Gestohlene Gin-Kugel: „Wie ein Baby, das einem entrissen wurde“

Was die Kantonspolizei Thurgau zum außergewöhnlichen Diebstahl aus dem Bodensee sagt.
Romanshorn, Schwarzach Aus dem Bodensee bei Romanshorn ist vergangene Woche eine 800 Kilogramm schwere Edelstahlkugel mit 220 Liter Gin der Manufaktur „Ginial“ abhandengekommen. Vermutlich gestohlen, aus einer Tiefe von 23 Metern (die VN berichteten).

„Keine Österreicher“
Die Kantonspolizei Thurgau hat inzwischen die entsprechenden Ermittlungen aufgenommen, wie Mediensprecher Michael Roth am Donnerstag auf Anfrage der VN bestätigte. Eines schließt die Schweizer Polizei zumindest aus, wie Roth gegenüber den VN scherzhaft bemerkte: „Es gibt keine Hinweise darauf, dass Österreicher hinter dem Diebstahl stecken.“
Jedenfalls müssen die Täter mit einem Spezial-Equipment am Werk gewesen sein. „So eine Kugel steckt man ja nicht einfach in die Hosentasche. Aber wie gesagt, noch gibt es keine Hinweise zur Täterschaft“, so der Mediensprecher weiter.
Geplante Aktion



Die Betreiber der Manufaktur, Cello Fisch und Jenny Strohmeier, sind fassungslos: Für Fisch ist klar, dass es sich dabei um eine geplante Aktion gehandelt haben muss. Er sagt: “Es ist wie ein Baby, das einem entrissen wurde.” Um ihrem Gin ein besonderes Aroma zu verleihen, lässt der Inhaber der Romanshorner Gin Manufaktur seinen Gin im Bodensee reifen. In 23 Metern Tiefe wurde dieser in einer 220 Liter Kugel während zehn Wochen gelagert. Um den Gin zu sichern, wurde er zusätzlich an einem Betonsockel befestigt. Jetzt ist die Kugel verschwunden und mit ihr rund 40.000 Franken.
Kein Versicherungsschutz
Neben dem gestohlenen Gin sind für die Besitzer nun auch die speziell angefertigten Flaschen sowie die zugehörigen Seesäcke nutzlos. Viele Kunden unterstützen nun allerdings das Geschäft durch den Kauf der Flaschen und Säcke, welche zum Herstellungspreis erworben werden können. Fisch sagt: “Da es ein unüblicher Versicherungsfall ist, haften wir selber für den verlorenen Umsatz.“

FM1Today / ZvG
