Kapfschlucht: Anrainer befürchten Chaos

Einigkeit beim Thema Hochwasserschutz aber Verkehr wirft Fragen auf.
Feldkirch Kurz vorm noch heuer geplanten Baustart des Hochwasserschutzprojekts informierte die Stadt Feldkirch, der Wasserverband Ill-Walgau und das Land über die nächsten Schritte. Details des Ablaufs bei der Aufweitung der Kapfschlucht und dem Neubau der Montfortbrücke standen im Fokus. Der größte Diskussionsbedarf bestand allerdings zum Thema Verkehr am Ardetzenberg.
Der Wasserverband Ill-Walgau und die Stadt Feldkirch stellten auf einer Informationsveranstaltung im Alten Hallenbad die nächsten Vorhaben bereits in den Details vor. Bürgermeister Wolfgang Matt, Projektleiter Wolfgang Erath sowie Thomas Blank, Leiter Abteilung Wasserwirtschaft des Landes Vorarlberg, begrüßten rund 200 Gäste. Der erste von zwei Bauabschnitten, nämlich die Aufweitung der Kapfschlucht, soll noch heuer im vierten Quartal beginnen. Der Neubau der Montfortbrücke ist ab 2025 geplant.
Sprengexperte Rolf Schillinger referierte ausführlich über die geplanten Sprengungen, die Wahrnehmbarkeit der Erschütterungen und die Aufstellung von Messgeräten. Im Oktober soll die Vergabe an die Firma vergeben werden, die das beste Angebot macht, wobei der Fokus auf Sicherheit und Vermeidung an Schäden umliegender Objekte liegt.
Viele Fragen zum Verkehr
Bei der anschließenden Podiumsdiskussion stand das Thema Verkehr im Mittelpunkt. Auf eine Frage von Markus Anderle, wohin der Bauschutt abtransportiert werde, hatte der Projektleiter noch keine Antwort geben, da dies davon abhänge, welcher Bieter sich durchsetze. Ähnlich fragte Friederike Egle, mit wieviel LKW-Fahrten zu rechnen sei, wobei bei 150 Meter am Tag diese Zahl auf 13-15 Fuhren pro Tag bemessen wurde. Sorgen bereiten ihr auch der wohl steigende Ausweichverkehr über die Letze, wenn die Montfortbrücke gesperrt ist und der Verkehr durch den Ardetzenbergtunnel geleitet wird.

Speziell die Umleitung über die Ardetzenbergstraße wird mit viel Skepsis betrachtet. Verkehrsstadtrat Thomas Spalt nannte die Auflassung von Parkplätzen sowie die Aufstellung von Verkehrsmessgeräten als Maßnahmen zur Sicherung des Verkehrs. Diese Schritte wurden jedoch von vielen Anrainern als nicht ausreichend empfunden. Für aufgelassene Parkplätze müssten Ersatzflächen für die Anrainer errichtet werden.
Zudem sei ein Konzepts zur Verkehrsberuhigung erforderlich. Christine Büchele regte wegen des hohen Verkehrsaufkommens eine Ampellösung für die Ardetzenbergstraße an. Norbert Penninger sprach den schweren Zugang für Fußgänger zum Ardetzenberg und zum Wildpark an. Wege wie der „Zickzackweg“ seien für Familien mit Kinderwagen nicht brauchbar und die Straße immer gefährlicher. Daher wurden auch Poller angeregt. Die geplante Umleitung des Radverkehrs über eine Behelfsbrücke in den Stadtteil Kehr wird von dortigen Anwohnern angesichts der schmalen Gasse mit Sorge betrachtet.
ÖPNV anpassen
Auf Schiene sind zahlreiche Anpassungen und Optimierungen des Stadtbusverkehrs. Ein sogenanntes „Wildparkshuttle“ ist im Frühjahr, Sommer und Herbst geplant, Start März 2023. Ziel ist die Reduktion des Autoverkehrs der Wildparkbesucher auf den Ardetzenberg. Details sind in Zusammenarbeit mit den zuständigen Stellen in Arbeit.
Der „Letzebus“ (derzeit Linie 7, neu in die Linien 407 und 408 gesplittet) wird von der Sperre der Kapfschlucht nicht betroffen sein. Neu ist ab Fahrplanwechsel, dass die beiden Linien 407 und 408 jeweils an beiden Start- und Endpunkten beim Bahnhof Feldkirch sind. So werden für Bewohner der Letze und Fellengatter die Zuganbindungen um ein Vielfaches verbessert. Angebunden sind Züge der S-Bahn- und die REX-Verbindungen. HE
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Der Shuttle-Bus sollte über die Berggasse zum Wildpark führen. Für Fußgänger sollten Poller aufgestellt werden. Ansonsten ist es großartig, dass die Ill verbreitert wird. Peter Latzel
