Kriseninterventionsteam zieht Bilanz: So viele Einsätze wie noch nie

Um Einsatzaufkommen weiterhin gut bewältigen zu können, wird der Mitarbeiterstab ausgebaut.
Feldkirch Hinter dem Kriseninterventionsteam (KIT) Vorarlberg liegt das bisher arbeitsintensivste Jahr seit der Gründung im Herbst 1999. Laut dem am Dienstag veröffentlichten Jahresbericht wurden die 80 ehrenamtlichen Mitarbeiter im Vorjahr zu insgesamt 263 Einsätze gerufen. Zum Vergleich: 2021 waren es 234 Einsätze, im Coronajahr 2020, wo das KIT sieben Wochen komplett ausgebremst wurde, 217 Einsätze.
Ein spezieller Grund für den Anstieg ist laut Koordinator Thomas Stubler nicht feststellbar, die Zahl der Betreuungseinsätze bewege sich seit Jahren auf einem konstant hohen Niveau. “Hauptverantwortlich dafür, dass sich die Krisenintervention als wichtiger Bestandteil der Rettungskette etabliert hat und dass wir so häufig zur Unterstützung von Betroffenen alarmiert werden, ist die hervorragende Arbeit unserer Ehrenamtlichen”, unterstreicht Stubler.

Die Helfer des KIT Vorarlberg sind immer dann zur Stelle, wenn Menschen nach traumatischen Ereignissen wie plötzlichen Todesfällen, schweren Unfällen, Bränden, Gewalttaten oder Großschadenslagen wie Lawinenunglücken oder Amoktaten nicht mehr wissen, wie es weitergehen soll.

Im Vorjahr wurden in 1568 Einsatzstunden (2021: 1290 Stunden) 1218 Personen betreut (2021: 902 Personen). Den größten Einsatz 2022 hatte das KIT am 25. Dezember beim Lawinenabgang in Lech. Weil von zehn Verschütteten ausgegangen werden musste, wurde ein KIT-Großaufgebot mit 14 Mitarbeitern alarmiert. Am Ende ging alles gut aus. “Es war zum Glück einer der wenigen KIT-Einsätze mit gutem Ausgang”, hält der KIT-Koordinator fest.

angefordert. KIT
Derzeit sind 55 Frauen und 25 Männer ehrenamtlich beim KIT im Einsatz. Nachwuchssorgen gibt es nicht. Um das hohe Einsatzaufkommen weiterhin gut bewältigen zu können, werden heuer 16 neue Mitarbeiter ausgebildet. Stubler ergänzt: „Wir sind in der glücklichen Lage, dass wir bezüglich der Mitarbeiterauswahl seit Jahren die Qual der Wahl haben. Für die 16 Lehrgangsplätze gab es auch heuer wieder rund 100 Interessenten.“