Das “Ja zum Leben” nach fünf Jahren bekräftigt

VN / 01.06.2022 • 16:54 Uhr
Zu einem Austausch über ihr Leben in den vergangenen fünf Jahren trafen sich diese zwölf am Kunstprojekt „40 Voices“ beteiligten Damen. <span class="copyright">AMe</span>
Zu einem Austausch über ihr Leben in den vergangenen fünf Jahren trafen sich diese zwölf am Kunstprojekt „40 Voices“ beteiligten Damen. AMe

Abschlussveranstaltung der Reihe “Von Evas Töchtern” im Mesnerstüble Rankweil.

Rankweil Zusammen mit der norwegischen Künstlerin Anne Katrine Dolven haben vierzig Frauen aus Rankweil in der damals frisch renovierten St.-Michaels-Kirche am Liebfrauenberg gemeinsam ihr „Ja“ zum Leben gerufen. Fünf Jahre später haben sich ein Dutzend von ihnen im Mesnerstüble mit Pfarrer Walter Juen und Johannes Herburger vom Vorstand des Betreibervereins im Mesnerstüble getroffen. Dort verfolgten sie die Grußbotschaften, die ihnen die Kulturjournalistin, Radiomacherin und Übersetzerin Gaby Hartel aus Oslo und Künstlerin Dolven von den Lofoten aus Norwegen schickten. „Tausend Dank für eure Stimmen, ich bin mit euch mit meiner Arbeit und mit meinem Herz“, betonte Doven.

„Hör den Ton so gern“

Hartel ließ mit einem Fußpedal auch die als Schrott aus dem Glockenspiel des Osloer Rathauses ausgemusterte, in der Folge von Dolven restaurierte und zu einem Kunstwerk gemachte und am meist frequentierten Platz der norwegischen Hauptstadt installierte Glocke erklingen. Letztere passt bestens zum Tonkunstwerk der international renommierten Künstlerin und der 40 Rankweilerinnen, das nach wie vor eine große Wirkung auf Besucher der St.-Michaels-Kirche hat. „Viele Leute gehen hinein und werden ganz still, wenn sie es hören. Sie gehen anders weg, als sie hergekommen sind“, berichtete Pfarrer Juen von seinen Erfahrungen. Er habe, wie so manch andere auch, durch die Impulse von Dolven und zwei weiteren international erfolgreichen Künstlern gemerkt, was für einem besonderen Platz die Rankler mit dem Liebfrauenberg haben.

Auch eine der beteiligten Frauen geht gelegentlich hin, um das Pedal zu drücken und habe deswegen auch schon einige schöne Begegnungen gehabt. „Das kann man gar nicht in Worte fassen, ich bin froh, dass ich dabei gewesen bin“, berichtete eine weitere Teilnehmerin. „Ich hör den Ton so gern“, sagte eine andere. Dann berichteten die „Ja“-Ruferinnen von den Ereignissen, die ihr Leben in den vergangenen fünf Jahren geprägt haben. Geburten, gesundheitliche Probleme und Todesfälle gehörten ebenso dazu wie Veränderungen in Beruf und Ehrenamt.

Schließlich kam die Rede aufs Mesnerstüble, dessen Nutzung als Forum zum Austausch „wahnsinnig wichtig“ sei. Nach einigen Erinnerungen an früher, z. B. „Anni Salzmanns Küacha“ nach der Basilika-Chor-Probe, ging es in den oberen Stock, wo sieben Künstlerinnen sich mit der von Nadine Moser kuratierten Ausstellung „Von Evas Töchter“ bis Sonntag, 26. Juni, mit der Weiblichkeit, dem Rollenbild und der Wandelbarkeit der Frau auseinandersetzen. AME