Neujahrsempfang der Stadt Bludenz: Mit voller Energie ins neue Jahr

VN / 13.01.2023 • 17:15 Uhr
Bgm. Simon Tschann, Landesrat Christian Gantner und Gerd Wegeler (illwerke vkw) waren die Redner beim Neujahrsempfang der Stadt Bludenz. <span class="copyright">Alle Bilder: SCO</span>
Bgm. Simon Tschann, Landesrat Christian Gantner und Gerd Wegeler (illwerke vkw) waren die Redner beim Neujahrsempfang der Stadt Bludenz. Alle Bilder: SCO

Die Stadt Bludenz lud zum Neujahrsempfang in den Stadtsaal. Gastredner war Gerd Wegeler, designierter Vorstand der illwerke vkw.

Bludenz Für Simon Tschann war es sein erster Neujahrsempfang als Bürgermeister der Stadt Bludenz, obwohl er schon zweieinhalb Jahre im Amt ist. Drei Wochen nach Angelobung kam der erste Lockdown. Trotz dieser Entschleunigung war der Bürgermeister nicht untätig. Energietechnisch hat die Stadt einiges auf die Beine gestellt, wie zum Beispiel eine PV-Anlage auf das Dach der Remise installiert. „Wir haben viele Projekte ins Rollen gebracht“, sagte Simon Tschann. Natürlich sei nicht jeder Tag ein Zuckerschlecken, „aber mir taugt‘s“. Der Fokus in 2023 liegt klar auf der Volksschule Mitte, die für 22 Millionen Euro erweitert wird, denn der Bildungsbereich spiele eine große Rolle, doch auch Themen wie Digitalisierung, Service und Nachhaltigkeit kommen nicht zu kurz.

Simon Tschann hielt die Begrüßungsrede. Sebastian Naier moderierte.
Simon Tschann hielt die Begrüßungsrede. Sebastian Naier moderierte.
Jürgen Schacherl (Alpinale), LAbg. Nadine Kasper
Jürgen Schacherl (Alpinale), LAbg. Nadine Kasper

Als Gastredner wurde Gerd Wegeler, designierter Vorstand der illwerke vkw, eingeladen, der mit seinem Vortrag dem diesjährigen Motto des Neujahrsempfangs „Mit voller Energie ins neue Jahr“ gerecht wurde. So sprach er über zwei größere Projekte in Bludenz/ Bürs – das Biomasseheizwerk und das Lünerseewerk 2.

Zu später Stunde schenkte Simon Tschann selber aus. Marlies Widerin unterstütze ihn dabei.
Zu später Stunde schenkte Simon Tschann selber aus. Marlies Widerin unterstütze ihn dabei.
Gerlinde und Josef Concin
Gerlinde und Josef Concin

Nahwärme für Bludenz/ Bürs

In Bludenz/Bürs soll die Nahwärmeversorgung ausgebaut werden. Die illwerke vkw haben zusammen mit der Stadt Bludenz, der Gemeinde Bürs und der KHBG eine Machbarkeitsstudie erstellt, die positive Ergebnisse lieferte. Man habe bereits das Kernversorgungsgebiet definiert, das sich jedoch im Laufe des Projektes noch ändern kann, je nach Anschlussinteresse und Potenzial. Jetzt gilt es im nächsten Schritt, eine Betriebsgesellschaft zu gründen.

Arno Sprenger, Andrea Mallitsch, Larissa Heiseler, Christian Födinger und Wolfgang Eichler (alle Sparkasse Bludenz).
Arno Sprenger, Andrea Mallitsch, Larissa Heiseler, Christian Födinger und Wolfgang Eichler (alle Sparkasse Bludenz).
Edgar Fleisch (Stadtmusik) und Beat Fleisch (Primus Immobilien)
Edgar Fleisch (Stadtmusik) und Beat Fleisch (Primus Immobilien)

Das 15 Kilometer lange Nahwärmenetz wird über mehrere Bauetappen errichtet. Im Grundausbau sollen 300 bis 400 Objekte mit bis zu 20 Millionen kWh Wärme versorgt werden. Wo genau das neue Biomasseheizwerk entstehen soll, ist noch nicht klar, aber man sei bereits auf Standortsuche und habe ein Grundstück nahe der Umspannanlage Bürs im Visier. Industrielle Abwärme soll integriert werden, um den Wärmebedarf in den Sommermonaten zu decken. Durch die Nutzung der Abwärme vom geplanten Lünerseewerk 2 kann das Netz weiter ausgebaut werden. 2025/26 soll das Biomasseheizwerk in Betrieb gehen.

