Gesundheitswesen solidarisch unterwegs

VN / 09.12.2021 • 20:30 Uhr
Gesundheitswesen solidarisch unterwegs
Auf den Normal- und Intensivstationen ist das Personal immer noch gefordert. KHBG

Spitalsmanager sieht Öffnungsschritte in guter Balance.

Feldkirch Die Prognosen lassen hoffen. Sie sagen einen Rückgang bei den Infektionen und in der Folge auch der Belegung in den Spitälern voraus, wenngleich sich dieser erst verzögert einstellen wird. Immer noch müssen 148 Covid-19-Patienten auf Normal- und Intensivstationen behandelt werden, der Großteil ist ungeimpft.

Besonders angespannt ist die Situation weiterhin im Intensivbereich. Dort liegen 29 Covidpatienten. Dazu kommen 22 Nicht-Covidpatienten. Damit bleiben ohne Aufstockung noch 17 Intensivbetten für alle. Dennoch und trotz hoher Sieben-Tage-Inzidenz öffnet Vorarlberg, wie berichtet, ab Sonntag großzügig.

Mehr Fokus aufs Maskentragen

Der Direktor der Krankenhausbetriebsgesellschaft (KHBG), Gerald Fleisch, sieht das Spitalswesen solidarisch mit anderen Bereichen. „Es gibt die Gesundheit, es gibt aber ebenso die Jugend, die Kinder, die Bildung, die Wirtschaft und die Kultur“, bezeichnet er die geplanten Öffnungsschritte als gute Balance und sieht die Entscheidung auch von einem Großteil der Belegschaft mitgetragen. „Wir sind einfach froh, dass die Kinder unserer Beschäftigten in die Schule dürfen. Wäre das nicht der Fall, gäbe es Ausfälle“, fügt Gerald Fleisch an.

Er führt auch ins Treffen, dass man im Laufe der Pandemie gelernt habe, dass gut mit Perspektiven und Prognosen gearbeitet werden könne, zumindest, was die im Umlauf befindlichen Varianten betreffe, und: „Die Wahrscheinlichkeit, dass die Zahlen zurückgehen, ist sehr hoch“, vertraut er den Experten. Mit denen im Land steht der Spitalsmanager täglich im Austausch. Auch von daher betrachtet er die Entscheidung zur Öffnung als ausgewogen. „Wir haben den Rückhalt, dass sehr schnell reagiert werden kann, sollte sich die Situation wieder verschlechtern.“ Gerald Fleisch würde sich wünschen, dass der Fokus mehr auf Schutzmaßnahmen wie das Tragen von FFP2-Masken gerichtet wäre, weil das extrem präventiv sei, auch im Freien, verweist er diesbezüglich auf Portugal.

Verschärfte Zugangsregeln

Vorsichtshalber wurden die Zugangsregeln zu den Spitälern aber weiter verschärft. Ab Montag, 13. Dezember, treten sie in Kraft. Dann gelten auch für Patienten ab zwölf Jahren mit geplanten Terminen die 3G-Regel sowie eine FFP2-Maskenpflicht. Notfall- und Akutpatienten sowie notwendige Begleitpersonen erhalten hingegen Zugang ohne Auflagen. Das Besuchsverbot bleibt aufrecht.