Wo Rassismus keinen Platz hat

VN / 09.02.2023 • 15:40 Uhr
Bei der Premiere in der Remise. <span class="copyright">Wagner</span>
Bei der Premiere in der Remise. Wagner

Jugendarbeiter Marco Wagner setzt sich für ein friedliches Miteinander ein.

Bludenz “Rassismus ist nicht nur ein Problem in Amerika, sondern auch in Vorarlberg”, sagt Marco Wagner, Jugendarbeiter der offenen Jugendarbeit Bludenz “Villa k”. Richtig bewusst wurde ihm das, als er eine Solidaritätskundgebung gegen Rassismus besuchte. “Ich habe viele junge Menschen dort kennengelernt, die auf der Demo gesprochen haben”, schildert er.

Marco Wagner ist Jugendarbeiter bei der OJA "Villa k" in Bludenz. <span class="copyright">vn/pem</span>
Marco Wagner ist Jugendarbeiter bei der OJA "Villa k" in Bludenz. vn/pem

“Dann sind wir drauf gekommen, dass sie aus Vorarlberg stammen. Sie sind hier aufgewachsen, haben einen Migrationshintergrund und eben unterschiedliche Hautfarben.” Den Jugendlichen lag das Thema auf dem Herzen und sie wollten die Problematik öffentlich ansprechen. So ist die Idee zum Projekt “Rassismusschichtsein – Meine Welt ohne Rassismus” zusammen mit ihnen, Marco Wagner und seinem Arbeitskollegen Antonio Della Rossa, sowie der Studentin Luisa Bahl entstanden.

Der Vorarlberger setzt sich gegen Rassismus ein. <span class="copyright">wagner</span>
Der Vorarlberger setzt sich gegen Rassismus ein. wagner

Erfahrungsberichte

“Rassismusschichtsein – Meine Welt ohne Rassismus” ist ein Kurzfilm, in dem sechs Jugendliche von ihrer Erfahrung sprechen. Dabei erzählen sie von rassistischen Angriffen und Äußerungen, sowie Ausgrenzung, die sie selbst zu spüren bekommen haben.

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Auf das Projekt gab es größtenteils positive Reaktionen: “Viele Lehrer und Lehrerinnen haben davon geschwärmt und gemerkt, dass es an den Schulen immer wieder ein Thema ist. Sie wollten die Interviews auch in den Schulen zeigen.” Trotzdem hat das Video ebenfalls auf Anfeindungen gestoßen, vor allem in den sozialen Medien.

Hinter den Kulissen bei den Dreharbeiten vom Kurzfilm.<span class="copyright"> wagner</span>
Hinter den Kulissen bei den Dreharbeiten vom Kurzfilm. wagner

“Die Kommentare waren teilweise sehr gehässig, mit menschenfeindlichen Aussagen”, schildert Wagner. “Ich habe die Gegenkommentare gemacht. Die Jugendlichen haben das mitbekommen, aber ich wollte sie nicht zu sehr hineinziehen. Meine Aufgabe als Jugendarbeiter ist es, sie zu schützen.”

Es wurde in Bludenz gedreht. <span class="copyright">wagner</span>
Es wurde in Bludenz gedreht. wagner

Im Endprojekt, das am Ende auch in der Remise Bludenz zu sehen war, wurden die Kommentare verarbeitet. Aus diesem Grund sind solche Kampagnen von größter Bedeutung. “Es war eine Bestätigung für unser Projekt, darum machen wir sowas, weil es Menschen mit rassistischer Denkweise gibt, die Hass in sich tragen”, erläutert der Jugendarbeiter.

Die Jugendlichen wusste nicht was für Fragen auf sie zukommen werden. <span class="copyright">wagner</span>
Die Jugendlichen wusste nicht was für Fragen auf sie zukommen werden. wagner

Neues Projekt in Planung

Rassismus erfahren nicht nur Menschen, die seit geraumer Zeit hier leben, sondern auch Flüchtlinge. “Das Thema für das neue Projekt wird auch wieder Diskriminierung sein, aber dieses Mal mit Menschen mit Fluchterfahrung”, erklärt Marco Wagner. Der Fokus wird nicht auf der Flucht selbst sein, sondern auf der positiven Integration. “Was am Anfang für sie schwer war, was ihnen geholfen hat, was sie gelernt haben und vielleicht, was sie sich noch wünschen würden von anderen Leuten im Umgang”, erläutert er. Es wird wieder ein Kurzfilm, der eine optimistische Message vermitteln sollte. “Ich möchte einen Beitrag leisten zur Stärkung von Demokratiekultur. Ich bin ein Fan von Vielfalt.” Die Arbeit daran bereitet ihm große Freude: “Da habe ich das Gefühl, dass es eine sinnvolle Aufgabe ist und dass ich einen Beitrag für das friedliche Miteinander leiste.”