt und begibt sich sofort an den Unglücksort. Beteiligte Auskunftspersonen werden befragt und einvernommen. Die gesamte Unfalldokumentation, bestehend aus Abschlussbericht samt Vernehmungsprotokollen, Spurenbericht usw. wird zur strafrechtlichen Beurteilung an die Staatsanwaltschaft gesandt.“ Bei Fahrerfluchtunfällen sei die Aufklärungsquote nicht sehr hoch, räumt Schwärzer ein.

Hanno Waibel, Landesausbildungsleiter der Alpinpolizei: "Hier werden hohe Ansprüche gestellt."
Hanno Waibel, Landesausbildungsleiter der Alpinpolizei: "Hier werden hohe Ansprüche gestellt."

“Polizei-Hochalpinist”

Hanno Waibel, Landesausbildungsleiter der Vorarlberger Alpinpolizei, bemerkt, dass deren Ausbildung zu den umfangreichsten im exekutiven Korps zähle: „Für die Qualifikation ‘Polizei-Hochalpinist’ müssen die Ausbildungskurse ‚Ausbildung im Skitourengelände, Alpinausbildung im Fels und die Alpinausbildung im Eis und hochalpinen Gelände‘ wiederholt positiv absolviert werden, wobei diese Kurse vertiefend und körperlich anspruchsvoller abgehalten werden.“

Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Iframely angezeigt.

In Vorarlberg gibt es lediglich drei hauptamtliche Alpinpolizisten. 36 besonders ausgebildete Alpinpolizisten, verteilt auf drei Einsatzgruppen, stehen ganzjährig im Einsatz. Im Winter kommen 34 zusätzliche Skiunfallerhebungsbeamte dazu, die speziell für die Aufnahme von Skiunfällen ausgebildet sind.

Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Iframely angezeigt.

Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Iframely angezeigt.