Drei Mal wurde er wiederbelebt: „Es war Rettung in letzter Sekunde”

Herzstillstand auf dem Bezirksmusikfest: Wie Dietmar Broger (70) drei Mal ins Leben zurückgeholt wurde.
Lingenau, Mellau, Feldkirch Der 70-jährige Dietmar Broger aus Mellau ging regelmäßig zur Gesundheitsvorsorge. Noch nie hatte der Bregenzerwälder Probleme mit seinem Herz. Bis Sonntag, der 10. Juli, kam. Der Tag des Umzugs beim Bezirksmusikfest Lingenau. Ein Erlebnis, das für viele unvergesslich bleibt. Besonders für den Mellauer Pensionisten. Doch das nicht wegen des fröhlichen Treibens.

„Plötzlich umgekippt“
Broger hatte nach dem Umzug mit dem Kapellmeister und einem weiteren Mitglied der Mellauer Bürgermusik im Festzelt Platz genommen. Dann setzte plötzlich das Herz des 70-Jährigen aus. „Auf einmal sei ich umgekippt, haben sie mir gesagt“, schildert er gegenüber den VN. „Ich selbst habe davon gar nichts mitbekommen. Erst als ich erwachte und auf einer Trage im Rotkreuz-Zelt lag. Um mich herum Ärzte und Leute vom Roten Kreuz. Die Sanitäter haben mich praktisch wieder zurückgeholt. Unter ihnen auch mein Bekannter Leander Vögel aus Mellau.“
Man habe ihm bewusst gemacht, dass er einen plötzlichen Herzstillstand erlitten habe.
Der ÖAMTC-Rettungshubschrauber „Christophorus 8“ war bereits alarmiert und in unmittelbarer Nähe gelandet. „Ich wurde dann sofort mit einem Notarzt an Bord zum Landeskrankenhaus Feldkirch geflogen. Der Arzt drängte mich dabei, auf keinen Fall einzuschlafen.“ Im Krankenhaus wurde der Patient zunächst in den Schockraum und das Herzkatheter-Labor verlegt.

Ein zweites Mal „weggetreten“
„Dann bin ich nochmals weggetreten. Das Herz setzte aus. Doch den Ärzten gelang es, mich wiederzubeleben“, schildert der Pensionist die dramatischen Augenblicke. Dann, in der Nacht, griff der Tod noch einmal nach dem Leben des 70-Jährigen. „Und wieder holten mich die Ärzte zurück“, erzählt Broger. Man habe ihm anschließend einen „vorläufigen Herzschrittmacher“ eingesetzt.
„Ein Mordsfuhrwerk“
„Ich wurde dann an alle möglichen Geräte angeschlossen und in die Intensivstation verlegt. Die ganzen Schläuche und das Drum und Dran, es war ein Mordsfuhrwerk. Und es pfiff. Doch solange es pfeift, ist alles gut“, meint der Patient, der seinen Humor nicht verloren hat. „Nun sagte man mir, dass ich auf dem Wege der Besserung bin. Es wird mir ein Herzschrittmacher eingesetzt, nächste Woche kann ich das Krankenhaus voraussichtlich wieder verlassen.”
Dankbar
Dietmar Broger zum Ende der Geschichte: „Es war Rettung in letzter Sekunde. Die Ärzte sagten mir, dass ich meinen zweiten Geburtstag auf dieser Welt feiern könne. Es waren alles so wunderbare Leute. Die Ärzte, die Schwestern, alle! Ich bin so dankbar.“
