Ein Fizzers zur Covidimpfung

Erste Impfrunde für Jugendliche gut über die Bühne gegangen.
Dornbirn Es scheint ein Tag wie viele andere, die in den vergangenen Wochen in der Impfstraße in Dornbirn abgewickelt wurden. Tausende Menschen, die sich ihre Covid-19-Schutzimpfung abholen. Dennoch ist etwas ein bisschen anders, weil vornehmlich Jugendliche zwischen 12 und 15 Jahren diesmal das Impfzentrum im Messequartier frequentieren. Die erste Impfrunde für die Jugend ist angesagt. „Rund 3000 sind eingeladen“, wird die Impfkoordinatorin der Ärztekammer, Alexandra Rümmele-Waibl konkret. Und sie stellt den jungen Leuten ein gutes Zeugnis an Zuverlässigkeit aus. Absagen oder ungemeldetes Fernbleiben hätten sich in Grenzen gehalten. Die Debatte um die Notwendigkeit einer Covidimpfung für Jugendliche scheint ebenfalls keine negativen Folgen gezeitigt haben. Es sei zu keinen Abmeldungen gekommen, verlautet aus der Landespressestelle. Allerdings dümpeln auch die Vormerkungen auf dem bisherigen Stand von gut 3500 dahin. Dabei könnten etwa 17.000 Jugendliche die Impfung in Anspruch nehmen.
Selbst entschieden
Die Sonne brennt heiß vom Himmel, die Temperaturen bewegen sich um die 30 Grad und mehr. Etwas kühler ist es in der Impfhalle. In den Impfkojen halten sich die Ärztinnen und Ärzte bereit. Sie halten nicht nur Spritzen, sondern auch jede Menge bunter Fizzersrollen parat. Eine kleine Belohnung für die jungen Impfwilligen. Den Eingeladenen entsprechend wurden 3000 Stück angeschafft. Es herrscht den ganzen Tag über ein Kommen und Gehen. Viele Jugendliche werden von Eltern oder Großeltern begleitet, andere erledigen die Sache allein. Maia (14) und Lina (15) haben ihre Eltern und Freundin Hanna (15) dabei. „Lina war die treibende Kraft bei der Impfung“, erzählt Vater Ronald von Diskussionen, die es gegeben habe. Lina beharrte darauf: Sie könne das selbst entscheiden. Die Eltern akzeptierten den Wunsch ihrer Töchter: „Wir sind stolz darauf, dass unsere Kinder so selbständig sind“, sagt die Mutter und drückt Lina an sich. Die resümiert nach dem Stich: „Es hat weniger wehgetan, als gedacht.“

Gesundheitsabfrage
Auch Maia und Hanna verziehen keine Miene, als die dünne Nadel in den Arm eindringt. Im Gegenteil: „Ich bin froh, dass es mit der Impfung endlich geklappt hat“, sagt Hanna erleichtert. Der Intensivkoordinator des Landes, Oberarzt Wolfgang List, und sein Sohn Ludwig (14) haben sich auf das Motorrad geschwungen, um nach Dornbirn zu kommen. Für den Mediziner steht der Wert der Impfung außer Frage. Den Buben musste er auch nicht groß überzeugen: „Er hat sogar auf die Impfung gedrängt.“ Die Helme unter dem Arm mischen sie sich unter die Schar der Impfwilligen.

Die meisten Jugendlichen haben alle Unterlagen samt Impfpass dabei. Jeder Impfarzt fragt noch einmal genau den Gesundheitszustand des Impflings ab. Bei Krankheitssymptomen, und seien sie noch so leicht, würde nicht geimpft. Manche Eltern haben noch Fragen zur Impfung, als dem Nachwuchs offenbar lieb ist. „Jetzt ist fertig, jetzt wird geimpft!“, bremst eine 14-Jährige ihre scheinbar allzu besorgte Mutter aus.
In fünf Wochen durch
Zum späteren Nachmittag hin flacht der Zustrom an jungen Leuten langsam ab. Am Sonntag sind dann wieder die Erwachsenen an der Reihe. Rund 5500 werden in nächster Zeit täglich geimpft. „In fünf Wochen sind wir durch“, zeigt sich der Impfkoordinator der Ärztekammer, Robert Spiegel, überzeugt. Damit wären gut 60 Prozent der Bevölkerung geimpft. „Mehr als erwartet werden konnte“, fügt er noch an.