Diese Beihilfe kam schneller an

VN / 06.08.2021 • 22:00 Uhr
Diese Beihilfe kam schneller an
Viele Familien mussten rechnen, weil die Familienbeihilfe nicht kam.  VN/Paulitsch
 

“Ma hilft” und Caritas griffen fünf Familien wegen verzögerter Auszahlung der Familienbeihilfe unter die Arme.

feldkirch Es war ein Problem, das nicht einmal die Politik auf dem Schirm hatte, viele Familien jedoch an den Rand der Existenz brachte. Es ging um die Familienbeihilfe bzw. die Prüfung der Anspruchsberechtigung, die im Coronajahr ausgesetzt worden war. Als Folge davon bildete sich ein Stau, die Bearbeitung der Anträge zog sich hin, das vielfach dringend benötigte Geld blieb aus. Ein ausführlicher VN-Bericht, in dem Kinder- und Jugendanwalt Michael Rauch auf die Misere aufmerksam gemacht und der auch Landeshauptmann Markus Wallner auf den Plan gerufen hatte, brachte dann jedoch Bewegung in die Sache. “Inzwischen kommen die Nachzahlungen, und auch die reguläre Auszahlung scheint wieder einigermaßen zu funktionieren”, kann Caritas-Direktor Walter Schmolly von Gesprächen mit Betroffenen berichten.

Überbrückungshilfe

Schon vorher wurden “Ma hilft” und Caritas aktiv. Gemeinsam wurde für Familien, die durch die verzögerte Auszahlung die Grundbedürfnisse ihrer Kinder nicht mehr abdecken konnten, eine rasche und unkomplizierte Überbrückungshilfe organisiert. Daraufhin haben sich binnen weniger Tage fünf Familien bei der Caritas gemeldet. “Nach einem entsprechenden Gespräch, das bei uns dazugehört, erhielten die Familien die erforderliche finanzielle Unterstützung”, sagt Schmolly. Er vermutet stark, dass die ausführliche Berichterstattung wesentlich dazu beitrug, die Abarbeitung der Antragsberge zu beschleunigen. Wie berichtet, harrten 233.000 Anträge der Erledigung. Für knapp 200.000 gilt das inzwischen. Andere soziale Einrichtungen wie Kinderdorf und ifs griffen Familien in dieser Ausnahmesituation ebenfalls unter die Arme.

Kinder- und Jugendanwalt Michael Rauch war schon im Mai mit Familien konfrontiert, die bereits monatelang verzweifelt auf die Auszahlung der Familienbeihilfe warteten: „Für viele Betroffene ging es dabei schlicht und einfach um die Existenz.” Auch in der VN-Redaktion langten zahlreiche Schreiben von Familien ein, in denen diese ihre prekäre Lage schilderten. Das Fehlen eines Bescheides auf Zuerkennung der Familienbeihilfe brachte nämlich noch andere Unannehmlichkeiten mit sich. Ohne Familienbeihilfe konnte kein Kinderbetreuungsgeld lukriert werden, und es gab keinen Versicherungsschutz, wie eine Mutter vom Arzt zu hören bekam.

Negative Folgen

Die Aussetzung der Anspruchsüberprüfung im Coronajahr wird im Nachhinein zwar als positiv bewertet, weil Familien auch keine Rückzahlungsaufforderungen ins Haus flatterten. Die sich daraus ergebenden Folgen sah in dieser Dimension offenbar niemand kommen.