Postareal Thüringerberg: Langsam wird es konkret

Bürgermeister Wilhelm Müller berichtet über den Projektstand des Postareals und wie es damit weitergehen soll.
Thüringerberg Auch wenn es nicht den Anschein macht, im Hintergrund passiert einiges rund um das Postareal in Thüringerberg. Auf diesem soll ein neues Gebäude errichtet werden mit Wohnungen, einem Dorfladen, einer Bücherei mit einem kleinen Café sowie einem 70 Quadratmeter großen Veranstaltungsraum. Die Arbeitsgruppe „Postareal“ beschäftigt sich regelmäßig mit dem Thema und lud bereits mehrere Experten ein.

So informierte Thomas Schöpf, Geschäftsführer der Wohnbauselbsthilfe, über Projekte in vergleichbaren Gemeinden. Die Thüringerberger wurden zu ihren Wohnbedürfnissen befragt, mit dem Ergebnis (es gab 111 Rückmeldungen), dass die meisten von ihnen Eigentum wollen. Die Wohnungsanzahl stehe noch nicht fest, jedoch kristallisierte sich bei der Umfrage der Wunsch nach kleineren Wohnungen heraus. „Dies werden wir bei der Planung berücksichtigen“, sagt Bürgermeister Wilhelm Müller.

Sennereiladen mit Grundsortiment
Zum Thema Nahversorgung wurde Karlheinz Marent vom Verein Dörfliche Nahversorgung und Lebensqualität eingeladen, um die Anforderungen an einen neuen Nahversorger zu eruieren. Mit ihm haben die Mitglieder der Arbeitsgruppe Exkursionen zu anderen Dorfläden im Bregenzerwald, Unterland, Walgau und zum Dorfhaus Düns gemacht. „Wir haben uns einige Beispiele angeschaut“, so der Bürgermeister. Karlheinz Marent begleitet den Prozess zur Situierung und Unterbringung des Ladens. Die Sennereigenossenschaft Thüringerberg ist als Betreiber des Nahversorgers im Gespräch. Dabei soll der bestehende Sennereiladen ins Zentrum verlegt werden, um den Ortskern weiter zu beleben. Der Sennereiladen würde aber nicht nur Käse, sondern ein komplettes Grundsortiment für die Thüringerberger anbieten, welches von ADEG käme.

Im Zuge der Umsiedlung der Bibliothek wird ein kleines Café integriert. So können Eltern bei einem Kaffee Zeitung oder ein Buch lesen, während ihre Kinder draußen auf dem Spielplatz der Volksschule spielen. Die Bibliothek hat eine gute Sicht auf den Spielplatz sowie einen Zugang dorthin.
Geschwindigkeitsreduzierung
Alexander Kuhn vom Büro Besch+Partner informierte die Arbeitsgruppe aus fachlicher Sicht über eine verträgliche Verkehrsabwicklung auf der Landesstraße. Ziel ist es, eine höhere Aufenthaltsqualität zu erreichen und damit das Ortszentrum zu stärken. „Wir wollen mit dem Bau eine Beruhigung schaffen. Die 50 km/h in diesem Bereich müssen in Zukunft reduziert werden“, sagt Wilhelm Müller. Auf der anderen Seite des Postareals liegen der Kindergarten und die Feuerwehr, Fußgänger, die die Straße dort queren, sind also keine Seltenheit. Gerade im Hinblick auf den Schwerverkehr sei eine Verkehrsberuhigung unabdingbar.

Das Büro Besch+Partner plant nicht nur die Tiefgarage, sondern auch die neue Zufahrt zu den Häusern unterhalb des Postareals. Momentan fahren die Anwohner noch über den Volksschulplatz. Da die Gemeinde diesen bebauen will, soll eine neue Zufahrtsstraße östlich des Postareals verlegt werden. Laut Wilhelm Müller habe man bereits Gespräche mit den Nachbarn geführt, eine Dienstbarkeitsvereinbarung steht noch aus.

Bürgermeister Wilhelm Müller hofft, dass sich die Immobilienpreise bald wieder normalisieren.
Baubeginn 2024 möglich
Die Gemeindevertretung muss das Vorhaben im Frühjahr erst noch genehmigen. Bis dahin müssen noch einige Punkte geklärt werden. Die Finanzierung ist ebenfalls noch völlig offen, eine Förderung würde die Gemeinde aber sicherlich bekommen. Dieses Jahr startet die Gemeinde voraussichtlich mit dem Architektenwettbewerb. Wenn die Architekten ihre Entwürfe bis Winter eingereicht haben, könnte der Baubeginn 2024 über die Bühne gehen. „Wir hoffen, dass sich die Immobilienpreise bis dahin normalisieren“, ist Wilhelm Müller zuversichtlich. Denn der Bedarf sei gegeben, die Wohnungen gleich weg. Warum sich das Projekt so zieht, begründet der Bürgermeister mit der „enormen Vorbereitungszeit“, da viele öffentliche Einrichtungen daran beteiligt sind.