Ritter in besonderer Mission

VN / 03.04.2023 • 16:16 Uhr

Frederick Lins ist neuer Komtur des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem.

Ritter in besonderer Mission
Einzug in die Grabeskirche v.l.: Guntram Drexel, Jürgen Reiner und Frederick Lins. Gemeinsam mit Kardinal Filoni, dem Lateinischen Patriarchen von Jerusalem Pizzaballa, sowie Ordens-Delegationen aus Frankreich, England und Italien zogen sie durch den Bazar zur Grabeskirche.

Feldkirch Ihre Rüstung ist ein Mantel, ihr Schwert die Nächstenliebe. Weltweit zählt der Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem, einer von nur drei päpstlich anerkannten Laienorden, rund 30.000 Mitglieder. Österreich umfasst 12 Komtureien, wie die Verwaltungsbezirke genannt werden. Eine Komturei befindet sich in Bregenz. Acht Jahre stand Guntram Drexel (67) dem Ritterorden in Vorarlberg vor. Nun übergab er das Amt an Frederick Lins (43). Der Jurist und Verlagsleiter steht 31 Ordensgeschwistern vor, zu denen inzwischen auch Frauen gehören. Als besondere Aufgabe hat sich die Gemeinschaft die Unterstützung der Christen im Heiligen Land auf die Fahnen geheftet. Sie tut das in vielfältiger Weise, aber nicht laut. „Es ist eine der schönsten Aufgaben, die es gibt“, fasst Guntram Drexel seine zu Ende gegangene Funktionsperiode zusammen.

Frederick Lins hat das Amt des Komturs von Guntram Drexel übernommen.
Frederick Lins hat das Amt des Komturs von Guntram Drexel übernommen.

Stimmige Inhalte

Im Haupterwerb führt Frederick Lins ein gemeinnütziges Unternehmen, das innovative Projekte in den Bereichen Gesundheit, Bildung und Umwelt entwickelt und fördert. Beim Ritterorden ist er seit 2015. „Ein Mitbruder hat mich gefragt, ob ich mir die Gemeinschaft nicht einmal anschauen möchte“, erzählt Lins. Er wollte und blieb, weil die Inhalte auch für ihn stimmig waren. Eine Aufnahme erfolgt allerdings generell nicht von heute auf morgen. Zuerst erhält das potenzielle Mitglied einen Gaststatus, denn über eine Aufnahme in ihre Reihen entscheiden auch die Mitglieder. „Beide Seiten müssen zufrieden sein“, erklärt der neue Komtur. Nach einem Jahr bekam er schließlich den weißen Mantel mit dem fünffachen Jerusalemkreuz, dem Zeichen der Ordensgemeinschaft, umgehängt. Acht Jahre später wurde der Feldkircher zum leitenden Komtur bestellt. Obwohl er vom Leitbild des Ritterordens überzeugt war, habe er länger überlegt, ob er das Amt annehmen soll. Die breite Unterstützung der Ordensgeschwister überzeugte ihn, und auch Rom genehmigte seine Bestellung.

Beim Weihnachtsmarkt in der Mehrerau wird das hochwertige Olivenöl verkauft. In den letzten Jahren konnte der Ritterorden vom Heiligen Grab den Absatz in Vorarlberg stark steigern.
Beim Weihnachtsmarkt in der Mehrerau wird das hochwertige Olivenöl verkauft. In den letzten Jahren konnte der Ritterorden vom Heiligen Grab den Absatz in Vorarlberg stark steigern.

Die Beschäftigung mit Fragen des Glaubens und der Spiritualität motivieren Frederick Lins ebenso wie die Möglichkeit, der christlichen Minderheit im Heiligen Land helfen zu können. „Wir bekennen uns zum christlichen Glauben und wollen dafür Zeugnis ablegen, in Österreich und weltweit“, betont Lins. Dafür sind die Ritter in besonderer Mission unterwegs. Sie unterstützen Schulen, Kindergärten, Krankenhäuser, Pflegeheime und kirchliche Einrichtungen in Palästina, Jordanien, Syrien und Israel und machen auf diese Weise das Zusammenleben abseits politischer Grenzziehungen erfahrbar.

Eine besondere Bedeutung hat die Unterstützung für Bildungseinrichtungen in Palästina, weil christliche Schulen und Kindergärten gerade für muslimische Mädchen oft die einzigen Möglichkeiten sind, eine Schulbildung zu erhalten.
Eine besondere Bedeutung hat die Unterstützung für Bildungseinrichtungen in Palästina, weil christliche Schulen und Kindergärten gerade für muslimische Mädchen oft die einzigen Möglichkeiten sind, eine Schulbildung zu erhalten.

Begehrtes Olivenöl

Die Hauptinitiative der Komturei Bregenz besteht im Verkauf von Olivenöl und Olivenprodukten aus Taybeh, der einzigen christlichen Gemeinde in Palästina. „Damit werden die Menschen dort für das, was sie tun, entlohnt und erhalten Wertschätzung für ihre Arbeit “, sagt Frederick Lins. In den vergangenen Jahren konnte der Absatz des hochwertigen Olivenöls durch den Ritterorden vom Heiligen Grab in Vorarlberg enorm gesteigert werden. Rund 2900 Flaschen kamen unter die Leute. Der Verkauf erfolgte hauptsächlich auf Weihnachtsmärkten, bis die Pandemie dem ein Ende setzte. Dennoch fand das begehrte Olivenöl zu seinen Liebhabern. Die Ritter nahmen den Vertrieb einfach selbst in die Hand. Regelmäßig stehen auch Pilgerreisen ins Heilige Land auf dem Programm. „Es sind Erlebnisse, die uns immer wieder darin bestärken, dass das Geld in unseren Projekten gut angelegt ist“, bekräftigt Frederick Lins.

Frederick Lins im Garten des Pilgerhauses Tabgha am See Genezareth in Galiläa.
Frederick Lins im Garten des Pilgerhauses Tabgha am See Genezareth in Galiläa.

Zur Person

MMag. Frederick Lins

Geboren: 29. Jänner 1980

Ausbildung: Mag.iur. in Rechtswissenschaften und Mag.iur.rer.oec. in Wirtschaftsrecht, Universität Innsbruck, Master in Kanonischem Recht, Universität Wien

Laufbahn: Eigentümer und Geschäftsführer Lins-Verlag, Geschäftsführer Weitblick GmbH

Familienstand: verlobt

Hobbys: Lesen, Laufsport, klassische Musik, geselliges Beisammensein

Die Hauptinitiative der Komturei Bregenz ist der Vertrieb von Olivenöl und Olivenprodukten aus Taybeh, der einzigen christlichen Gemeinde in Palästina. Mit diesem Projekt wird die Existenz der Menschen in Palästina nachhaltig gesichert.
Die Hauptinitiative der Komturei Bregenz ist der Vertrieb von Olivenöl und Olivenprodukten aus Taybeh, der einzigen christlichen Gemeinde in Palästina. Mit diesem Projekt wird die Existenz der Menschen in Palästina nachhaltig gesichert.