Geimpft, genesen, geboostert, und was kommt dann?

VN / 15.02.2022 • 05:00 Uhr
Geimpft, genesen, geboostert, und was kommt dann?
Auf die Frage, wie es mit dem Impfen weitergeht, gibt es kaum klare Antworten. APA

Knapp über 50 Prozent der Bevölkerung haben eine Grundimmunisierung mit drei Stichen.

Bregenz Geimpft, genesen, geboostert, und was kommt dann? Diese Frage beschäftigt, doch klare Antworten gibt es kaum.

Selbst Experten sind sich uneins, ob es einen vierten Stich in so kurzer Zeit überhaupt braucht. Den Covid-19-Beauftragten der Ärztekammer, Robert Spiegel, regt allein schon die Bezeichnung auf. Er stellt klar: „Erst die vierte Impfung ist die Boosterimpfung.“ Die aktuell propagierte Drittimpfung bedeute nur den Abschluss der Grundimmunisierung. Die vom Land am Montag dazu publizierte Quote von 51,4 ist für Spiegel ein erschreckend niedriger Wert. „Es gibt immer noch zu viele Menschen mit einem unvollständigen Impfschutz gegen Corona“, stellt der Mediziner nüchtern fest, sieht den Impfzug aber fast schon abgefahren. Seiner Ansicht nach könnte höchstens eine Aussetzung der Impfpflicht, wie sie derzeit bekanntlich im Raum steht, das Ruder noch herumreißen.

Schwedischer Weg

Was die Auffrischungsimpfung angeht, könnte sich Robert Spiegel vorstellen, dass sie Risikopatienten und Personen über 70 Jahren angeraten wird. In Schweden ist das der Fall. Eine einheitliche Empfehlung für Europa gibt es bis dato nicht, sie werde aber kommen, ist der Arzt überzeugt, vor allem hofft er darauf: „Es wäre wünschenswert.“ Nach derzeitigem Wissen steigen zwar die Antikörper nach einer Auffrischungsimpfung deutlich an. Laut einer Studie aus Israel ist der Schutz deshalb jedoch nicht besser. Möglicherweise steht im Herbst auch schon ein kombinierter Grippe-Corona-Impfstoff zur Verfügung. Moderna arbeitet laut Spiegel jedenfalls bereits daran.

Träges Dahinplätschern

In Vorarlberg plätschert das Impfgeschehen unterdessen träge dahin. Vergangene Woche wurden 3853 Impfdosen verabreicht, 2731 entfielen auf Drittimpfungen. Daneben sind 280 Erst- und 842 Zweitimmunisierungen registriert worden. Die Durchimpfungsrate gibt das Land mit 65,7 Prozent an. Die meisten Impfungen fanden in den Impfstraßen in Dornbirn und Nenzing (1717) sowie in Ordinationen (1454) statt. Zudem erhielten 119 Fünf- bis Elfjährige den schützenden Stich. Trotz der angekündigten Lockerungen hält das Land den Appell zur Coronaschutzimpfung aufrecht.