Bahnhofcity Feldkirch offiziell eröffnet

VN / 26.04.2023 • 17:05 Uhr
Die Bahnhofcity in Feldkirch bietet neben Wohn- und Geschäftsflächen auch einen modernen Zugang zum ÖPNV.
Die Bahnhofcity in Feldkirch bietet neben Wohn- und Geschäftsflächen auch einen modernen Zugang zum ÖPNV.

Das neue Viertel ist eine Mobilitätsdrehscheibe, ein Wohn- und Geschäftsquartier.

Nach insgesamt vier Jahren Bauzeit wurde heute die Bahnhofcity Feldkirch im Beisein von Landesrat Daniel Zadra und den Projektpartnern der Stadt Feldkirch, FB Future Bauart Immobilien GmbH, ÖBB und Verkehrsverbund Vorarlberg feierlich eröffnet. Neben dem wichtigsten überregionalen Bahnhof in Vorarlberg ist das Areal nun auch eine moderne Mobilitätsdrehscheibe.

Bgm. Wolfgang Matt (rechts) mit LR Christian Gantner (Mitte) sowie den Akteuren der ÖBB, den Beteiligten der Architekturbüros und Investoren. <span class="copyright">Stadt Feldkirch</span>
Bgm. Wolfgang Matt (rechts) mit LR Christian Gantner (Mitte) sowie den Akteuren der ÖBB, den Beteiligten der Architekturbüros und Investoren. Stadt Feldkirch

“Was lange währt, wird endlich gut”, denn begonnen wurde das Projekt bereits vor mehr als 20 Jahren, als die Stadt Feldkirch durch das Aufkaufen von Brach- und Bauflächen rund um den Bahnhof die Grundlage für die heutige Bahnhofcity geschaffen hat.

Stadt stark involviert

Nach einem städtebaulichen Wettbewerb und dem darauf aufbauenden Beschluss des Bebauungsplans 2007 bzw. 2017 wurde das Projekt an den Bauträger FB Future Bauart Immobilien GmbH übertragen. Die weitere Entwicklung des Projekts erfolgte in enger Zusammenarbeit mit den ÖBB und der Stadt Feldkirch. „Durch die strategische Vorausplanung und den damit verbundenen Grundbesitz rund um den Bahnhof konnte die Stadt Feldkirch die Entwicklung, Planung und Gestaltung des Bahnhofsviertels entscheidend mitbestimmen und so abseits von rein wirtschaftlichen Interessen die Bedürfnisse der Menschen in Feldkirch berücksichtigen“, betont Bürgermeister Wolfgang Matt. „So haben wir unter anderem durch einen Projektsicherungsvertrag städtebauliche Kriterien und andere wichtige Faktoren für die Nutzer sichergestellt.“

Autofreier Bahnhofvorplatz und Mobilitätsdrehscheibe

In der Folge wurde vier Jahre lang auf einer der größten Baustellen in Feldkirch die neue Bahnhofcity errichtet. Dabei ist eine der wichtigsten Mobilitätsdrehscheiben in der Region entstanden, die heute von rund 15.800 Personen täglich genutzt wird. Bis 2030 sollen hier rund 20.000 Fahrgäste täglich verkehren.

Bis zu 600 Busse fahren den Bahnhofsvorplatz täglich an. <span class="copyright">Stadt Feldkirch</span>
Bis zu 600 Busse fahren den Bahnhofsvorplatz täglich an. Stadt Feldkirch

Damit dieses öffentliche Verkehrsaufkommen bewältigt werden kann, wurde ein umfassendes Verkehrskonzept entwickelt, dessen Kern der autofreie Bahnhofsvorplatz mit einer zweistöckigen Tiefgarage ist. Nur so ist es möglich, dass bis zu 600 Busse pro Tag den Bahnhofsvorplatz anfahren können. Zudem wurden bzw. werden insgesamt rund 500 Fahrradabstellplätze rund um den Bahnhof errichtet.

„Die Bahnhofcity ist der klimafreundliche Mobilitätsknotenpunkt in der Stadt mit optimalen Umsteigemöglichkeiten zwischen Fußgänger, Zug, Bus, Rad und Carsharing. Damit ist auch unser VMOBIL Center vor Ort für unsere Fahrgäste auf kurzem Wege bequem und leicht erreichbar“, erklärt der Geschäftsführer des Verkehrsverbunds Vorarlberg, Christian Hillbrand.

Von der Tiefgarage genießt man nun den direkten unterirdischen Zugang zu den Bahngleisen.
Von der Tiefgarage genießt man nun den direkten unterirdischen Zugang zu den Bahngleisen.

