Zeiten des Umbruchs in Ludesch

Das Leader-Projekt „Stein.um.bruch Ludesch 2035“ ist gestartet. Bereits Ende nächsten Jahres sollen drei konkrete Projektideen für die Weiternutzung des Steinbruchs in Ludesch feststehen. Bis dahin werden dort einige Veranstaltungen ausgetragen.
Ludesch Was soll mit dem Steinbruch in Ludesch künftig passieren? Abgebaut wird dort seit Jahren nichts mehr, ihn der Natur überlassen will man aber auch nicht unbedingt. Deshalb ist ein Leader-Projekt mit dem Titel „Stein.um.bruch Ludesch 2035“ gestartet, angeleitet und koordiniert von Gerda Schnetzer-Sutterlüty.

In der Broschüre zur Projektvorstellung heißt es: „Der Steinbruch in Ludesch kann durch seine Größe und Lage vielfältige und parallele Nutzungsmöglichkeiten abseits des Bergbaus bieten. Schon lange bevor einer möglichen Stilllegung – jetzt in dieser frühen Phase 2022/23 – soll der Steinbruch für verschiedenste Aktivitäten und Veranstaltungen genutzt und in Etappen über die Jahre ausgebaut werden.“ Betrieben wird der Steinbruch von der Transbeton GmbH & CoKG mit Philipp Tomaselli als Gesellschafter und Franz Peter Kaiser als Geschäftsführer. Gehören tut das Grundstück aber der Agrargemeinschaft Stocklosungsfond Ludesch mit Obmann Josef Pfefferkorn und Mathias Sparr an der Spitze.

Erste Veranstaltungen bereits fix
Franz Kaiser von Transbeton freut sich über eine Nachnutzung des Steinbruchs. „Seit über 120 Jahren wird hier abgebaut. In den letzten zehn Jahren ist nicht mehr viel passiert.“ Ein langfristiger Abbau sei aufgrund der Steilheit und Anwohner nicht mehr möglich, sodass Transbeton nur noch restliches Material abfördert. Man könnte den Steinbruch kultivieren, oder aber ihn zur Energiegewinnung, für Sport- und Kulturveranstaltungen nutzen.
Man hat den Steinbruch bereits abgesichert, ihn für kleinere Events adaptiert, sodass dort auch das Feldhotel von der Stadt Feldkirch stehen kann, um „einen Raum zu schaffen, in dem man sich wohlfühlt“, so Josef Pfefferkorn. Gedacht sind nächstes Jahr bereits einige Veranstaltungen der Villa Falkenhorst. Auch der Kultursteg soll nächsten Sommer hier platziert werden. Geplant sind weitere Veranstaltungen wie beispielsweise eine Gartenausstellung, Platzkonzerte, Proben, das Walgenau-Fest, Workshops, die Hubertusfeier und das Christkindl-Postamt.

Nachbarn werden mit einbezogen
Bei der Weiterentwicklung sollen alle mit eingebunden werden, um „eine Lösung mit dem größten Nenner zu finden“, so Pfefferkorn. Daher sind bei der Projektvorstellung auch die Nachbarn anwesend, die im Prozess mit einbezogen werden. Bürgermeister Martin Schanung spricht von einem Leuchtturmprojekt. Der Steinbruch hätte „ein sehr großes Potenzial über die Region hinaus“. Man müsse breitgefächert denken und sich die Dimensionen des sieben Hektar großen Bereichs mit 160 Metern Höhenunterschied in direkter Nachbarschaft zum Industriegebiet mit 1200 Arbeitsplätzen bewusst werden.
Chancen- und Erlebnisraum
Vor vier Jahren entschied man, sich des Themas anzunehmen. Der Steinbruch werde immer da sein und gehöre zu unserer Geschichte, so Philipp Tomaselli. „Wir wollen ihn in einen Chancen- und Erlebnisraum transformieren.“ Der Umbau müsse im Hinblick auf die zukünftige Nutzung passieren. Viele nehmen den Steinbruch nicht wahr. Das soll sich im Laufe des nächsten Jahres ändern. Im gesamten Zeitraum sollen Gruppen aus den verschiedensten Bereichen der Bevölkerung (Politik, Kultur, Sport, Vereine, etc.) zusammenkommen, um den Steinbruch und seine Möglichkeiten zu entdecken, zu erleben und schlussendlich daraus Neues zu erschaffen.

Ende nächsten Jahres sollen drei Projektideen feststehen, die weiterverfolgt und umgesetzt werden. theLivingCore mit Sitz in Wien begleitet den Explorationsprozess mit. Dabei soll die Transformation ohne bauliche Maßnahmen vonstattengehen. VN-JUN