Mützen für Chemopatienten: Fairtrade in Peru hergestellt und in Thüringerberg verkauft

VN / 11.03.2023 • 15:00 Uhr
Seit Neuestem gibt es Mützen aus Alpakawolle im Sortiment von „Holzmichl‘s Alpakas“. <span class="copyright">HAB</span>
Seit Neuestem gibt es Mützen aus Alpakawolle im Sortiment von „Holzmichl‘s Alpakas“. HAB

Bei „Holzmichl’s Alpakas“ gibt es Mützen, die für Chemopatienten eine angenehme Kopfbedeckung sind.

Thüringerberg Friseurin Sandra Schenk aus Feldkirch und Alpakazüchter Michael „Holzmichl“ Müller aus Thüringerberg haben gemeinsam eine Mütze aus Alpakawolle namens „alKaPa“ entwickelt. Wenn die Haare ausgehen und man sich einfach vor der Welt verkriechen möchte, dann sind die Strickkappen aus Alpakawolle namens „alKaPa“ eine Wohltat für Körper und Seele. Als Betreiberin eines Perückengeschäfts erkannte die Friseurin den Bedarf nach kuschelweichen Kappen für Patientinnen und Patienten, die eine Chemotherapie durchmachen müssen und dabei häufig ihre Haare verlieren.

Elf Alpakas hat Michael Müller. Mit ihnen bietet er geführte Wanderungen an.
Elf Alpakas hat Michael Müller. Mit ihnen bietet er geführte Wanderungen an.

Aber was macht nun die Alpakawolle so besonders? Das ist schnell erklärt: „Die Faser ist unglaublich fein und innen hohl. Aufgrund ihrer thermischen Eigenschaften isoliert die Wolle bei Kälte und gibt bei Hitze Wärme ab. Außerdem wird Körperfeuchtigkeit von den hohlen Fasern aufgenommen und wie die Wärme abgeführt.“ Dank der natürlichen Beschaffenheit der Wollfaser sind die Mützen sehr angenehm und wohltuend zu tragen. Dazu kommt, dass die Alpakawolle nicht so kratzt wie Schafwolle, sie ist außerdem eine antiallergische Wollsorte, die sogar von Wollallergikern problemlos getragen werden kann.

Diese Besonderheiten der Wolle und die Idee der Friseurin haben schlussendlich auch den Alpakazüchter Giovi und Oliver Wolf in Peru beim Projekt „alKaPa“ zusammengebracht.

Fair-Trade-Gedanke im Vordergrund

Es war Anfang der 2000er-Jahre, als Michael Müller das erste Mal ein Alpaka im Fernsehen sah: „Da wurde mein Interesse geweckt. Ich informierte mich, besuchte mehrere Alpaka-Halter und absolvierte einen Kurs für die Haltung der Tiere. Seit August 2019 ist ‚Holzmichl’s Alpakas‘ mit jetzt elf Tieren ein offizielles Unternehmen. Neben der Haltung der wundervollen Tiere verkaufen wir Kissen und Bettdecken aus der Wolle unserer Alpakas und veranstalten Alpaka-Trekkingtouren und ab heuer auch ‚Hike and fly‘. Hier verbinden wir das Wandern mit einem Hubschrauberflug.“

Michael Müller erzählt: „Durch Giovi und Oliver Wolf kam die Verbindung nach Peru zustande. Die Alpakawolle für diese Mützen stammt ausschließlich von kleinen Bauernhöfen des peruanischen Hochlandes, es werden also nur die kleinsten Betriebe in Peru unterstützt. Diese Betriebe spinnen und färben die Wolle mit natürlichen und biologischen Farben; handgestrickt wird dann von Frauen, die im ganzen Land verteilt leben. Somit wird durch diese Mützen den Familien mit einem fairen Lohn ein angenehmes und sorgloses Leben finanziert. Die Strickerinnen erhalten je nach Produkt bis zu 168 Soles am Tag und werden somit sehr weit über dem peruanischen Durchschnitt bezahlt.“ Diese soziale Komponente bei der Herstellung der Mützen ist Sandra Schenk und Michael Müller sehr wichtig, für sie steht der Fair-Trade-Gedanke im Vordergrund. HAB