Hoffen auf Plan B für das „Haus am See“

Umsiedlung der Bewohner in andere Heime wird nochmals überdacht.
Hard Gibt es einen Plan B für das „Haus am See“? Können die 37 Bewohner auch während der dringend notwendigen Neubau- und Sanierungsarbeiten im Pflegeheim bleiben? Etwa indem das desolate Dach des Haupthauses für die Zeit der Bauarbeiten saniert wird? Eine letztgültige Antwort brachte die am Dienstagabend von der SeneCura anberaumte Informationsveranstaltung zwar nicht, aber schon die Zusage von Regionalleiter Christian Längle, das Thema noch einmal mit der Geschäftsführung in Wien verhandeln zu wollen, ließ die Hoffnung auf eine lokale Lösung aufleben, wiewohl er nichts versprechen konnte.

Wie berichtet, sollen die Bewohner des Heims in Einrichtungen in Lauterach und Dornbirn umziehen. Man wolle ihnen die Belastung durch Lärm, Staub und Erschütterungen ersparen, argumentierte der Heimbetreiber. Angehörige wollten das nicht so stehen lassen, sprachen von Entwurzelung der alten Menschen und davon, dass sie mit der Umsiedlung ihr ganzes soziales Umfeld verlieren würden. Die Sanierung des Pflegeheims am See stand außer Zweifel. Nicht einverstanden zeigten sich Angehörige von Insassen und ehrenamtliche Betreuerinnen damit, dass die ursprünglichen Pläne über den Haufen geworfen wurden, die da lauteten: Das ehemalige Alters- und Versorgungsheim wird abgerissen und neu gebaut, das Haupthaus von Grund auf saniert. Die Bewohner sollen nach Fertigstellung des Neubaus in selbigem unterkommen, während das Pflegeheim renoviert wird.
„Mit ein bisschen gutem Willen müsste doch eine Zusammenarbeit möglich sein.“
Margit Loser, ehrenamtliche Betreuerin
Doch die SeneCura kam davon ab, nachdem das Hauptdach des Gebäudes undicht geworden war und es trotz mehrfacher Reparaturen blieb. „Das bestehende Haus ist nicht mehr so funktionsfähig, wie es für eine angemessene Pflege, für die wir verantwortlich sind, nötig wäre“, erklärte Christian Längle. Ein Angehöriger konterte: „Man kann auf den Mond fliegen, da sollte es doch auch möglich sein, ein Blechdach als Zwischenlösung aufzubringen.“
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Spendenaktion angeregt
Die Angehörigen sahen in dieser Sache auch die Gemeinde in der Pflicht, obwohl das Pflegeheim 2019 offenbar ohne Mitspracherecht an die SeneCura abgetreten wurde. „Mit ein bisschen gutem Willen wäre doch eine Zusammenarbeit möglich“, insistierte Margit Loser, die seit über 30 Jahren ehrenamtlich Bewohner im „Haus am See“ begleitet. Bürgermeister Martin Staudinger (SPÖ) meldete sich erst auf direkte Ansprache zu Wort. „Wir bleiben im Rahmen unserer Möglichkeiten dran“, versprach er. Die Kernfrage sei jedoch, wie viel die Dachsanierung koste und ob das Provisorium eine Variante sein könne, um die auf zweieinhalb Jahre geschätzte Bauzeit zu überbrücken. Was die Finanzierung betrifft, wurde von Angehörigen sogar eine Spendenaktion ins Spiel gebracht. Am Rande der Veranstaltung kündigte VP-Fraktionsobmann René Bickel an, sich dafür einzusetzen, dass das notwendige Geld – in welcher Form auch immer – hereinkommt.
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Vorerst heißt es aber noch auf Nachrichten aus Wien warten. Regionalleiter Christian Längle sicherte nach Einlangen eine rasche Information zu. Einige Bewohner sind übrigens bereits auf eigenen Wunsch in die Residenz nach Dornbirn übersiedelt.