Flugretter in Vorarlberg im Dauereinsatz

Vor allem am Samstag gab es für die Hubschrauberbesatzungen in Vorarlberg kaum eine ruhige Minute.
Feldkirch Dieses Wochenende lockte die Wintersportler in die Berge, gerade der Samstag überzeugte vielerorts mit Höhensonne und klarem Himmel. Im Umkehrschluss bedeutete dies auch Dauerstress für die Vorarlberger Flugretter.

So zählte die Rettungs- und Feuerwehrleitstelle (RFL) allein am Samstag 33 Einsatzflüge in Vorarlberg. Mit 18 weiteren Flügen war der Sonntag, mit Stand 15 Uhr, nur relativ ruhiger als der Vortag. 33 Flüge an einem Tag allein in Vorarlberg sei “relativ viel”, wie auch ein Vergleich mit den Semesterferien zeigt: Hier zählt der Dienstag, der 21. Februar, als der einsatzstärkste Tag für die 17 Notarzthubschrauber der ÖAMTC-Flotte mit 103 Einsatzflügen in ganz Österreich.
Klaus Drexel Anfang Februar zur Einsatzlage
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Dieses Wochenende waren es laut der RFL vor allem Schulter- und Oberschenkelverletzungen, die für Hubschraubereinsätzen im hochalpinen Raum sorgen. “Es ist die Hölle los”, fasst es auch Artur Köb zusammen. Er ist der Hauptverantwortliche der Bergrettung für den ÖAMTC-Hubschrauber im Land, Christophorus 8, und war dieses Wochenende selbst im Einsatz. Nach den schwachen Wintersaisonen während der Pandemie spiele auch die mangelnde Fitness und Übung vieler Wintergäste eine Rolle, wie sich bereits in den vergangenen Monaten zeigte.
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Im benachbarten Tirol war das Wochenende ähnlich unfalllastig: Im osttirolerischen Innervillgraten wurden auf 2400 Meter Seehöhe zwei deutsche Skitourengeher am Samstagnachmittag von einer Lawine mitgerissen. Ein 59-Jähriger wurde dabei teilweise verschüttet, blieb aber unverletzt. Eine 60-jährige Landsfrau wurde zwar nicht verschüttet, erlitt aber Verletzungen, berichtete die Polizei. Sie wurde mit dem Rettungshubschrauber in das Krankenhaus nach Lienz geflogen. Dabei ist die Lawinenwarnstufe wie auch in Vorarlberg mit Warnstufe 1 als gering eingestuft. Hinzu kommen allein am Samstag vier Schwerverletzte durch Unfälle in tirolerischen Skigebieten.
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Vonseiten der RFL Vorarlberg ist man derweil noch vorsichtig bei der Frage nach einer vorläufigen Bilanz für die Wintersaison. Denn einerseits gibt es zwar viele Einsätze im Hochgebirge, viele Skigebiete in mittleren und niedrigen Lagen sind jedoch aufgrund des Schneemangels diesen Winter nur eingeschränkt geöffnet gewesen. 2022 flog der in Vorarlberg stationierte Christophorus 8 insgesamt 993 Einsätze, im Coronajahr 2021 waren es noch 755. Den Großteil der Einsätze machen dabei internistische und neurologische Unfälle aus, erst danach folgen Unfälle.