Alpenregion Bludenz: Wohin sich der Tourismus in den Tälern entwickelt

VN / 07.11.2021 • 06:00 Uhr
Alpenregion Bludenz: Wohin sich der Tourismus in den Tälern entwickelt
Kerstin Biedermann-Smith übergibt nach 16 Jahren die Geschäftsführung der Alpenregion Bludenz an Wiebke Meyer. VN/JUN

Scheidende Geschäftsführerin der Alpenregion Bludenz, Kerstin Biedermann-Smith, verrät, was in den kommenden Jahren noch ansteht.

Bludenz Nach 16 Jahren ist für Kerstin Biedermann-Smith Schluss. Die Geschäftsführerin der Alpenregion Bludenz wechselt zum 15. November in die Wirtschaftskammer Vorarlberg und übernimmt dort die Sparte Tourismus und Freizeit, widmet sich hier intensiv dem Fachbereich Hotellerie und Gastronomie. Ihre Nachfolge tritt im März Wiebke Meyer an, die bis jetzt Leiterin des Stadtmarketings Bludenz ist. Zusammen mit den VN blickt Kerstin Biedermann-Smith auf die letzten Jahre zurück und verkündet auch, welche Projekte noch anstehen werden (siehe unten).


Dass Kerstin Biedermann-Smith überhaupt so lange bei der Alpenregion Bludenz geschafft hat, hätte sie von sich selbst gar nicht gedacht. „Ich hätte mir nie vorstellen können, so lange in einem Job zu bleiben“, sagt sie. „Mit 27 Jahren denkt man, man bleibt maximal drei bis fünf Jahre in einem Job. Aber die Arbeit ist nie langweilig geworden.“ Gestartet ist sie damals mit einem Team aus zwei Leuten, jetzt sind es bereits 20 Mitarbeitende. Der Natursprünge-Weg und die Konzept­erstellung des Bikeparks sowie die verschiedenen Themenwege waren nur einige Highlights in ihrer Zeit bei der Alpenregion Bludenz. „Da kommt vieles zusammen in 16 Jahren, aber ich hatte immer ein super Team hinter mir.“
Nun will sie aber gerne etwas Neues ausprobieren, neue Herausforderungen annehmen und landesweit für die touristische Entwicklung verantwortlich sein. „Die Zeit dafür ist reif.“ In ihrem neuen Job vertritt sie die Interessen der Vorarlberger Gastronomie- und Hotelbetriebe. In Ihrer Funktion hat sie künftig einen „Blick aufs Ganze, aber auch aufs Detail“. In Zukunft wird sie die Servicierung im Tourismus weiterentwickeln, Ansprechpartner für Betriebe sein und zugleich darauf schauen, dass genug Lehrlinge nachrücken.

Ausbildung attraktiver machen


Die Ausbildung müsse man attraktiver gestalten, den Jugendlichen mehr entgegenkommen, Stichwort „Work-Life-Balance“. „Wir wissen, dass wir nicht den besten Ruf haben, aber wir arbeiten daran“, sagt Biedermann-Smith. Die Jobs im Gastgewerbe seien sehr lässig und kommunikativ. Mit Angeboten, dass man ein Wochenende im Monat fix frei hat, könne man mehr Lehrlinge für diesen Berufszweig begeistern. „Die Rahmenbedingungen müssen flexibler sein, das System geändert werden“, weiß die Tourismusexpertin und rät, mehrere Teilzeitstellen zu schaffen, anstatt wenige Vollzeitstellen.
Mit einer 5-Tage-Woche könnte man den Ganzjahrestourismus ganz anders planen. Denn das ist auch ein Ziel der Tourismusstrategie 2030, die im Frühjahr verabschiedet werden soll: Vorarlberg soll sich zu einer Ganzjahresdestination entwickeln. Die weiteren Ziele der Tourismusstrategie 2030 entsprechen in etwa denen, die bereits für 2020 angepeilt wurden: Regionalität, Gastfreundlichkeit, Nachhaltigkeit und Kooperation (früher Vernetzung).

