Wiebke Meyers Pläne für den Tourismus in der Alpenregion Bludenz

Was Wiebke Meyer als Geschäftsführerin der Alpenregion Bludenz geplant hat und welche Flecken sie in den Tälern am schönsten findet.
Bludenz Sie liebt es, draußen in der Natur unterwegs zu sein, sei es Skifahren, Mountainbiken oder Wandern. Sie geht langlaufen, macht Klettersteige und reitet gerne. Wiebke Meyer ist ein Naturmensch und seit Anfang März Geschäftsführerin der Alpenregion Bludenz.
Damit löst sie Kerstin Biedermann-Smith ab, die zur Wirtschaftskammer Vorarlberg gewechselt ist. Die gebürtige Hannoveranerin kehrt wieder zu ihren Ursprüngen zurück, denn bei der Alpenregion Bludenz ist sie kein unbeschriebenes Blatt. Bereits nach ihrem Studium „Unternehmensführung in der Tourismus- und Freizeitwirtschaft“ am Management Center Innsbruck kam sie 2012 zur Alpenregion Bludenz und übernahm dort die Marketingleitung und Presseabteilung. Im März 2018 wechselte sie zum Stadtmarketing Bludenz, um sich dort weiterzuentwickeln. Wäre die Stelle als Geschäftsführerin der Alpenregion Bludenz nicht frei geworden, hätte sie ihren Job als Leiterin des Stadtmarketings auch nicht aufgegeben. „Ich war unglaublich gerne beim Stadtmarketing, aber wenn sich eine Tür öffnet, sollte man auch hindurchgehen“, sagt Wiebke Meyer, die mit sechs Jahren nach Oberbayern zog. Sie findet es schön, wie jetzt, für eine gesamte Region tätig zu sein.
Sprechstunde mit Hoteliers
Jetzt heißt es erst einmal, sich einzuarbeiten. Sie kenne zwar schon ein paar Gesichter von früher, aber es sind auch einige neue Ansprechpartner bei der Alpenregion Bludenz hinzugekommen. Mit ihren Mitarbeitern und mit den Partnern wie Gemeinden, Bergbahnen, Hoteliers, den Regionalentwicklungsorganisationen und dem Biosphärenpark Großes Walsertal will sie in der nächsten Zeit Gespräche führen, um bestehende Projekte zu evaluieren, den Status quo zu ermitteln. Die Ausgangssituation sei jetzt eine andere, weshalb bestehende Strukturen beleuchtet und neue Schwerpunkte gesetzt werden sollen. Außerdem will sie gemeinsam mit den Partnern die Zusammenarbeit und Kommunikation ausbauen. Projekte, die bereits funktionieren, werde man weiterverfolgen, und man werde natürlich neue Projekte auf Schiene bringen, wie die Weiterentwicklung der Gästekarte. „Der Neubeginn ist eine Gelegenheit, Dinge zu hinterfragen und neu zu gestalten“, so Wiebke Meyer, die eine Sprechstunde mit Hoteliers in den Tälern abhalten will, um zu schauen, was gut läuft und wo es noch hakt.
Die Tourismusbetriebe seien vor allem vom Personalmangel betroffen, weshalb man die Tourismusberufe wieder attraktiver machen will. Wenn man Menschen mag, sei das ein sehr schöner Beruf. Die Servicekräfte ermöglichen den Menschen die beste Zeit im Jahr, so Wiebke Meyer, die selbst schon in der Küche und im Service gearbeitet hat. „Wir verkaufen den Gästen eine gute Zeit und geben ihnen ein positives Gefühl.“ Eine bessere Bezahlung und flexible Arbeitszeiten tragen dazu bei, mehr Personal zu bekommen.
Naturverträglicher Bergsport
Einige Projekte, wie der Positionierungsprozess des Brandnertals, sind bereits gestartet. Hier sollen die bestehende Infrastruktur überarbeitet und neue Aussichtspunkte ausgewiesen werden. Die Erweiterung der Mountainbikerouten in den Tälern steht dagegen noch aus, aber man sei mit Grundeigentümern im Gespräch. Der Weg solle zu einem naturverträglichen Bergsport führen, bei dem Naturschutz, Alpwirtschaft, Jagd und Grundeigentümer an einem Strang ziehen.
„Jedes Tal ist auf seine eigene Art lässig“, schwärmt Wiebke Meyer. Das Klostertal hat seinen ganz eigenen Charme, das Brandnertal trumpft mit viel Infrastruktur und das Große Walsertal ist naturnah und hat noch etwas Ursprüngliches an sich. Die Alpenstadt Bludenz ist das Herz in der Mitte. Im Klostertal empfiehlt Wiebke Meyer Skifahren am Sonnenkopf, im Großen Walsertal den Besuch in Bad Rothenbrunnen und die Wanderung zur Alpe Steris oder aufs Zafernhorn. Im Brandnertal legt sie vor allem Familien den Natursprüngeweg ans Herz.
Die 37-Jährige wohnt in Feldkirch: „Da kennt mich niemand. Wenn ich frei habe, habe ich frei.“ In Bludenz treffe sie immer jemanden, der sie kennt. Doch Bludenz ist für sie die schönste Stadt im Ländle: „Hier ist es schön gemütlich und so viel mehr los, als man eigentlich meint“, schwärmt Wiebke Meyer, die am liebsten am Samstagvormittag auf dem Bludenzer Wochenmarkt einkaufen geht.