Lecher Gemeindezentrum lässt die Hüllen fallen

Der Countdown für das Großprojekt läuft. Die Fertigstellung ist in einem Jahr geplant.
Lech Das neue Lecher Gemeindezentrum zeigt langsam, aber sicher sein Gesicht. Die Holzfassade ist so gut wie fertig. Ab nächster Woche wird das Baugerüst abgebaut.

Die Zentrumsverbauung, die in den vergangenen Jahren immer wieder für Zoff in der Gemeindevertretung gesorgt hat, besteht aus zwei Gebäuden und einer zweigeschossigen Tiefgarage. In das kleinere Gebäude, das sogenannte Dorfhus, ziehen Gemeinde und Lech Zürs-Tourismus samt Gästeservice ein. „Ich würde sagen, das gibt das modernste Verwaltungsgebäude Österreichs ab. Wir installieren da ganz neue Maßstäbe“, unterstreicht Bürgermeister Gerhard Lucian bei der Baustellenbesichtigung mit den VN.

In dem größeren Gebäude sind unten Handelsflächen und ein kleines Restaurant und darüber ein Saal für bis zu 700 Gäste sowie Räumlichkeiten für die Musikschule und die Trachtenkapelle vorgesehen. Die Dachterrasse kann laut Lucian ebenfalls bespielt werden. Im Lastenlift hat für etwaige Präsentationen bis zu einem VW Bus Platz.
Nur noch innen
Die Tiefgarage ist über die Bestandstiefgarage erreichbar und mit dem Keller der Oberlecher Bergbahnen verbunden. „Ziel ist, dass 70 bis 75 Prozent des Skibetriebs unterirdisch abgewickelt werden. Auch der Check-in und Check-out passieren unterirdisch in einem feinen Ambiente“, erläutert Bau- und Projektleiter Michael Hassler. Ob die Geschäfte nur im Erdgeschoss oder außerdem in Teilen des ersten Untergeschosses angesiedelt werden, soll bis spätestens Februar entschieden werden. Den Generalmieter für die Gastronomie und die Handelsflächen will die Gemeinde ebenfalls bis dahin gefunden haben. „Derzeit sind wir mit drei Interessenten in Verhandlung. Für einzelne Shops gibt es auch einheimische Interessenten“, berichtet der Bürgermeister.

Im zweiten Untergeschoss ist neben weiteren Stellplätzen eine Vorbereitungsküche eingeplant. Gerhard Lucian könnte sich vorstellen, dass der Caterer, der den Saal bespielt, auch kleinere Pensionen beliefert, die mit Personalproblemen in der Küche zu kämpfen haben.

47,5 Millionen
Der Spatenstich für das Gemeindezentrum auf dem ehemaligen Postareal ist im Mai 2019 erfolgt. Die Fertigstellung des Großprojekts ist in knapp einem Jahr, im November 2023, geplant. Anschließend können die behördliche Abnahme und Inbetriebnahme erfolgen. Die offizielle Eröffnung soll dann im Frühjahr 2024 erfolgen. Die Gesamtbaukosten für die Zentrumsverbauung werden mit 47,5 Millionen Euro beziffert. „Dort sind wir ganz genau. Wir sind gut unterwegs“, sagt der Bauleiter. Bis 30. November muss der Platz geräumt sein. Über den Winter wird im Innenbereich an der Haustechnik gearbeitet. Waren in diesem Jahr an die 20 Firmen mit 80 bis 100 Arbeitern auf der Baustelle im Einsatz, sind es im kommenden Jahr bis zu 35 Firmen und 130 Arbeiter. „98 Prozent der Firmen kommen aus Vorarlberg“, ergänzt Hassler.



























