Für ein Autofreies Ried

Am Sonntag wurde gegen weitere fossile Projekte demonstriert.
Lustenau Trotz des regnerischen Wetters fanden einige Menschen den Weg ins Lustenauer Ried, zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Denn am Sonntag veranstaltete Extinction Rebellion die “Ried-Parade” an der Senderbrücke – eine Demonstration für ein autofreies Ried. Anlässlich der Kundgebung war gestern die Senderstraße für Kraftfahrzeuge komplett gesperrt.

“Die Fakten sind seit über 50 Jahren klar. Die politischen Vertreterinnen und Vertreter der angrenzenden Gemeinden, sowie die Zivilgesellschaft wollen ein autofreies Ried. Worauf wartet die Landesregierung noch? Schmiergeld?”, dröhnte es aus dem Megafon der Aktivistin Marina Hagen-Canval.

Es sei unverantwortlich seitens der Politik, mitten in einer Klimakrise im Naturschutzgebiet noch eine zusätzliche Straße bauen zu wollen. Damit machten die Klimaaktivisten auf die Planung der S18 aufmerksam. “Das fossile Megaprojekt muss gestoppt werden.” Die S18 würde zu noch höheren CO₂-Emissionen und Umweltschäden wie Zerstörung von Lebensräumen, Biodiversität, sowie Luft- und Wasserverschmutzung führen. “Wir sollten schauen, dass wir die Ökosysteme aufrechterhalten”, sagt Hagen-Canaval.


Auch einige Vertreter aus der Politik waren da, so wie der Lustenauer Bürgermeister Kurt Fischer (ÖVP). Er appellierte ebenfalls für ein autofreies Ried, durch das man sicher radeln kann. Diesbezüglich fordert er “ein kleines Ziel”, nämlich dass das Ried jeden Sonntag für Kraftfahrzeuge gesperrt werden sollte. “Es gibt noch genug Straßen, die nach Lustenau führen”, sagt auch die Klimaaktivistin Hagen-Canaval. “Das ist für die Anrainer wichtig, die durch ein autofreies Ried wahnsinnig an Lebensqualität gewinnen. Auch die Biodiversität – die sich hier entwickeln könnte, wenn nicht jedes Mal eine Blechlawine durchrollt – würde davon profitieren”, ist sich die 26-Jährige sicher.


Neben der Kundgebung haben die “Parents for Future” ein kleines Picknick unter der alten Brücke veranstaltet. Die Aktivisten von Extinction Rebellion haben Super-Kleber mitgenommen, somit konnten die Besucher der Demonstration einen Selbstversuch starten, wie es sich anfühlt sich an der Straße festzukleben. Für Lösungsmittel wurde natürlich gesorgt. Für bessere Stimmung bei dem schlechten Wetter sorgte auch die Tanzeinlage zu dem Lied “Staying Alive” von den Bee Gees.



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Ich bin heute da, weil ich es einen Wahnsinn finde, dass mitten in de Klimakrise große Straßenprojekte wie die Tunnelspinne geplant und durchgeführt werden. Stattdessen sollten wir eine schnelle Kehrtwende schaffen. Die gesamte Wissenschaft sagt, dass wir auf die Bremse steigen müssen.
Mike Morent, 50 Jahre, aus Schwarzach

Ich bin aus persönlichen und beruflichen Gründen da, weil ich nicht mehr zuschauen kann, wie unsere Lebensgrundlage zerstört wird durch fossile Megaprojekte. Ich bin da, um den Politikern die Augen zu öffnen und darauf aufmerksam zu machen, dass endlich gehandelt werden muss.
Anna Pössl, 30 Jahre aus Dornbirn

Es ist ein Zufall. Mein Nachbar war bei mir und meinte, er muss einen Termin wahrnehmen, bei dem es um Extinction Rebellion geht. Ich bin mitgegangen und es war sehr nett. Wenn ich einen kleinen Beitrag fürs Klima leisten kann, habe ich gesagt, komme ich heute mit zur Demo.
Astrid Masal-Kremmel, 69 Jahre aus Schwarzach

Ich nehme an der Demo teil, weil mir die Umwelt und die Rettung es Klimas ein großes Anliegen ist. Wir möchten in eine enkelfitte Zukunft gehen, deswegen setzte ich mich auch politisch in Lauterach ein, um die Erde zu erhalten und nicht in diese Klimakatastrophe noch mehr rein zurasen.
Karin Schindler, 68 Jahre aus Lauterach