HYPO Vorarlberg: Claudio Lenzi (Firmenkundenberater), Nikolas Kositz (Firmenkundenberater, Hannes Bodenlenz (Filialleiter, Privatkunden) und Peter Meyer (Filialdirektor, Firmenkunden)
HYPO Vorarlberg: Claudio Lenzi (Firmenkundenberater), Nikolas Kositz (Firmenkundenberater, Hannes Bodenlenz (Filialleiter, Privatkunden) und Peter Meyer (Filialdirektor, Firmenkunden)
Altbürgermeister Othmar Kraft mit Rosmarie und Karl-Heinz Martin
Altbürgermeister Othmar Kraft mit Rosmarie und Karl-Heinz Martin

Zwei-Milliarden-Euro-Projekt

Das größte Projekt der illwerke vkw ist das Lünerseewerk 2, das zwei Milliarden Euro kosten wird. Das leistungsfähigste Pumpspeicherkraftwerk Österreichs hat eine 1000 Megawatt Turbinen- und Pumpleistung, da die enorme Fallhöhe von 1350 Höhenmetern von Brand bis Bürs hohen Druck erzeuge. 8,5 Kilometer lang ist der Druckstollen, der mit einer Tunnelbohrmaschine gebaut wird. Bei der Hälfte befindet ist ein 71 Meter hohes Maschinenkrafthaus, das technologisch in seiner Form einzigartig sei. Das Lünerseewerk 2 wird komplett unterirdisch gebaut, sodass Bürger von den Bauarbeiten (außer Transporte) und auch später vom Betrieb der Anlage kaum etwas mitbekommen werden. „Wir halten die Belastungen gering und schauen auf eine gutverträgliche Abwicklung“, so Wegeler. Zusätzliches Wasser wird für den Betrieb nicht benötigt, weshalb der Bau und Betrieb der Anlage „ökologisch vertretbar“ ist.

Unternehmer Harald Müller, Astrid Honold (Seelsorgeraum Bludenz) und Bgm. Simon Tschann
Unternehmer Harald Müller, Astrid Honold (Seelsorgeraum Bludenz) und Bgm. Simon Tschann
Kulturmanagerin Sabine Grohs mit Künstler Roland Haas.
Kulturmanagerin Sabine Grohs mit Künstler Roland Haas.
Stefan Rauch (Wohncult 85) mit Alice Aigner (übernimmt ab Februar das Pinocchio Kinderparadies Bludenz, links im Bild) und Karoline Schaffenrath (Schlosserei-Schlüsselzentrale).
Stefan Rauch (Wohncult 85) mit Alice Aigner (übernimmt ab Februar das Pinocchio Kinderparadies Bludenz, links im Bild) und Karoline Schaffenrath (Schlosserei-Schlüsselzentrale).

Bis 2025 sei die Projektentwicklung abgeschlossen. Momentan setzen sich die Ingenieure mit der Planung und dem Bauablauf auseinander. Geplanter Baubeginn ist nach Beendigung des UVP-Verfahrens 2030/31 und die Inbetriebnahme soll 2037/38 erfolgen. Das Pumpspeicherkraftwerk sei maßgeschneidert für die Energiewende, kann man doch mit ihm die Energie schnell regeln und diese in größeren Mengen speichern. Mit dem Lünerseewerk 2 könne man das gesamte Land mit Energie versorgen. Die Umspannanlage in Bürs könnte man optimal mitbenutzen, um die Energie weiter zu verteilen.

Monika Vonier, Perrine Getzner, Andrea Mallitsch.
Monika Vonier, Perrine Getzner, Andrea Mallitsch.
Nicole und Joachim Weixlbaumer.
Nicole und Joachim Weixlbaumer.

