Rote-Zone-Gemeinden hoffen auf Ende der Strenge

Land will heute, Montag, über Maßnahmen entscheiden.
Lustenau, Bregenz Gehen die für 12 Gemeinden des Bregenzerwaldes und Lustenau erlassenen verschärften Covidmaßnahmen in die Verlängerung oder werden sie morgen, Dienstag, für beendet erklärt? Diese Frage stellte sich der Lustenauer Bürgermeister Kurt Fischer schon am Sonntag. „Ich gehe fix von einer Aufhebung der roten Zone aus“, bekräftigte er gegenüber den VN. Er habe das auch im Landhaus deponiert, fügte Fischer an. Landeshauptmann Markus Wallner sprach zwar von einer Entspannung der Infektionslage in den betroffenen Regionen, jetzt brauche es aber zuerst eine genaue Analyse der Situation. Eine Entscheidung kündigte Wallner für heute, Montag, an. Da geht es zum einen um die Ausreisetestpflicht aus dem Bregenzerwald, die bekanntlich bereits einmal um eine Woche ausgedehnt wurde, sowie um die roten Zonen und die Test- und Maskenpflicht in selbigen.
Sinkende Tendenz
Die aktuellen Fallzahlen weisen für den Bregenzerwald und Lustenau tatsächlich eine leicht sinkende Tendenz aus. Im Bregenzerwald liegen die nachgewiesenen Infektionen bei 341 (-4). Angesichts der trotz allem angespannten Infektionslage hat das Land für das Sozialzentrum Egg wieder ein Besuchsverbot erlassen, nachdem dort ein Bewohner positiv auf Covid-19 getestet worden war. In Lustenau gibt es laut Infektionsteam derzeit 155 Coronainfektionen (-3). Das aufgrund der erlassenen Maßnahmen ausgebaute Testangebot wird indes weiterhin gut angenommen. So ließen sich am Sonntag im Bregenzerwald insgesamt über 3800 Personen testen. Von den seit 20. April 45.262 vorgenommenen Abstrichen erwiesen sich 100 als positiv.
Höhepunkt überschritten
Nach Ansicht des Landeshauptmanns ist der Höhepunkt des Infektionsgeschehens in den betroffenen Regionen überschritten. Er schreibt das den Verschärfungen mit Test- und Maskenpflicht in ausgewiesenen Bereichen sowie der Ausreisetestpflicht zu. Ob der Bevölkerung tatsächlich Erleichterungen ins Haus stehen, darauf wollte sich Markus Wallner aber nicht festlegen: „Da ist noch nichts fixiert.“ Der Lustenauer Gemeindechef hingegen rechnet fest damit. „Mit einer Inzidenz von 222 liegen wir bereits unter dem Landesschnitt“, argumentiert Kurt Fischer. Zudem sieht er Lustenau im Vergleich zu anderen Gemeinden nicht als Hotspot: „Ein solcher sind wir nicht!“. Er will jedoch nicht nur seine Kommune von den hohen Zahlen wegbekommen. „In Hinblick auf den 19. Mai muss sich das ganze Land darum bemühen“, sagt Fischer, der am Samstag auch im Testteam war und der Bevölkerung ein großes Lob für die Disziplin ausspricht.
Dass Scherzbolde in der Nacht von Samstag auf Sonntag an zehn Standorten die Verbotsschilder mit eigenen Hinweisen wie „Lustenau ist frei“ überklebt haben, nimmt Kurt Fischer gelassen. „Es gab keine Sachbeschädigungen“, spricht er deshalb von einem ruhigen Wochenende.