Campus der Regionalität

Vor allem die Regionalität soll weiter ausgebaut werden. Das größte Projekt der Tourismusstrategie 2030 soll daher der Campus der Regionalität werden. Die GAST-Schulen in Bezau, Hohenems und Bludenz sollen in einem Baukörper zusammengefasst werden, berichtet die studierte Projektmanagerin. Auch Weiterbildungskurse zur Ernährung und zu regionalen Produkten sollen dort angeboten werden. 2023/24, so hofft Biedermann-Smith, könnte der Campus dann eröffnen. VN-JUN

<strong>Bludenz: </strong>Der Alpine Art Weg auf dem Muttersberg wird nächstes Jahr mit neuen Kunstwerken bestückt, damit der Weg, wie Biedermann-Smith sagt, „lebendig bleibt und sich weiterentwickelt“. Auch der Sunna-Weg soll mit verschiedenen Infotafeln, die jeweils geschichtliche Aspekte zu der Stadt Bludenz beleuchten, aufgewertet werden. Zudem sollen neue Markierungen die Wegfindung erleichtern. <span class="copyright">LERCH</span>
Bludenz: Der Alpine Art Weg auf dem Muttersberg wird nächstes Jahr mit neuen Kunstwerken bestückt, damit der Weg, wie Biedermann-Smith sagt, „lebendig bleibt und sich weiterentwickelt“. Auch der Sunna-Weg soll mit verschiedenen Infotafeln, die jeweils geschichtliche Aspekte zu der Stadt Bludenz beleuchten, aufgewertet werden. Zudem sollen neue Markierungen die Wegfindung erleichtern. LERCH
<strong>Gästekarte: </strong>Kerstin Biedermann-Smith wünscht sich, dass die Gästekarte auf ganz Vorarlberg ausgeweitet und vereinheitlicht wird. Die Mobilität soll für die Gäste im ganzen Land umsonst sein. Mit der Gästekarte-Premium sind sogar Bergbahnfahrten inklusive. Momentan sei die Alpenregion Bludenz mit den Montafoner Bergbahnen im Gespräch, dass auch sie sich an diesem Angebot beteiligen. „Wir sind auf einem guten Weg“, so die scheidende Geschäftsführerin. „Es geht nicht alles von heut auf morgen, das habe ich in meinen 16 Jahren gelernt“, lacht sie. Jetzt schon konnte man durch die Gästekarte-Premium die Seilbahnfahrten an Regentagen erhöhen.
Gästekarte: Kerstin Biedermann-Smith wünscht sich, dass die Gästekarte auf ganz Vorarlberg ausgeweitet und vereinheitlicht wird. Die Mobilität soll für die Gäste im ganzen Land umsonst sein. Mit der Gästekarte-Premium sind sogar Bergbahnfahrten inklusive. Momentan sei die Alpenregion Bludenz mit den Montafoner Bergbahnen im Gespräch, dass auch sie sich an diesem Angebot beteiligen. „Wir sind auf einem guten Weg“, so die scheidende Geschäftsführerin. „Es geht nicht alles von heut auf morgen, das habe ich in meinen 16 Jahren gelernt“, lacht sie. Jetzt schon konnte man durch die Gästekarte-Premium die Seilbahnfahrten an Regentagen erhöhen.
<strong>Mountainbike:</strong> Die Alpenregion Bludenz hat vor Kurzem eine neue Mountainbikekarte herausgebracht. Das Highlight: Eine 5-Täler-MTB-Tour. Generell wolle man zwar das Mountainbike-Routennetz erweitern, man komme aber mit den personellen Ressourcen an seine Grenzen. Momentan prüfe man aber einige neue Strecken. Die Talschaften müssten außerdem für Mountainbiker besser miteinander verbunden werden.<span style="color: rgba(111, 111, 111, var(--text-opacity)); font-size: 0.75rem; text-transform: uppercase; font-family: Georgia, Cambria, &quot;Times New Roman&quot;, Times, serif;"><span class="copyright">Andreas Meyer</span></span>
Mountainbike: Die Alpenregion Bludenz hat vor Kurzem eine neue Mountainbikekarte herausgebracht. Das Highlight: Eine 5-Täler-MTB-Tour. Generell wolle man zwar das Mountainbike-Routennetz erweitern, man komme aber mit den personellen Ressourcen an seine Grenzen. Momentan prüfe man aber einige neue Strecken. Die Talschaften müssten außerdem für Mountainbiker besser miteinander verbunden werden.Andreas Meyer
