Schon einmal was von Elektromotorrädern für den Schnee gehört?

VN / 13.03.2023 • 18:40 Uhr
Auf präparierter Piste schaffen die Moonbikes eine Steigung von 40 Prozent. VN-LEV, SAH

87 Kilogramm schwer, etwa 42 km/h schnell und vollelektrisch: Die Moonbikes erobern die Alpen.

gargellen Motorräder sind bekannt, Elektromotorräder mittlerweile ebenso. Aber von einem Elektromotorrad für den Schnee hatte ich bislang noch nichts gehört. Die Bergbahnen Gargellen besitzen fünf der sogenannten Moonbikes und bieten diese in ihrem Moonbike-Park zum mieten und ausprobieren an. Das wollte ich mir genauer ansehen.

Jonas Steidle betreut den Moonbike-Park und seine Besucher.
Jonas Steidle betreut den Moonbike-Park und seine Besucher.

Während im Walgau und im Rheintal bereits die ersten Vögel zwitschern, die ersten Knospen sprießen und der Frühling an die Tür klopft, liegt in Gargellen noch der Schnee. Hoch oben, auf etwa 2100 Metern, liegt das Schofberghüsli. Und direkt daneben mittlerweile auch der Moonbike-Park. Dort dreht Parkguide Jonas Steidle bereits sein ersten Runden auf dem Moonbike. Auf den ersten Blick erinnern die Bikes an ein Schneemobil – oder umgangssprachlich auch Ski-Doo – nur eben kleiner.

Fünf Moonbikes sind in Besitz der Bergbahnen Gargellen. Diese können auf einer eigens dafür angelegten Strecke getestet werden.

Ausgestattet mit einer flexiblen Kette aus Gummi am Heck und einem, naja, sagen wir kleinen Snowboard an der Front fährt das Snowbike (Schneerad) bis zu satte 42 km/h. 100 Prozent elektrisch und nahezu geräuschlos kämpft sich das Moonbike durch bis zu 30 Zentimeter Neuschnee und schafft eine Steigung von bis zu 40 Prozent auf präparierter Piste.

An der Unterseite des "Snowboards" an der Front befindet sich eine Eisenschiene.<br>"Falls man einmal eine Passage auf Teer oder Ähnlichem fahren muss", erklärt Jonas.
An der Unterseite des "Snowboards" an der Front befindet sich eine Eisenschiene.
"Falls man einmal eine Passage auf Teer oder Ähnlichem fahren muss", erklärt Jonas.

Bevor es dann mit den kleinen Schneemobilen so richtig losgehen kann, erklärt Jonas noch die wichtigsten Steuerelemente am Lenker: “Rechts befinden sich das Daumengas, ein Fahrbereitschaftsschalter sowie drei Geschwindigkeitsmodi. Auf der linken Seite ist die Bremse, die braucht man aber eigentlich nur, wenn man wirklich stark bremsen muss.” Ein Licht, eine Hupe sowie ein Blicklicht für den Einsatz auf der Piste hat das Moonbike ebenso. “Kurz noch zur Bremse: die hat einen Unterbrechungsschalter. Das heißt, lieber die Hand am Lenker lassen und nur an die Bremse greifen, wenn man muss”, gibt der 32-Jährige noch mit für die erste Probefahrt.

Tipps und Tricks

Nach der ersten Probefahrt verrät Jonas noch ein paar Tipps, damit es dann auch wirklich klappt: “Es fühlt sich an, als würde man mit eckigen Reifen Motorrad fahren. Es kostet schon etwas Überwindung, das Bike auf die Kante zu drücken und auf der Ecke zu fahren.” Dabei wäre genau das bei der Fahrt auf dem Moonbike wichtig. “Wenn man es plain fährt, fängt es an zu schlingern”, erklärt Jonas. Das heißt, wenn man das Moonbike flach fährt, fängt die Front an zu schlingern und man gerät schnell außer Gleichgewicht. Außerdem sei es ratsam, die Sitzposition möglichst an der vordersten Kante des Polsters einzunehmen. Dann gehts nochmal einige Runden auf den Bikes durch den Park.

Auch ein paar Tipps und Tricks hat der Profi parat.

20 Minuten Fahrspaß im Moonbike-Park Gargellen kosten 40 Euro. Ab 14 Jahren und einer Körpergröße von 140 Zentimetern darf gefahren werden. Buchungen sind online oder direkt vor Ort möglich.

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