Lockerungen: Die einen freut´s, andere warten

VN / 10.06.2021 • 15:00 Uhr
Lockerungen: Die einen freut´s, andere warten
Krobath in seinem weiterhin leeren Lokal. VN/HARTINGER

Während die Restaurants weiteren Lockerungen entgegenblicken dürfen, warten Nachtgastronomen mit sinkendem Verständnis.

Wien, Bregenz Die einen Öffnungsschritte sind noch nicht in Kraft, da wird für Juli bereits die nächste Öffnung angekündigt. Entgegen ersten Ankündigungen bleibt dabei jedoch ein Bereich weiter auf der Strecke: die Nachtgastronomie.

10. Juni

Mit dem heutigen Donnerstag wird die Sperrstunde auf 24 Uhr verschoben, innen dürfen nun acht, draußen 16 Erwachsene an einen Tisch. Pro Kunde sind nur mehr zehn Quadratmeter vorgesehen, der Mindestabstand fällt auf einen Meter. Kultureinrichtungen und Seilbahnen dürfen zu 75 Prozent ausgelastet sein. Maskenpflicht (FFP 2) besteht nur in geschlossenen Räumen und Fahrzeugen wie auch für Bedienungspersonal. In Outdoor-Bereichen fällt die Maske komplett. Lockerungen gibt es auch beim Reisen, so ist etwa die sogenannte “Pre Travel Clearance” nur noch bei der Einreise aus Hochinzidenz- und Virusvariantengebiete notwendig.

“Wir waren froh, dass wir wieder arbeiten können und haben das Beste daraus gemacht”, blickt Theresia Zwerger vom Kornmesser in Bregenz positiv zurück. Die größte Herausforderung war dabei die Zugangskontrolle. “Viele Geimpfte verstanden nicht, warum sie ihren Impfpass dabei haben sollten”, erklärt die Wirtin. Hinzu kommen jene, die sich versuchten mit abgelaufenen Tests durchzuschummeln. Die neuen Lockerungen sieht sie positiv, vor allem bei der Frage, wer zusammen an einem Tisch sein darf. “Nun kann man sich eher so treffen wie früher, das bringt ein Stück Normalität zurück”, ist Zwerger überzeugt. Mit der neuen Sperrstunde könne man noch entspannt aufessen und austrinken, was vorher so nicht möglich war. Wunschlos glücklich ist sie jedoch nicht: “Wir lassen unser Personal testen und alles. Mein Appell wäre, dass entsprechend die Maske wegfallen sollte. Bei 30 Grad im Sommer wird das ansonsten für die Bedienungen zum Horror.” An Gästen dürfte es nicht fehlen. “Immer mehr Leute trauen sich, wieder wegzugehen”, stellt die Wirtin fest. Gerade Ältere würden voller Freude den Impfausweis vorzeigen mit den Worten, dass man nun endlich wieder einkehren dürfe. Entsprechend hoch sei auch die Disziplin der Gäste.

1. Juli

Mit dem Monatswechsel fällt die Sperrstunde komplett, die 3-G-Regel soll beinahe alle weiteren Einschränkungen ersetzen – außer für die Nachtgastronomie. “Die Nachtgastronomie ist ein Bereich, der noch relativ ungeschützt ist. Weil viele Erwachsene noch ungeimpft sind”, widerspricht Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) einer entsprechenden Ankündigung der Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP). Tanzen und Trinken an der Bar sind weiterhin nicht möglich, nur die Konsumation an Tischen ist erlaubt.

Warum eine Hochzeit unter den 3-G-Regeln möglich ist, aber keine Diskothek, erschließt sich Vabrik-Betreiber Thomas Krobath nicht: “Das ist eigentlich eine Ungleichbehandlung.” Die Umsetzung wäre einfach, es gibt in jeder Disko schließlich nur einen Zugang, der bereits kontrolliert wird. “Mit den 3-G sind wir wie jede Branche in der Lage, gute Rahmenbedingungen zu bieten”, versichert Krobath. Er wüsste kein dem entgegenstehendes Argument. “Eine Diskothek ist in dieser Hinsicht nicht riskanter als eine vollbesetzte Bar.” Und gerade die Entwicklungen in den öffentlichen Räumen, sei es der Karlsplatz in Wien oder die Pipeline in Bregenz, bezeugen den sozialen Wert der Nachtgastronomie. Wenn diese Bilder nicht ausreichend belegen würden, dass sich die Nachtschwärmer nicht einsperren lassen, wisse er auch nicht weiter.