<strong>Klostertal:</strong> Geplant ist eine Erlebnisausstellung „Wasser.Kraft.Werk“ im Kraftwerk Spullersee. Die verschiedenen Stationen sollen drinnen sowie draußen – hier in zwei alten Eisenbahnwagons – installiert werden. Um das Kraftwerk herum soll ein Themenweg entstehen mit einer „überdimensionalen Rutsche“. 2020 wurde dazu ein Konzept erstellt und der ÖBB präsentiert, die auch nicht abgeneigt ist. Doch aufgrund von Corona hat sie momentan keinen finanziellen Spielraum für ein rund 1,5 Millionen Euro teures Projekt, weshalb die Erlebnisausstellung erst einmal auf Eis gelegt wurde. <span class="copyright">VN/JUN</span>
Klostertal: Geplant ist eine Erlebnisausstellung „Wasser.Kraft.Werk“ im Kraftwerk Spullersee. Die verschiedenen Stationen sollen drinnen sowie draußen – hier in zwei alten Eisenbahnwagons – installiert werden. Um das Kraftwerk herum soll ein Themenweg entstehen mit einer „überdimensionalen Rutsche“. 2020 wurde dazu ein Konzept erstellt und der ÖBB präsentiert, die auch nicht abgeneigt ist. Doch aufgrund von Corona hat sie momentan keinen finanziellen Spielraum für ein rund 1,5 Millionen Euro teures Projekt, weshalb die Erlebnisausstellung erst einmal auf Eis gelegt wurde. VN/JUN
<strong>Brandnertal: </strong>Neben einem fixen Bikeevent im Jahr sollen sich auch fünf Aussichtspunkte im Brandnertal etablieren. Die Panorama- bzw. Infotafeln mit QR-Codes sollen dort bis nächstes Jahr Sommer aufgestellt werden. Auch der Tiererlebnispfad soll mit einheitlichen Tafeln übersichtlicher gestaltet werden. Zudem sollen Landwirte entlang des Tiererlebnispfades miteinbezogen werden, die zu bestimmten Zeiten Stallbesichtigungen anbieten könnten und so die Landwirtschaft erlebbarer machen würden. Beim Alvierbad könnten künftig Biotoptouren für Familien angeboten werden. <span class="copyright">Paulitsch</span>
Brandnertal: Neben einem fixen Bikeevent im Jahr sollen sich auch fünf Aussichtspunkte im Brandnertal etablieren. Die Panorama- bzw. Infotafeln mit QR-Codes sollen dort bis nächstes Jahr Sommer aufgestellt werden. Auch der Tiererlebnispfad soll mit einheitlichen Tafeln übersichtlicher gestaltet werden. Zudem sollen Landwirte entlang des Tiererlebnispfades miteinbezogen werden, die zu bestimmten Zeiten Stallbesichtigungen anbieten könnten und so die Landwirtschaft erlebbarer machen würden. Beim Alvierbad könnten künftig Biotoptouren für Familien angeboten werden. Paulitsch
<strong>Großes Walsertal:</strong> Sonntag-Stein soll sich touristisch weiterentwickeln. Kerstin Biedermann-Smith schlägt vor, kleinere Hotelbetriebe anzusiedeln und betont, dass damit keine „Monster-Projekte“ gemeint sind, denn Massentourismus passe sowieso nicht ins Große Walsertal. Außerdem gibt es bereits einen neuen Themenweg „walser.wald.apotheke“ in Faschina. In der Broschüre findet man die Wegbeschreibung, an den Stationen wird man zu Achtsamkeitsübungen angehalten. Hier soll man ganz bewusst durch die Natur gehen. Auch sollen die Winterwanderwege ausgebaut werden, jedoch sei man hier auf die Gemeinden angewiesen, die Personal dafür bereitstellen müssten. <span class="copyright">VN/JUN</span>
Großes Walsertal: Sonntag-Stein soll sich touristisch weiterentwickeln. Kerstin Biedermann-Smith schlägt vor, kleinere Hotelbetriebe anzusiedeln und betont, dass damit keine „Monster-Projekte“ gemeint sind, denn Massentourismus passe sowieso nicht ins Große Walsertal. Außerdem gibt es bereits einen neuen Themenweg „walser.wald.apotheke“ in Faschina. In der Broschüre findet man die Wegbeschreibung, an den Stationen wird man zu Achtsamkeitsübungen angehalten. Hier soll man ganz bewusst durch die Natur gehen. Auch sollen die Winterwanderwege ausgebaut werden, jedoch sei man hier auf die Gemeinden angewiesen, die Personal dafür bereitstellen müssten. VN/JUN