Angespannte Energiesituation

Die Energiesituation in Europa sei angespannt. Aufgrund von Trockenheit und den daraus resultierenden niedrigen Wasserständen wurden letztes Jahr 20 Prozent weniger Strom aus Wasserkraft erzeugt. Niedrige Flusspegel erschwerten den Kohletransport, Kernkraftwerke in Frankreich hatten Kühlprobleme oder waren in Revision und aufgrund des Ukraine-Kriegs ging der Prozentsatz des Gases, das Österreich aus Russland importiert, drastisch zurück. Energiesparen sei das Gebot der Stunde, denn „weniger Energieverbrauch bedeutet eine höhere Versorgungssicherheit“.

Christian Gantner hielt auch eine kurze Rede.
Christian Gantner hielt auch eine kurze Rede.
Die Stadtmusik Bludenz.
Die Stadtmusik Bludenz.

Es gebe bereits drei Energieeinsparinitiativen: die mission11 (Bund), #vorarlbergspartenergie (Land) und die Energiesparaktion mit Energiebonus. Der Jahresspeicher der Speicherseen Silvretta, Kops und Lünersee wird höher gehalten, um Reserven zu schaffen. 700 Gigawattstunden in Erdgasspeichern sind für drei Jahre gesichert. Wie sich das Jahr 2023 energietechnisch entwickelt, hänge von verschiedenen Faktoren ab, wie beispielsweise der Stand der Speicherstände zum Ende des Winters, die Leistung durch Wasserkraft nach dem Trockenjahr 2022, das Windaufkommen, die Entwicklung der Gasimporte nach Europa und der Ausbau erneuerbarer Energien. Gegen einen Blackout seien die illwerke vkw aber bestmöglich vorbereitet, versicherte Gerd Wegeler, denn in Vorarlberg hätte man schwarzstartfähige Kraftwerke, die das Netz wieder aufbauen.

LAbg. Christoph Thoma, Vroni Bolter und Nikola Bartenbach (Stadt).
LAbg. Christoph Thoma, Vroni Bolter und Nikola Bartenbach (Stadt).
Voller Stadtsaal.
Voller Stadtsaal.
Kulturstadtrat Cenk Dogan und Sandro Tomić (Externa Personalmanagement)
Kulturstadtrat Cenk Dogan und Sandro Tomić (Externa Personalmanagement)

Die Stadtmusik Bludenz, die dieses Jahr ihr 175-jähriges Jubiläum feiert, spielte während der einzelnen Programmpunkte auf. Auch Landesrat Christian Gantner widmete sich in seiner Rede unter anderem der Energiequellen. Diese seien für ihn seine Familie, die eigene Landwirtschaft und Veranstaltungen wie diese hier, der einige bekannte Gesichter beiwohnten. So waren die Stadträte Cenk Dogan, Martina Brandstetter, Andrea Mallitsch und Catherine Muther anwesend, aber auch Vizebürgermeisterin Eva Peter. Den Landtag repräsentierten nicht nur Christian Gantner, sondern auch die Landtagsabgeordneten Harald Witwer, Christoph Thoma, Nadine Kasper, Andrea Schwarzmann und Landtagsvizepräsidentin Monika Vonier. Auch viele Vertreter aus der Wirtschaft kamen zum Neujahrsempfang, wie Thomas Schreiber und Arno Sprenger von der Sparkasse Bludenz.

Hans Getzner, Stadtmusik-Obfrau Doris Tagwerker, Günter Tschenett
Hans Getzner, Stadtmusik-Obfrau Doris Tagwerker, Günter Tschenett
Katrin Ibele (Sonnenschein Optik Ibele) und Irina Ibele (Engel &amp; Völkers Vorarlberg)
Katrin Ibele (Sonnenschein Optik Ibele) und Irina Ibele (Engel & Völkers Vorarlberg)
Steuerberater Heinz Liepert, Thomas Lorünser (<em>Photeon</em> Technologies) und Bernd Widerin (Widerin &amp; Sam Rechtsanwälte)
Steuerberater Heinz Liepert, Thomas Lorünser (Photeon Technologies) und Bernd Widerin (Widerin & Sam Rechtsanwälte)