Sich gemeinsam dem Klimawandel stellen

Region Vorderland-Feldkirch startet Umsetzungsphase des KLAR!-Programms.
Fraxern Die Effekte und Auswirkungen des Klimawandels sind spürbar, die Zahlen lügen nicht und werden jeden von uns in den nächsten Jahren und Jahrzehnten immer mehr auch direkt persönlich beschäftigen. Neben dem klassischen Klimaschutzmaßnahmen, welche die laufenden Entwicklungen maximal nur noch einbremsen oder reduzieren können, gilt es mit den bereits unumkehrbaren Fakten umzugehen und, so hart es auch klingen mag, damit leben zu lernen. Dies ist ein wesentlicher Teil des Programms „KLAR! Klimawandel -Anpassungsmodellregion“ allgemein und im speziellen in der Region Vorderland-Feldkirch.
Bei der Kick Off Veranstaltung am Donnerstag in Fraxern fasste Geschäftsführer und Regio Manager Christoph Kirchengast und KLAR!-Managerin Christa Mengl die wesentlichen Schwerpunkte und Maßnahmen des Programms in der Regio zusammen: Im Mittelpunkt stehen die Wasserwirtschaft, der Tourismus, Raumplanung Bauen und Wohnen, sowie der Katastrophenschutz. Konkret stehen insgesamt 20 Maßnahmen auf der To-Do Liste. Im Zuge der Erstellung der Räumlichen Entwicklungspläne in den einzelnen Gemeinden werden diese auch dort implementiert.


Mehr Bewusstsein
Kirchengast führte an einem Beispiel für die Gastgebergemeinde Fraxern plakativ aus, was die Zukunft mit sich bringen könnte, wenn nicht effektiv gegengesteuert wird. Der verfrühte der Start der Vegetation durch die wärmeren Temperaturen und der trotzdem weiterhin bestehenden Gefahr von Frostnächten führte in den vergangenen drei Jahren zweimal zum nahezu vollständigen Ausfall der Ernte im Kirschendorf Fraxern. „In letzter Konsequenz könnten sich die nächsten Generationen vielleicht einmal wundern, warum die Kirschen Teil des Gemeindewappens sind“, so Kirchengast.

Bürgermeister Steve Mayr erläuterte die verstärkte Bewusstseinsbildung der Bevölkerung, um künftig intensiver im Einklang mit der Natur zu leben um diese auch weiterhin in dieser Form genießen und erleben zu dürfen. Im Rahmen des KLAR! Programms startet die Gemeinde das eigene Biodiversitätsprojekt „Gartenvielfalt“. Mehr Blühflächen, Sträucher und Obstbäume sollen so die Artenvielfalt steigern sowie das Insektensterben einbremsen. Symbolisch wurden in Folge zusammen mit Baumexperte Thomas Borod fünf Apfelbäume gepflanzt, allesamt alte, erhaltungswürdige Sorten aus der Region. Diese sind wesentlich wetterunabhängiger als die bestehenden Kirschbäume und so unempfindlicher für Ernteausfälle. Nach dem offiziellen Startschuss, der letztlich bei einem lockeren Zusammensein gefeiert wurde, folgt nun in den kommenden zwei Jahren die Umsetzung der diversen Maßnahmen. CEG