Im Zuge der Neubauten haben auch die ÖBB den in die Jahre gekommenen Feldkircher Bahnhof saniert. „Bahnfahren liegt voll im Trend. Immer mehr Menschen in Vorarlberg entscheiden sich daher für diese Form der Mobilität und steigen auf die umweltfreundliche Bahn um. Damit machen sie Vorarlberg ganz klar zum ,Bahnland’. Moderne Bahnhöfe spielen dabei eine wichtige Rolle, denn sie sind der nachhaltige erste Eindruck für die Nutzerinnen und Nutzer des öffentlichen Verkehrs“, erklärt ÖBB-Vorständin Judith Engel.

Um den Aufenthalt für die Reisenden am Bahnhof noch attraktiver zu gestalten, wurden die ÖBB-Wartebereiche komplett erneuert und mit neuem Design versehen. Zusätzlich wurden das bestehende Aufnahmegebäude sowie das Nebengebäude außen und innen komplett modernisiert und erstrahlen in neuem Lichtdesign.

Neues Wohn- und Geschäftsquartier

Auf dem Areal rund um den Feldkircher Bahnhof ist allerdings weitaus mehr entstanden als nur ein wichtiger Knotenpunkt für den öffentlichen Verkehr. Das neue Quartier ist vor allem auch ein Wohn- und Geschäftsviertel. So sind auf insgesamt sieben Baufeldern fünf Wohn- und Geschäftsgebäude entstanden. Heute sind nicht nur gemeinnützige Wohnungen und ein Hotel mit 125 Zimmern in der Bahnhofcity angesiedelt, sondern auch zwei Restaurants und zahlreiche Take-aways sowie Ärzte, ein Supermarkt der Firma Sutterlüty und mehrere Dienstleister.

Insgesamt stehen in der Bahnhofcity etwa 2700 Quadratmeter Bürofläche und 1800 Quadratmeter Fläche für Handel und Gastronomie zur Verfügung. Insgesamt wurden 65.000 Kubikmeter Raum über der Erde und fast 47.000 Kubikmeter unter der Erde errichtet. „Wir alle hatten hohe Ansprüche an das neue urbane Quartier. Gemeinsam mit unseren beiden Architekturteams Baumschlager Eberle und den Bregenzer Architekten Schwärzler + Lang planten wir ein zukunftsweisendes Stadtquartier, das Nachhaltigkeit, Ästhetik, Funktion und Lebensqualität vernetzt“, erklärt Roland Pircher, Geschäftsführer der FB Future Bauart Immobilien GmbH.

Kultur und Soziales im Quartier

Mit der Umgestaltung des Bahnhofsviertels hat dieses Quartier eine Aufwertung erfahren, aber auch eine starke Frequentierung durch zahlreiche unterschiedliche Anspruchsgruppen. Um ein möglichst konstruktives Zusammenleben sicherzustellen, gibt es deshalb seit Anfang dieses Jahres eine eigens eingerichtete Stelle für Gemeinwesenarbeit, die durch die Arbeit vor Ort zur Konfliktlösung und einem friedlichen Miteinander beiträgt.

Auch Feldkirchs Status als einziger Literaturbahnhof in Österreich bleibt in der neuen Bahnhofcity erhalten. Nun gibt es einen neu gestalteten Literaturscreen, der zum Lesen und Betrachten von literarischen Texten zu den Themen Reisen, Sehnsucht, Fernweh, Nähe und Distanz einlädt. Diese Installation in der Bahnhofshalle wird durch ein Kunstprojekt auf dem Bahnhofsvorplatz erweitert. Dort werden auf Initiative der Stadt Feldkirch und der Kuratorin des feldkircher lyrikpreises, Erika Kronabitter, Lyrik-Collagen aus den letzten 15 Jahren des feldkircher lyrikpreises in Vitrinen ausgestellt.

Aus Vision wurde Realität

Die Vision der beteiligten Partner ist inzwischen Realität geworden: Heute ist die Bahnhofcity Feldkirch ein beliebter Treffpunkt. Unzählige Menschen leben und arbeiten hier, genießen ihre Freizeit, das gute Essen und das großartige Mobilitätsangebot. „Alle Beteiligten können stolz sein auf dieses wegweisende Projekt für Feldkirch“, freut sich Bürgermeister Wolfgang Matt anlässlich der Eröffnung. „Der Dank gebührt allen beteiligten Partnern, deren gute und konstruktive Zusammenarbeit in diesem Projekt jetzt im Ergebnis sichtbar ist.“

bahnhofscity

Projektkosten etwa 60 Millionen Euro

Bauzeit 2019 bis 2023

Sieben Baufelder mit fünf Wohn- und Geschäftsgebäude

Wohnungen 140 davon 60 gemeinnützig (VOGEWOSI)

Hotel mit 125 Zimmern

Bürofläche etwa 2700 m²

Handel und Gastronomie etwa 1800 m²

Zweigeschossige Tiefgarage 355 Pkw-Parkplätze, 100 davon öffentlich, 67 Motor-radabstellplätze, Kurzparkzone, E-Ladestationen, Taxistandplätze

Fahrradabstellplätze etwa 500