Land sieht ÖBB bei überfüllten Zügen in der Pflicht

“ÖBB sind aufgerufen, in Zukunft weitere Kapazitäten aufzubauen”, so Landesrat Daniel Zadra.
Bregenz Auch im Osterreiseverkehr sind wieder viele Vorarlberger auf die Bahn umgestiegen. Reisevergnügen war dies bei Weitem nicht für alle. Übervolle Züge zu Stoßzeiten und an Urlaubswochenenden sorgen bei Bahnfahrern seit Monaten für Unmut. Levin Kitzke (19) fährt seit Anfang Jahr wöchentlich mit dem Railjet nach Salzburg. Oft sei es nicht einmal möglich, einen Sitzplatz zu reservieren, schildert der junge Harder den VN. „Und ohne Reservierung heißt es meist: in den Gängen stehen.“ Dieses Bild wiederhole sich Woche für Woche. Erfahrungen, die viele Bahnkunden mit Kitzke teilen.

Er verstehe den Unmut der Fahrgäste, „die von Vorarlberg nach Salzburg, Linz oder Wien reisen und den größten Teil der Fahrzeit in den Mittelgängen stehen oder vor den WC-Kämmerchen auf ihren Koffern sitzen müssen“, so der zuständige Landesrat Daniel Zadra (38, Grüne) auf VN-Anfrage. „Hier sind die ÖBB aufgerufen, in Zukunft weitere Kapazitäten aufzubauen“, sieht das Land die Bahn in der Verantwortung. Zadra verweist gleichzeitig auf Pläne der ÖBB, die Anzahl der Sitzplätze im Fernverkehr in den nächsten Jahren um fast ein Drittel zu steigern.

Der Unmut vieler Reisenden ist dem großen Zuspruch der Bahn geschuldet. „Zugfahren liegt voll im Trend. Das ist grundsätzlich eine gute Nachricht“, so Landesrat Zadra. Zentraler Punkt sei das flexible System, wonach Tickets in allen Zügen Gültigkeit hätten. „Hinter der Diskussion steht eine Grundsatzentscheidung: Wollen wir die Reservierungspflicht in den Fernverkehrszügen einführen oder wollen wir ein offenes System, wo man auch ohne gültige Reservierung einen Fernverkehrszug nehmen kann, aufrechterhalten?“, so Zadra. Er wolle jedenfalls an der bestehenden Regelung festhalten. Es müssten aber die Kapazitäten im Zug ausgebaut werden.
Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Iframely angezeigt.
So schnell dürfte sich das allerdings nicht bewerkstelligen lassen. Die ÖBB hatten auch eine engere Taktung für den Zugverkehr über den Arlberg auf VN-Anfrage ausgeschlossen. Für Bahnkunden wie Levin Kitzke bleibt nur: entweder frühzeitig einen Sitzplatz reservieren oder wieder aufs Auto umsteigen.
