Stellungnahme ist da: Vorarlbergs Kinderärzte zur Covidimpfung für Jugendliche

VN / 15.06.2021 • 10:36 Uhr
Stellungnahme ist da: Vorarlbergs Kinderärzte zur Covidimpfung für Jugendliche
Am kommenden Samstag startet die erste große Impfrunde für Jugendliche. VN/PAULITSCH

Kinder- und Jugendärzte äußerten sich diplomatisch. Prinzip Freiwilligkeit bei Covidimpfung für Jugendliche

Dornbirn Die Stellungnahme fiel diplomatisch, aber zumindest einstimmig aus: „Wir befürworten die Covid-19-Impfung aller Kinder und Jugendlichen mit Risikoprofil und aller Menschen dieser Altersgruppe, die sich impfen lassen wollen“, erklärte die Fachgruppe der Kinder- und Jugendärzte in der Ärztekammer aktuell in einer Aussendung. Wie berichtet, trafen sich die Mediziner zu einer, zwar geplanten, aber, nicht zuletzt aufgrund der aufgeflammten Diskussion um die Covidimpfung bei 12- bis 15-Jährigen außergewöhnlich gut besuchten Sitzung, wie es Fachgruppensprecher Bernhard Jochum formulierte. Er sprach auch von einer ausgewogenen Diskussion zu dieser in die Schlagzeilen geratenen Thematik.

Druck wird abgelehnt

Gesamthaft schließt sich die Fachgruppe der Empfehlung des nationalen Impfgremiums an, welches die Impfung für die Jungen bekanntlich befürwortet, aber: „Wir lehnen jeden Druck in Richtung einer Impfentscheidung ausdrücklich ab.“ Das Prinzip der Freiwilligkeit habe höchste Bedeutung. „Wir sehen es als unsere Aufgabe, Kinder, Jugendliche und deren Familien fachgerecht zu informieren und ergebnisoffen aufzuklären“, betonte Bernhard Jochum. Als Grundlage für den getroffenen Konsens nannte er die Durchsicht der aktuellen, internationalen Fachliteratur sowie den kollegialen Austausch unter Experten.

Unterschiedliche Meinungen

Bernhard Jochum verhehlte allerdings nicht, dass es auch innerhalb der Fachgruppe unterschiedliche Beurteilungen bezüglich der Sinnhaftigkeit einer generellen Covidimpfung für Kinder und Jugendliche gebe. „Wie das in internationalen Impfgremien, der Fachliteratur und unter Kollegen eben auch der Fall ist“, wie Jochum anmerkte. Als Fachgruppe werde man weiterhin basierend auf der jeweiligen Datenlage die Diskussionen im Sinne der jungen Patienten führen und begleiten.

Zur Frage, ob es nicht Sinn machen würde, die 12- bis 15-Jährigen in den Praxen der Kinder- und Jugendärzte statt in anonymen Impfstraßen zu impfen, sagte Jochum: „Jugendliche in dem Alter sind von der Schule schon Reihenimpfungen gewohnt.“ Für sie stelle eine Impfstraße kein Problem dar, es müsse aber eine gute Aufklärung gewährleistet sein. Jüngere Kinder sieht er bei einer Impfung hingegen sehr wohl in entsprechenden Einrichtungen. Über eine mögliche Covid-19-Impfung für Kinder unter 12 Jahren wollte der Fachgruppensprecher zum jetzigen Zeitpunkt allerdings nicht reden.