Indiskrete Weltliteratur im Theater Kosmos

VN / 20.03.2023 • 12:00 Uhr
Jürgen Thaler (li.) eröffnete mit einem Gespräch mit Literaturwissenschaftlerin Renate Langer. Sabine Lorenz und Hubert Dragaschnig lasen Auszüge aus dem Briefwechsel. <span class="copyright">YAS</span>
Jürgen Thaler (li.) eröffnete mit einem Gespräch mit Literaturwissenschaftlerin Renate Langer. Sabine Lorenz und Hubert Dragaschnig lasen Auszüge aus dem Briefwechsel. YAS

Das Theater Kosmos widmete sich der Korrespondenz zwischen Max Frisch und Ingeborg Bachmann.

Bregenz Vergangenen Dienstag wurde im Theater Kosmos der mit Spannung erwartete Briefwechsel zwischen Ingeborg Bachmann und Max Frisch präsentiert: „Wir haben es nicht gut gemacht“ ist ein Buch mit intimen Mitteilungen und zugleich Weltliteratur. Jürgen Thaler, Leiter des Franz-Michael-Felder-Archivs der Vorarlberger Landesbibliothek, sprach mit Renate Langer, Mitherausgeberin des Briefwechsels.

Das Buch „Wir haben es nicht gut gemacht“ wurde im Theater Kosmos präsentiert.
Das Buch „Wir haben es nicht gut gemacht“ wurde im Theater Kosmos präsentiert.

Aus den Briefen lasen Hubert Dragaschnig, künstlerischer Leiter des Theaters Kosmos, und die Schauspielerin Sabine Lorenz. Renate Langer erläuterte die mit Spannung erwartete Briefausgabe, die ein neues, überraschendes Bild der Beziehung zeichnet und jegliche Schuldzuweisungen infrage stellt.

Die Anwesenden folgten der Lesung gebannt.
Die Anwesenden folgten der Lesung gebannt.

Intime Mitteilungen

Im Frühjahr 1958 brachte Ingeborg Bachmann ihr Hörspiel „Der gute Gott von Manhattan“ auf Sendung. Max Frisch schreibt der „jungen Dichterin“, wie begeistert er davon sei. Mit Bachmanns Antwort beginnt eine Korrespondenz, die in rund 300 überlieferten Schriftstücken Zeugnis ablegt vom Leben, Lieben und Leiden eines der bekanntesten Paare der deutschsprachigen Literatur: intime Mitteilungen und zugleich Weltliteratur.

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Berühmtestes Paar der deutschsprachigen Literatur

Die psychische Krise der Autorin nach der endgültigen Trennung erschreckt beim Lesen, gibt aber auch neue Aufschlüsse und Zugänge zum Werk der beiden. Sensationell, dass dieser Briefwechsel zwischen dem „berühmtesten Paar der deutschsprachigen Literatur“, Ingeborg Bachmann und Max Frisch, nun endlich vorliegt. Bachmann hat ihren Willen – die Vernichtung ihrer Briefe – nicht bekommen, und ihre Nachkommen haben diese Veröffentlichung nun erlaubt. Äußerst intim sind sie, die Briefe. Man ist fasziniert, wie unmöglich die Liebe im Grunde war zwischen der selbstbewussten, aber emotional vielleicht schwächeren Bachmann und Frisch, der die „allerletzte Epoche ungebrochener männlicher Herrschaft“ offenbar voll auskostete. Aber die Briefe zeugen auch immer von einem Ringen um die Liebe und: Sie sind selbst ganz große Literatur.

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Unter den gebannten Zuhörern waren Peter Kopf, Anita Kresser, Günter Lenhart, Gabi Seifert, Susanne Denk,  Sabine Wittman, Mathias Ospelt und Luzia Eugster. Den Inhalt der Briefe verfolgten auch Inge Fitz, Gertrud Gfader, Ulrike Gorbach, Ingrid Jochbrger und Literaturkenner Franz Paul Hammling. YAS

Der Briefwechsel zwischen Ingeborg Bachmann und Max Frisch stieß auf großes Interesse.
Der Briefwechsel zwischen Ingeborg Bachmann und Max Frisch stieß auf großes Interesse.
Hildegard Zangerle und Herta Maria Gebele waren gespannt auf den Briefwechsel.
Hildegard Zangerle und Herta Maria Gebele waren gespannt auf den Briefwechsel.
Martina Holstein und Franz Hoben gehen oft auf Buchvorstellungen.
Martina Holstein und Franz Hoben gehen oft auf Buchvorstellungen.
Daniela Auer und Emelie Pilsl sind hier im Urlaub und haben sich diese Veranstaltung ausgesucht.
Daniela Auer und Emelie Pilsl sind hier im Urlaub und haben sich diese Veranstaltung ausgesucht.