Aufatmen in den Intensivstationen

Belegung stabil niedrig. Arzt pocht auf Impfung und Maske.
Feldkirch Intensivmediziner in anderen Bundesländern schlagen bereits wieder Alarm, berichten von einer Zunahme an Covid-19-Patienten und warnen vor einer dritten Infektionswelle. In den Vorarlberger Krankenhäusern ist die Situation hingegen schon seit einigen Wochen erfreulich ruhig. Die Zahl der stationären Covid-19-Patienten bewegt sich stabil im Bereich von 30. Derzeit werden insgesamt 27 Covid-19-Patienten betreut, müssen vier intensiv behandelt werden. Auch Intensivbettenkoordinator Oberarzt Wolfgang List spricht von sehr guten Daten. „Wir sind derzeit weit weg von einem Versorgungsengpass. Jedes Spital hat freie Bettenkapazitäten auch im Intensivbereich“, bestätigt er im VN-Gespräch. Für den Mediziner sind die angedachten Öffnungsschritte deshalb völlig legitim. Natürlich würden die Infektionszahlen dann wieder steigen, da brauche man kein Wahrsager zu sein, räumt List ein, aber das müsse ja nicht zwangsläufig eine höhere Hospitalisierungsrate bedeuten. Viel hänge von der Altersstruktur der Infizierten ab. „Es ist deshalb wichtig, die Risikogruppen weiterhin zu schützen“, betont er. Da glaubt Wolfgang List felsenfest an die Wirksamkeit von Impfungen und FFP2-Masken.
Bewusstsein gefordert
Er rechnet damit, dass sich britische Variante des Coronavirus auch in Vorarlberg durchsetzt. Da diese deutlich ansteckender ist, dürfte es zu einem Anstieg der positiven Tests kommen, sollten Lockerungen, wie angekündigt, tatsächlich umgesetzt werden. Den Blick allein auf die positiven Ergebnisse zu richten, hält Wolfgang List jedoch für zu kurz gegriffen. Das Alter spiele eine entscheidende Rolle. Mit den Impfungen und der konsequenten Anwendung von FFP2-Masken besteht seiner Ansicht nach eine gute Chance, die Zahlen trotzdem im Zaum zu halten. „Es braucht aber das Bewusstsein, besonders gefährdete Personen zu schützen.“ Dieses Bewusstsein hat der Intensivmediziner im vergangenen Sommer schmerzlich vermisst. „Wir sind noch nicht raus!“, warnt er und rät jedem zur Impfung: „Sie kann schwere Krankheitsverläufe verhindern.“
Während die Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen deutlich weniger werden, hält sich die Zahl der Nicht-Covid-Patienten dort konstant hoch. Derzeit sind es 36. Wolfgang List spricht in diesem Zusammenhang von einer normalen Belegung. Die Auslastung liegt im Jahresdurchschnitt zwischen 70 und 80 Prozent. Außerdem ist die Aufenthaltsdauer von Nicht-Covid-Patienten auf Intensivstationen kürzer.