Modellregion noch nicht in Gefahr

VN / 01.04.2021 • 22:05 Uhr
Modellregion noch nicht in Gefahr
Die Öffnung der Gastronomie bedeutete einen kleinen Schritt in die Freiheit. VN/PAULITSCH

Am kommenden Mittwoch wird Zwischenbilanz gezogen.

bregenz Österreich sieht rot, und Vorarlberg ist, wie berichtet, auch wieder mit dabei, obwohl sich die Situation zumindest auf den Intensivstationen nach wie vor entspannt darstellt. Derzeit benötigen drei Covid-19-Patienten eine intensivmedizinische Betreuung, ein im Vergleich zu den vergangenen Wochen leichter Zuwachs. Noch gibt es in Vorarlberg keine Anfragen zur Aufnahme von Intensivpatienten aus anderen Bundesländern, der Intensivkrisenstab des Bundes steht jedoch in engem und ständigem Austauch mit den Intensivkoordinatoren der neun Bundesländer. In den Spitälern des Landes sind derzeit insgesamt 22 Covidpatienten in stationärer Behandlung.

Hauptsächlich Familiencluster

Anders sieht es bei den Infektionszahlen aus. Sie haben sich beispielsweise im Bezirk Dornbirn binnen einer Woche verdreifacht. Von 50 neu registrierten Infektionen pro 100.000 Einwohner und Woche kletterte die Inzidenz auf über 150. Eine genaue Erklärung gibt es dazu nicht. Cluster in einem Hörbranzer oder Lochauer Ausmaß sind nicht bekannt. Der größte Cluster in Dornbirn umfasst derzeit neun Personen, berichtet Landessanitätsdirektor Wolfgang Grabher. Hier sei ein Wohnheim betroffen. Zudem gebe es in der Stadt Dornbirn zwei größere Familiencluster, einer mit fünf und einer mit sechs Personen.

Er glaubt auch nicht, dass die steigenden Zahlen auf die Lockerungen im Land zurückzuführen sind. Es habe sich bereits vor Beginn des Modellregionstatus´ ein gewisser Anstieg abgezeichnet. Außerdem hätten sich bei der Rückverfolgung der Infektionsketten die Quellenangaben nicht wesentlich verändert. „Am häufigsten werden nach wie vor die Familie und die Berufstätigkeit genannt“, erklärt der Landessanitätsdirektor. Gaststättenbesuche oder kulturelle Veranstaltungen würden nie angegeben. Zugegebenermaßen sei das aber schwer kontrollierbar. Laut Dokument der Ampelkommission ist bei etwa der Hälfte der Fälle die Quelle bekannt. Damit liegt Vorarlberg genau im österreichischen Durchschnitt.

Die Modellregion wird von der Coronakommission indes noch nicht in Frage gestellt. Das bestätigt auch Landeshauptmann Markus Wallner. Die Zunahme der Infektionen habe nichts mit den Öffnungsschritten zu tun. Dennoch wird am kommenden Mittwoch mit dem Gesundheitsminister eine Zwischenbilanz gezogen. Es soll sondiert werden, wie es weitergehen kann. Entscheidend sei aber die Entwicklung über die Osterfeiertage.