Lebenserwartung in Vorarlberg litt unter Corona

VN / 23.11.2021 • 12:00 Uhr
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dpa

Die Vorarlberger leben länger als die Österreicher, aber kürzer als noch 2019.

Wien Die Lebenserwartung steigt nicht jedes Jahr konstant an. Grippe- und Hitzewellen und die mit ihnen verbundenen Übersterblichkeiten sorgten in einzelnen Jahren schon einmal für einen Rückgang.

Grundlage ist die Sterbewahrscheinlichkeit des Durchschnittsmenschen. Einschneidende Ereignisse mit vielen Todesfällen lassen diese steigen, auch wenn die anderen Faktoren unverändert bleiben. Dennoch ist 2020 ein Sonderfall: “Tatsache ist, dass der Rückgang um rund ein halbes Jahr im Corona-Jahr 2020 der stärkste im Beobachtungszeitraum der Nachkriegszeit war”, bestätigt Alexander Hanika von der Statistik Austria. Jene, die mit dem Coronavirus in Kontakt kommen und erkranken, sterben auffällig früher, die anderen leben wie gewohnt weiter. Dass die Lebenserwartung so stark sinkt, ist aber ein Hinweis auf die Gefährlichkeit von Covid-19 für die Bevölkerung.

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In Vorarlberg fiel der Rückgang überdurchschnittlich stark aus. So lebt ein Vorarlberger Mann 2020 durchschnittlich 0,69 Jahre kürzer als noch 2019, dies entspricht etwa achteinhalb Monate. Eine Vorarlbergerin verliert etwa 0,58 Jahre, etwa sieben Monate. Der Grund dafür sind aber nicht besonders viele schwere Coronaverläufe im Land: Da Vorarlberg verhältnismäßig wenig Einwohner hat, haben zufällige Häufungen einen stärkeren Einfluss als in bevölkerungsreichen Bundesländern. Daher sind die Schwankungsbreiten auch in anderen Jahren größer als für Österreich. Abseits davon haben die Vorarlberger eine bessere Lebenserwartung als ihre Bundesgenossen, selbst in 2020.

Stagnation statt Erholung

Ohne die Pandemie wäre es aber weiter nach oben gegangen. Hanika hätte ohne die Pandemie eine Verbesserung von bis 0,1 bis 0,2 Jahren, also etwa zwei Monate, für Vorarlberg erwartet. Die Aussicht für 2021 hängt nun von den letzten zwei Monaten des Jahres ab. Wenn es wieder zu einer Zunahme wie in der zweiten Welle der Pandemie kommt, wird die Lebenserwartung im Vergleich zum Vorjahr stagnieren. Falls es nicht zu einer neuerlichen Sterbewelle kommt, dürfte die Lebenserwartung wieder leicht steigen. Auch die Impfung und die damit verbundene Reduzierung von schweren Verläufen sollte sich positiv auswirken.

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