In Sulz werden Gemüse-Teiler gesucht

VN / 05.03.2023 • 15:00 Uhr
Lea Wimmer mit den ersten Gemüsepflanzen. <span class="copyright">vn/Paulitsch</span>
Lea Wimmer mit den ersten Gemüsepflanzen. vn/Paulitsch

Solidarische Landwirtschaft als Gemeinschaft zwischen Erzeuger und Konsument. Neues Projekt entsteht gerade in Sulz.

Sulz Regionale Lebensmittel zu kaufen, liegt im Trend. Immer mehr Menschen wollen genau wissen, was auf ihre Teller kommt. Neben dem Einkauf auf dem Wochenmarkt oder dem Bezug einer Gemüsekiste ist die solidarische Landwirtschaft (Solawi) eine weitere Möglichkeit, regionales Gemüse zu beziehen. Das Konzept, das dahinter steckt, ist eine starke Gemeinschaft zwischen den Konsumenten und dem landwirtschaftlichen Produzenten.

Der Acker der Solawi in Sulz. <span class="copyright">vn/PAulitsch</span>
Der Acker der Solawi in Sulz. vn/PAulitsch

Konkret finanziert eine Gruppe von Menschen die landwirtschaftliche Tätigkeit, erhält dafür die Ernte und kann auf verschiedene Weise mitarbeiten, trägt aber auch alle Risiken, die beispielsweise durch einen Ernteausfall entstehen können.

Auch in Vorarlberg wurden in den vergangenen Jahren ein halbes Dutzend Solawi-Projekte gegründet, ein neues entsteht gerade in Sulz.

Das Grundstück liegt direkt an der Straße Richtung Sulz/Röthis, links das Gelände von Stauden Kopf. <span class="copyright">vn/PAulitsch</span>
Das Grundstück liegt direkt an der Straße Richtung Sulz/Röthis, links das Gelände von Stauden Kopf. vn/PAulitsch

Lea Wimmer (38) und Thilo Hanser (30) sind die Landwirte hinter dem Projekt. „Wir haben das Grundstück gepachtet und es war klar, dass es eine Solawi werden soll. Denn wir glauben an das Prinzip.“ Denn hier trage die Gemeinschaft sowohl den Mehrwert als auch die Risiken gemeinsam. „Wir haben ein fixes Budget, was uns zu Beginn der Saison die notwendige Sicherheit gibt“, betont Lea Wimmer.

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Kleine, mittlere oder große Anteile

Insgesamt sollen in Sulz rund 40 Anteile in kleiner, mittlerer und großer Ausführung vergeben werden. „Der kleinste Anteil entspricht einem Ein-Personen-Haushalt, der große einem Vier-Personen-Haushalt“, konkretisiert Wimmer.

Wie hoch die Mitgliedsbeiträge sind, sei noch nicht final fixiert, beim kleinsten Anteil spreche man aber von rund 600 Euro im Jahr. Dafür bekomme man an 32 bis maximal 36 Kalenderwochen im Jahr wöchentlich einen Anteil an der Ernte. Zudem fällt ein Investitionsbetrag an.

Lea Wimmer freut sich, dass es nun losgeht. <span class="copyright">vn/Paulitsch</span>
Lea Wimmer freut sich, dass es nun losgeht. vn/Paulitsch

Erste Mitglieder an Bord

Die ersten Mitglieder beziehungsweise “Ernteteiler” für die Solawi-Sulz sind bereits an Bord. Einer davon ist Harald Kerschbaumer (68). Der pensionierte Zahntechniker aus Klaus schätzt den Gemüseanbau in der Nachbarschaft. „Ich kann sehen, wo es wächst. Dazu kommt das soziale Miteinander. Man lernt viele unterschiedliche Menschen kennen.“ Er selbst schätzt es, am Acker mitzuhelfen. Verpflichtend ist das in Sulz allerdings nicht. „Wir haben unterschiedliche Menschen dabei, die einen haben Zeit, andere weniger. Deshalb ist Mitarbeit bei uns freiwillig“, sagt Lea Wimmer.

Harald Kerschbaumer und Lea Wimmer auf dem Acker. <span class="copyright">vn/PAulitsch</span>
Harald Kerschbaumer und Lea Wimmer auf dem Acker. vn/PAulitsch

Über Umwege zur Landwirtschaft

Zur Landwirtschaft kamen sie und Thilo Hanser übrigens über Umwege. Er ist gelernter Spengler, sie ist gelernte Bekleidungstechnikerin und Modistin. In den letzten Jahren arbeiteten aber beide in Solawi-Projekten. Lea Wimmer hat zudem den Abschluss als Facharbeiterin für Feldgemüsebau. „Ich habe einfach meiner Leidenschaft nachgegeben.“

Infoveranstaltungen

Jeweils am Samstag (11. März, 18. März, 25. März) um 14 Uhr, direkt auf dem Acker (bei Stauden Kopf); Mehr Informationen unter garten@solawi-bodenkultur.at

Die Fläche des Ackers beträgt rund 4500 Quadratmeter. <span class="copyright">vn/PAulitsch</span>Der Wunsch von Lea Wimmer wäre ein Folientunnel beziehungsweise ein Gewächshaus. Aber dazu müsste die Freihaltefläche von der Gemeinde erst in Landwirtschaftsfläche gewidmet werden.
Die Fläche des Ackers beträgt rund 4500 Quadratmeter. vn/PAulitschDer Wunsch von Lea Wimmer wäre ein Folientunnel beziehungsweise ein Gewächshaus. Aber dazu müsste die Freihaltefläche von der Gemeinde erst in Landwirtschaftsfläche gewidmet werden.