König Rudolf das Leben gerettet

Unvorstellbar, wie Österreich heute aussehen würde, wäre Heinrich Walter von Ramschwag nicht gewesen.
Nenzing Über dem Ortsteil Nenzing-Bazul befindet sich die Ruine der Burg Welsch-Ramschwag. Sie wurde wohl kurz nach 1278 errichtet, die erste urkundliche Nennung findet sich aber erst im Jahr 1352.
Einst bestand die Anlage aus einem fünfgeschossigen, etwa 21 Meter hohen Turm mit den Maßen von 9,90 mal 12,50 Metern sowie einem knapp 1600 m² großen ummauerten Hofraum. Nordseitig im zweiten Geschoss befand sich der Eingang zum Bergfried, der über einen umlaufenden Wehrgang verfügte.
Errichtet wurde die Burg in den Jahren 1270 bis 1290 durch die Herren von Ramschwag, deren Stammburg sich in Häggenschwil (Kanton St. Gallen) befand. Sie waren Dienstmannen der Äbte von St. Gallen und sind seit dem Ende des 12. Jahrhunderts urkundlich erwähnt. Da die Vorarlberger Bevölkerung damals rätoromanisch sprach, wurde die Burg, im Unterschied zur schweizerischen Alt- und Neu-Ramschwag, Welsch-Ramschwag genannt.

Ein wichtiger Wendepunkt für das Geschlecht der Ramschwager fand in den 1270er-Jahren statt. König Rudolf von Habsburg machte Ulrich von Ramschwag zum Reichsvogt über die Abtei St. Gallen und verpfändete ihm diese auch etwas später.
Am 26. August 1278 war es Heinrich Walter von Ramschwag, der Sohn Ulrichs, der dem König das Leben rettete. Rudolf von Habsburg, der König des Heiligen Römischen Reiches war in der Schlacht auf dem Marchfeld gegen den böhmischen König Otakar von Böhmen. Rudolf lag wehrlos in einem Graben bei Dürnkrut. Der Tod oder bestenfalls Gefangenschaft warteten auf den König. Otakar schien der Sieg in einer der größten Ritterschlachten gewiss. Dann aber griff Heinrich Walter mutig in das Geschehen ein und rettete Rudolf das Leben. Otakar blieb tot und verstümmelt mit seinen 12.000 Mitkämpfern auf dem Schlachtfeld liegen.

Heinrich Walter wurde für seine Rettungsaktion reich belohnt. König Rudolf von Habsburg übergab ihm den Reichshof Kriessern, zu dem rechts des Rheines auch das Dorf Mäder gehörte. Er erhielt außerdem 500 Mark Silber, was für damalige Verhältnisse ein Vermögen war. Graf Heinrich Walter von Ramschwag war auch im Dienste des Grafen Hugo von Werdenberg, wodurch er im Walgau mit Gütern und Rechten ausgestattet wurde. So investierte der Ramschwager Graf von 1270 bis 1290 in die Errichtung der Feste Welsch-Ramschwag.
Der Untergang
Als durch den Appenzellerkrieg der Sturm im Walgau begann, wurde am 28. September 1405 auch Welsch-Ramschwag von den Walgauern gestürmt und Feuer gelegt. Die Feste brannte lichterloh. In dieser Sankt Michaels Nacht, die dem Engel mit dem flammenden Schwert geweiht ist, wurden auch die Burgen Jagdberg und Blumenegg sowie die Feste Bürs von den Walgauern angezündet.

Erhaltungsmaßnahmen
Erste Versuche, die Ruine Welsch-Ramschwag zu restaurieren, reichen bis in das Jahr 1912 zurück. Jedoch scheiterte dieses Vorhaben der Gemeinde am mangelnden Geld. Der bald beginnende Krieg brachte andere Sorgen. 1925/26 kam es erneut zu Versuchen, die Ruine zu restaurieren. Leider scheiterten auch diese Bemühungen an zu geringen finanziellen Mitteln.
Dank der Initiative von Herbert Greussing und Ing. Andreas Maitz konnten in den Jahren 1997 bis 2000 erfolgreich Erhaltungsmaßnahmen durchgeführt werden. “Die Ruine ist in Gemeindebesitz, aber von Privatgrundstücken umgeben. Die Genehmigung der Familie Gassner war der Schlüssel zum Erfolg”, erzählt Herbert Greussing. Das Land Vorarlberg sowie das Bundesdenkmalamt unterstützten dieses Vorhaben mit je 100.000 Schilling jährlich, so stand ein Jahresbudget von 500.000 Schilling zur Verfügung. Nach wie vor wird die Ruine Welsch-Ramschwag alle drei bis vier Jahre mit der Unterstützung der Bergrettung von Bewuchs befreit und für die Öffentlichkeit zugänglich gehalten.
“Die Ruine ist zwar in Gemeindebesitz, aber von Privatgrundstücken umgeben. Die Genehmigung der Familie Gassner war der Schlüssel zum Erfolg.”
Herbert Greussing, Ramschwager Burgnarren
Ausflugsziel Ruine Welsch-Ramschwag
Unser heutiger Ausflug führt uns zum Alpencamping Nenzing, dort stellen wir unser Auto ab. Direkt bei der Einfahrt zum Parkplatz entdecken wir auch schon die erste Beschilderung mit „Ruine Ramschwag“. Dieser folgen wir bis wir in den Ortsteil Bazul gelangen. Wir folgen der Bazulstraße in Richtung Nenzing für etwa fünf Minuten. An der Abzweigung Burgweg finden wir schon das nächste, große Schild. Daher folgen wir dem Burgweg circa 100 Meter und biegen anschließend links zur Ruine ab. Nach einer kurzen Steigung erreichen wir auch schon die Informationsschilder am Wegrand.

Diesen Informationsschildern gefolgt, entdecken wir auch schon die Ruine mit Bänken für eine ausgiebige Rast. Wer dort grillen möchte, findet am Gelände der Ruine zwei Grillstellen. Wir entschieden uns allerdings, nach einer kurzen, erholsamen Pause zurück zum Alpencamping zu gehen. Am Ende unseres Ausflugs kehren wir für eine „Fuhre Mist“ ins Gasthaus Garfrenga beim Alpencamping ein.

Ruine Welsch-Ramschwag, Nenzing
GEHZEIT 1 Stunde
KILOMETER 1,4
HÖHENMETER 50
PARKMÖGLICHKEIT Alpencamping Nenzing
ÖFFENT. VERKEHRSMITTEL Bushaltestelle Alpencamping Nenzing
EINKEHRMÖGLICHKEITEN Garfrenga – Alpencamping Nenzing
SONSTIGES Grillstelle vorhanden
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Quellen: Die Vorarlberger Burgen – Alois Niederstätter
Walgau Fernsehen – Burgen im Walgau