Eine eigene Impfrunde für die Jugend

VN / 11.06.2021 • 05:55 Uhr
Eine eigene Impfrunde für die Jugend
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Land nützt bei Impfkampagne für Jugendliche auch die sozialen Medien.

Bregenz Von Jugend zu Jugend: Dann klappt es auch mit der Impfmotivation. Das zumindest erhofft sich das Land durch die Teilnahme von Nina Netzer an der nun gestarteten Impfkampagne für die 12- bis 15-Jährigen. Die 20-jährige Studentin aus Schruns ist TikTokerin und erreicht eigenen Angaben zufolge „mehrere Tausend Jugendliche“ aus Vorarlberg. Gemeinsam mit dem Dornbirner Allgemeinmediziner, Bernhard Schlosser, tritt Nina Netzer in Videos auf und bewirbt dort die Vorteile einer Covidschutzimpfung auch für jüngere Personen.

Einladung für alle Vorgemerkten

Selbstredend ist auch sie geimpft. „Ich möchte bei der Entscheidung für eine Impfung unterstützen und über Fakten informieren“, nannte Fleisch bei der Präsentation der Kampagne „Vorarlbergs Jugend impft“ als Beispiel das sich hartnäckig haltende Gerücht, wonach die Impfung Einfluss auf die Fruchtbarkeit oder Zeugungsfähigkeit bei jungen Menschen habe. Vor allem aber will sie die Vorteile berichten, die eine Impfung im Alltag bringt. Bislang haben sich von den rund 17.000 Jugendlichen aus der angesprochenen Altersgruppe fast 3500 für eine Covidschutzimpfung vormerken lassen, 120 sind geimpft. Für den 19. Juni kündigte Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher eine eigene Impfrunde für die jungen Leute in der Impfstraße in Dornbirn an und versprach: „Alle Vorgemerkten erhalten zu diesem Termin eine Einladung.“

Persönliche Entscheidung

Landeshauptmann Markus Wallner appellierte: „Bitte anmelden, bitte vormerken lassen!“ Persönlich hält er die Impfung für Jugendlich für wichtig. Auch sie hätten ein Recht auf Schutz, zumal noch nicht geklärt sei, was das Virus bei Kindern und Jugendlichen tatsächlich anrichten könne. Von den seit Ausbruch der Pandemie positiv getesteten rund 30.000 Personen waren knapp sechs Prozent unter 16. Wallner betonte aber, dass es immer eine persönliche Entscheidung sei. Das gilt zwar für die ab 14-Jährigen, die das selbst in die Hand nehmen können, nicht aber für die 12- und 13-Jährigen. Sie benötigen die Zustimmung mindestens eines Erziehungsberechtigten.

Doch was tun bei Konflikten, weil Eltern nicht wollen, dass ihr Kind geimpft wird, oder das Kind nicht will und die Eltern schon? Martina Rüscher empfiehlt in solchen Fällen, sich mit dem Hausarzt auszutauschen oder andere Beratungsmöglichkeiten zu nutzen. „Es gibt viele.“ Das Land hilft mit einem Faktencheck, Plakaten und eben Videos in sozialen Kanälen. Zudem soll die Aufklärungsarbeit in den Schulen verstärkt werden. Bernhard Schlosser verwies auf wissenschaftliche Studien, die belegen, dass der Impfstoff von BioNTech/Pfizer auch bei Jugendlichen sehr gut eingesetzt werden könne und vor schweren Verläufen bzw. Langzeitfolgen schütze. Bei 16 Jahren aufzuhören ergibt aus Sicht von Schlosser außerdem keinen Sinn.

Lieber kontrolliert als Chaos

Markus Wallner versicherte noch, dass er sich für eine Lösung in der Nachtgastronomie einsetzen werde. „Es ist an der Zeit, das zu diskutieren.“ Er gab sich überzeugt, dass mit einem guten Schutzkonzept die Bars und Clubs geöffnet werden könnten. Sein Credo: „Lieber ein kontrollierter Raum als ein Chaos an der Pipeline.“