Einige Einwände gegen den Montafonpark

VN / 21.07.2021 • 16:56 Uhr

Hauptproblem bleibt das unzureichende Verkehrs- und Parkkonzept.

Über den Schmelzhüttenweg, der auf fünf Meter Breite ausgebaut werden soll, soll künftig der Verkehr des Montafonparks geleitet werden. <span class="copyright">STR</span>
Über den Schmelzhüttenweg, der auf fünf Meter Breite ausgebaut werden soll, soll künftig der Verkehr des Montafonparks geleitet werden. STR

Tschagguns Der Montafonpark kommt vor allem aufgrund seines (fehlenden) Verkehrskonzeptes nicht gut bei den Einheimischen an. Nachdem das Projekt von Michael Furtner bereits in der Gemeindevertretungssitzung für Aufruhr gesorgt hatte (die VN berichteten), gingen im Anschluss einige Stellungnahmen von Anrainern des Schmelzhüttenweges und Gardengaweges bei der Verwaltung ein. Die Stellungnahmen lassen sich laut Bürgermeister Herbert Bitschnau in drei Themen einordnen: raumplanerische Probleme (Verkehrskonzept, Zufahrtswege), der Gesamtbebauungsplan (was ist widmungsfähig, was nicht) und ferner politische und grundlegende Themen wie die Bauzeit. Für die verschiedenen Themen bräuchte man verschiedene Fachleute.

Hauptproblem ist der Verkehr

Das Durch- und Aufarbeiten der ausführlichen Stellungnahmen nehme einige Zeit in Anspruch, sagt Bitschnau. Viele Stellungnahmen würden sich aber auch thematisch wiederholen. Das Hauptproblem seien die Emissionen und der Verkehr. Die Bedenken kann Bitschnau gut nachvollziehen, wohnt er doch selbst im Schmelzhüttenweg. „Momentan ist das Verkehrsaufkommen dort gleich null“, weiß der Rathauschef.

Das Projekt Montafonpark ist schon einige Jahre alt. Den Tschaggunsern dürfte es zwar klar gewesen sein, dass die „hochwertigen Flächen von Michael Furtner der Bebauung zugeführt werden“, meint Bitschnau, doch viele hofften, dass sich diese Bebauung noch hinauszögern würde, denn es gab schon etliche Hotelprojekte auf dem Areal „vor meiner Zeit“, die alle „im Projektstadium gescheitert“ sind.

Der Schmelzhüttenweg ist zurzeit noch ziemlich schmal und mit Schotter bedeckt. Das soll sich schon bald ändern. <span class="copyright">STR</span>
Der Schmelzhüttenweg ist zurzeit noch ziemlich schmal und mit Schotter bedeckt. Das soll sich schon bald ändern. STR

Schmelzhüttenweg wird ausgebaut

Dass der Montafonpark aber einen Mehrwert für die Bürger bieten würde, da wären sich alle einig. Das Verkehrsproblem bleibt aber bestehen. Bis jetzt fahren über den Gardengaweg und Schmelzhüttenweg nur die Anrainer. Wenn beim Montafonpark Wohnungen entstehen, dürfen die neuen Bewohner nur über den Gardengaweg hinfahren. Zurück müssen sie über den Schmelzhüttenweg. Die Besucher des Montafonparks werden über den Schmelzhüttenweg, der in diesem Zuge auf fünf Meter Breite ausgebaut werden soll, geleitet. Diese Verkehrsführung könne man mit der Tiefgaragenzufahrt regeln.

Man müsse nun prüfen, wie viel zusätzlicher Verkehr durch den Montafonpark entstehen würde. Die Wohnbebauung sieht Bitschnau nicht so kritisch wie das Sportkonzept des Montafonparks, bei dem ein größeres Verkehrsaufkommen zu erwarten sei. „Meines Erachtens ist das Hauptproblem nicht der Anrainer-, sondern der tägliche Verkehr“, meint Bitschnau.

„Das Hauptproblem ist nicht der Anrainer-, sondern der tägliche Verkehr.“

Herbert Bitschnau, Bürgermeister Tschagguns

Im nächsten Schritt könne man überprüfen, ob es zumutbar wäre, wenn die Besucher bei hoher Auslastung auch auf den Parkplatz des Aktivparks ausweichen könnten. Immerhin sind nur 30 Parkplätze für Sportler beim Montafonpark vorgesehen. 650 Meter Fußweg wären vom Aktivpark bis zum Montafonpark zu bewältigen.

Ampelsystem als Lösung?

Der Tschaggunser Rathauschef könnte sich auch ein Ampelsystem gut vorstellen, das auf Rot schaltet, wenn die Parkplätze beim Montafonpark voll sind. Dann könnte man auf den Aktivpark ausweichen. Doch „wenn auch der Aktivpark voll ist, dann wird es von den Parkplätzen her schon schwieriger“, gibt Bitschnau zu bedenken. Das Vorarlberger Schulsportzentrum würde immerhin den Fußweg über den Rasafei- und Gampadelsbach zum Montafonpark nutzen. Man müsse das ganze Konzept nochmal komplett durchleuchten, ist Bitschnau der Meinung, und evaluieren, wie viele Menschen Platz in der Halle haben und wie viele Flächen gleichzeitig bespielt werden könnten.

So soll der neue Montafonpark aussehen.<span class="copyright">Lang Vonier Architekten </span>
So soll der neue Montafonpark aussehen.Lang Vonier Architekten

Gerade bei den Veranstaltungen seien noch viele Fragen offen bezüglich Shuttleservice, Personenanzahl und Zufahrt. Bei größeren Veranstaltungen bedarf es sowieso einer Genehmigung seitens der Gemeinde, die vorab die Zufahrt und das Verkehrskonzept klären muss. Dann könnten Wiesen im Umkreis des Montafonparks als Ausweichmöglichkeiten hergenommen werden. VN-JUN

Hier sieht man die alte Tennishalle, die dem Montafonpark weichen soll.<span class="copyright">Lang Vonier Architekten</span>
Hier sieht man die alte Tennishalle, die dem Montafonpark weichen soll.Lang Vonier Architekten