Alpenregion Bludenz: Wohin sich der Tourismus in den Tälern entwickelt

Scheidende Geschäftsführerin der Alpenregion Bludenz, Kerstin Biedermann-Smith, verrät, was in den kommenden Jahren noch ansteht.
Bludenz Nach 16 Jahren ist für Kerstin Biedermann-Smith Schluss. Die Geschäftsführerin der Alpenregion Bludenz wechselt zum 15. November in die Wirtschaftskammer Vorarlberg und übernimmt dort die Sparte Tourismus und Freizeit, widmet sich hier intensiv dem Fachbereich Hotellerie und Gastronomie. Ihre Nachfolge tritt im März Wiebke Meyer an, die bis jetzt Leiterin des Stadtmarketings Bludenz ist. Zusammen mit den VN blickt Kerstin Biedermann-Smith auf die letzten Jahre zurück und verkündet auch, welche Projekte noch anstehen werden (siehe unten).
Dass Kerstin Biedermann-Smith überhaupt so lange bei der Alpenregion Bludenz geschafft hat, hätte sie von sich selbst gar nicht gedacht. „Ich hätte mir nie vorstellen können, so lange in einem Job zu bleiben“, sagt sie. „Mit 27 Jahren denkt man, man bleibt maximal drei bis fünf Jahre in einem Job. Aber die Arbeit ist nie langweilig geworden.“ Gestartet ist sie damals mit einem Team aus zwei Leuten, jetzt sind es bereits 20 Mitarbeitende. Der Natursprünge-Weg und die Konzepterstellung des Bikeparks sowie die verschiedenen Themenwege waren nur einige Highlights in ihrer Zeit bei der Alpenregion Bludenz. „Da kommt vieles zusammen in 16 Jahren, aber ich hatte immer ein super Team hinter mir.“
Nun will sie aber gerne etwas Neues ausprobieren, neue Herausforderungen annehmen und landesweit für die touristische Entwicklung verantwortlich sein. „Die Zeit dafür ist reif.“ In ihrem neuen Job vertritt sie die Interessen der Vorarlberger Gastronomie- und Hotelbetriebe. In Ihrer Funktion hat sie künftig einen „Blick aufs Ganze, aber auch aufs Detail“. In Zukunft wird sie die Servicierung im Tourismus weiterentwickeln, Ansprechpartner für Betriebe sein und zugleich darauf schauen, dass genug Lehrlinge nachrücken.
Ausbildung attraktiver machen
Die Ausbildung müsse man attraktiver gestalten, den Jugendlichen mehr entgegenkommen, Stichwort „Work-Life-Balance“. „Wir wissen, dass wir nicht den besten Ruf haben, aber wir arbeiten daran“, sagt Biedermann-Smith. Die Jobs im Gastgewerbe seien sehr lässig und kommunikativ. Mit Angeboten, dass man ein Wochenende im Monat fix frei hat, könne man mehr Lehrlinge für diesen Berufszweig begeistern. „Die Rahmenbedingungen müssen flexibler sein, das System geändert werden“, weiß die Tourismusexpertin und rät, mehrere Teilzeitstellen zu schaffen, anstatt wenige Vollzeitstellen.
Mit einer 5-Tage-Woche könnte man den Ganzjahrestourismus ganz anders planen. Denn das ist auch ein Ziel der Tourismusstrategie 2030, die im Frühjahr verabschiedet werden soll: Vorarlberg soll sich zu einer Ganzjahresdestination entwickeln. Die weiteren Ziele der Tourismusstrategie 2030 entsprechen in etwa denen, die bereits für 2020 angepeilt wurden: Regionalität, Gastfreundlichkeit, Nachhaltigkeit und Kooperation (früher Vernetzung).
Campus der Regionalität
Vor allem die Regionalität soll weiter ausgebaut werden. Das größte Projekt der Tourismusstrategie 2030 soll daher der Campus der Regionalität werden. Die GAST-Schulen in Bezau, Hohenems und Bludenz sollen in einem Baukörper zusammengefasst werden, berichtet die studierte Projektmanagerin. Auch Weiterbildungskurse zur Ernährung und zu regionalen Produkten sollen dort angeboten werden. 2023/24, so hofft Biedermann-Smith, könnte der Campus dann eröffnen. VN-JUN





