Das Glück auf ihrer Seite

VN / 19.03.2023 • 16:50 Uhr
Damals war die Welt für Margareta Wanke noch in Ordnung. <span class="copyright">VN/MM, Privat</span>
Damals war die Welt für Margareta Wanke noch in Ordnung. VN/MM, Privat

Nach ihrer Brustkrebs-Diagnose hat Margareta Wanke umgedacht.

Rankweil Margareta Wanke (41) ringt um Fassung. Zu nah ist immer noch der Augenblick, der ihr Leben so einschneidend veränderte. Brustkrebs lautete die Diagnose, der sich die zweifache Mutter im vergangenen Jahr stellen musste. „Ich hatte von Anfang an kein gutes Gefühl“, erzählt Margareta. Es sollte sie nicht täuschen. Bösartig, so lautete der Befund nach der Biopsie. Inzwischen liegen eine Operation sowie sechs Chemotherapie-Zyklen hinter ihr. „Derzeit bin ich krebsfrei“, sagt Margareta Wanke. Sie lächelt, ergänzt: „Ich hoffe, es bleibt so.“ Bislang war das Glück trotz aller gesundheitlichen Strapazen auf ihrer Seite, auch weil die Behandlung rasch und zielgerichtet erfolgte. Für sie persönlich bedeutet Glück heute Familienzeit und auch sich selbst ein bisschen wichtiger nehmen. „Erst in einer solchen Situation merkt man, worauf es wirklich ankommt“, analysiert Margareta selbstkritisch.

Margareta Wanke engagiert sich auch in der Organisation des Frauenlaufs.
Margareta Wanke engagiert sich auch in der Organisation des Frauenlaufs.

Den Knoten selbst ertastet

Die gebürtige Salzburgerin mag es sportlich. Ihre Leidenschaft ist das Nordic Walking. Sechs Mal nahm sie in dieser Kategorie bereits am Bodensee-Frauenlauf teil. Seit vier Jahren hilft sie mit Kind und Kegel auch bei den Vorarbeiten zu den Laufevents. Bei der diesjährigen Veranstaltung in Bregenz wird Margareta Wanke unter anderem die Tombola betreuen, die Geld in die Kasse des Vereins „Frauen unterstützen Frauen“ spülen soll. Hier zu helfen, ist Wanke ein großes Anliegen. Sie weiß, was es heißt, plötzlich Hilfe zu benötigen.

Den Knoten in der Brust ertastete sie an einem Freitag. Das Gefühl beschreibt sie als absolute Schockstarre. Dennoch behielt sie die fatale Entdeckung für sich: „Ich wollte meiner Familie nicht das Wochenende verderben.“ Am Montag versuchte Margareta, eine Zuweisung zu einer Mammografie zu bekommen. Nach längerem Bemühen erhielt sie in der Radiologie Bludenz einen Untersuchungstermin. Von da an ging alles sehr schnell. „Der Arzt hat alles in die Wege geleitet, vom MRT bis zur Erstuntersuchung im Landeskrankenhaus Feldkirch“, ist ihm die Patientin dafür unendlich dankbar und spricht auch in diesem Zusammenhang von Glück. Im Spital wurde dann eine Biopsie durchgeführt. Zehn Tage wartete Margareta auf das Ergebnis, wiewohl sie schon ahnte, wie es ausfallen würde. Rückhalt fand die Ehefrau und Mutter bei ihrem Mann und den beiden Söhnen Manuel (9) und Michael (7). „Wir schaffen das gemeinsam“, versprachen sie sich. Auch von guten Freunden und Nachbarn gab es Unterstützung.

Ob es einen Start beim Frauenlauf gibt, lässt Margareta Wanke noch offen.
Ob es einen Start beim Frauenlauf gibt, lässt Margareta Wanke noch offen.

Positiver Egoismus

Das große Loch nach der Diagnose blieb aus. Mehr noch. Die große Last der Ungewissheit fiel ab. Die Behandlung konnte beginnen. Im Abstand von drei Wochen bekam Margareta Wanke eine Chemotherapie verbreicht. Sechs Zyklen insgesamt. Demnächst steht eine Bestrahlung an. Sie wird auch die durchstehen. Margareta strahlt Zuversicht aus. Selbst die noch raspelkurzen Haare wachsen bereits nach. Sie freut sich auch darauf, bald wieder in den Beruf einsteigen zu können. Die Arbeit fehlt ihr, aber wie bisher 100 Prozent? „Nein“, sagt Margareta Wanke bestimmt. Sie spricht von einem positiven Egoismus, den sie sich angeeignet hat und den sie zu ihrem eigenen Wohl und dem ihrer Familie beibehalten will.

Margareta Wanke strahlt schon wieder Zuversicht aus.
Margareta Wanke strahlt schon wieder Zuversicht aus.