Corona stoppte auch anderes Impfprojekt

VN / 07.06.2021 • 09:00 Uhr
Corona stoppte auch anderes Impfprojekt
Derzeit ist Wissen vor allem zur Coronaimpfung gefragt.   VN/SAMS

aks gesundheit will umfassende Impfinformationen anbieten.

Bregenz Corona hat viele Projekte ins Stocken gebracht. So etwa das Vorhaben der aks gesundheit, Entscheidungshilfen für Kleinkinderimpfungen online und als Folder bereitzustellen, die gemeinsam mit Eltern, Gesundheitsexperten sowie Wissenschaftlern erarbeitet worden waren. Andererseits hat die Pandemie der bis dahin noch weitgehend unbekannten Webseite „rund-ums-impfen.at“ zu plötzlicher Aufmerksamkeit verholfen. Seit es dort auch Infos zur Coronaimpfung gibt, sind die Zugriffe auch ohne Werbung deutlich gestiegen. „Im April gab es Tage, an denen die Seite bis zu 200 Mal aufgerufen wurde“, erzählt Projektleiterin Andrea Niemann. Inzwischen wurde die Seite mit Informationen zur Coronaschutzimpfung für Kinder ergänzt.

Herbst- statt Sommergespräch

Das ursprüngliche Vorhaben wird dennoch fortgesetzt. „Die Folder sind mittlerweile erstellt, die Fragen und Antworten auch in Fokusgruppen mit Eltern und Experten getestet“, berichtet Andrea Niemann. Zudem ist anstelle der Sommergespräche ein Impf-Herbstgespräch geplant. In Verzug ist das Projekt, was die Beantwortung aller zehn Impffragen betrifft, die von rund 200 Interessierten eingebracht wurden. Bis Ende 2020 sollten alle online verfügbar sein. „Noch fehlen aber zwei Blöcke“, räumt Niemann ein. Die Verzögerung ist dem Lockdown im Frühjahr 2020 geschuldet. „Da hatten Eltern andere Probleme, als sich an Fokusgruppen zu beteiligen.“

Für eine gute Entscheidung rund ums Impfen braucht es leicht verständliche, wissenschaftlich abgesicherte und unabhängige Informationen. Mit diesem Anspruch startete die aks gesundheit 2018 das dreijährige Impfprojekt. „Ziel ist es, Eltern in ihrer individuellen Entscheidung bestmöglich zu unterstützen“, erläutert Andrea Niemann, denn: „Was die Wissenschaft zum Impfen erhebt, ist nicht unbedingt das, was Eltern brauchen.“  Deshalb arbeiteten Mütter und Väter von Anfang an im Projekt mit. Die Bevölkerung konnte ihre Fragen einbringen, verunsicherte Eltern wurden interviewt, um deren Bedürfnisse zu erheben, und spezialisierte Wissenschaftler recherchierten die jeweils aktuellsten Studienlagen zu den Kleinkinder-Impfungen. Auf diese Weise kristallisierten sich die 10 wichtigsten Impffragen heraus.

Schub durch Pandemie

Währenddessen katapultierte die Pandemie die Corona-Impfung in den Vordergrund. Zuerst standen die Infos nur den aks-Mitarbeitenden über das hauseigene Intranet zur Verfügung. „Dann kam die Überlegung, sie auf der Projekt-Webseite breiter anzubieten“, erzählt Niemann. Nach Rücksprache mit dem Land wurde der Plan in die Tat umgesetzt. Die Zugriffe belegen den Sinn der Maßnahme. Geht es nach dem Willen der Projektleiterin, waren Kleinkinder- und Corona-Impfung aber nur ein erster Anstoß für Größeres. „Wir möchten der Bevölkerung im Land nach Möglichkeit zu allen Impfungen gute und seriöse Unterlagen zur Verfügung stellen“, skizziert Andrea Niemann zukunftsträchtige Pläne. Finanziert wird das Projekt aus Mitteln des Vorarlberger Gesundheitsförderungsfonds, den das Land und die ÖGK dotieren.