Coronavirus lässt nicht locker

VN / 05.03.2021 • 05:50 Uhr
Teils dramatische Bilder aus Intensivstationen prägten das vergangene Jahr. <span class="copyright">KHBG</span>
Teils dramatische Bilder aus Intensivstationen prägten das vergangene Jahr. KHBG

Die Pandemie forderte auch in Vorarlberg ihre Opfer.

feldkirch Seit einem Jahr hat die Coronapandemie das Land fest im Griff. Das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben ist einzig noch auf die Bekämpfung des Virus ausgerichtet. Nach drei mehr oder minder scharfen Lockdowns und dem Beginn der Impfungen zeichnet sich jetzt aber ein Weg aus einer Krise ab, die viel Leid mit sich brachte und zum Teil immer noch bringt, wie ein Blick zurück auf das Coronajahr 2020 aufzeigt.

Patienten. Seit 26. Februar 2020 mussten 1509 Covid-19-Patienten in den Spitälern Vorarlbergs aufgenommen werden.

Intensivstationen. Seit 26. Februar 2020 mussten insgesamt 241 Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen in den Spitälern Vorarlbergs behandelt werden. Um die Belegung der immer wieder aufgestockten Bettenkapazitäten entsprechend gut abstimmen zu können, wurde mit dem Intensivmediziner Oberarzt Wolfgang List ein Koordinator für alle Häuser bestellt.

Tödliche Gefahr. 177 Covid-19-Patienten sind bislang in den Spitälern des Landes am oder mit dem Coronavirus verstorben.

Betroffenheit. Das durchschnittliche Alter von Covid-19-Patienten in den Spitälern liegt derzeit auf den Normalstationen bei 70 Jahren, auf den ICU-Stationen bei 68,5 Jahren. Betroffen von den Virusinfektionen waren bislang mehr Männer. Ihr Anteil macht 56 Prozent aus, jener der Frauen 44 Prozent.

Behandlung. Ein Covid-19-Erkrankter verbleibt im Durchschnitt neun Tage auf der Normalstation. Die Aufenthaltsdauer auf der Intensivstation ist hingegen länger und liegt bei rund 21 Tagen. Es gab aber auch Patienten, die deutlich darüber hinaus intensiv behandelt werden mussten. Coronapatienten sind zudem sehr pflegeintensiv und benötigen etwa 1,5 bis zweimal so viel Betreuungspersonal wie ein Nicht-Covid-Patient.

Personal. Eine besondere Herausforderung bedeutete und bedeutet die Pandemie immer noch für das Krankenhauspersonal, da die Arbeit mit Covid-19-Patienten deutlich umfangreicher ist. Dennoch scheint es gelungen, die Überstunden gering zu halten, wie von Seiten der Kommunikationsabteilung der Krankenhausbetriebsgesellschaft (KHBG) erklärt wird. Im Rahmen der intensiven häuserübergreifenden Kooperation, einer engen und sehr guten Zusammenarbeit zwischen Management und Betriebsrat sowie einer hoch flexiblen Steuerung der Patientenversorgung zwischen Regelversorgung und Versorgung von Covid-19-Patienten sei es in Summe gelungen, die Zeitsalden weitgehend ausgeglichen zu halten. Mehr- und Überstunden sind demnach nur in Einzelfällen und kurzfristig etwa aufgrund Quarantänemaßnahmen entstanden. Durch Verstärkung der Teams durch Mitarbeiter anderer Stationen bzw. Bereiche oder Krankenhäuser habe jeweils sehr rasch Unterstützung organisiert und die Mehrbelastung reduziert werden können.

Schutzmaterial. Seit Beginn der Coronapandemie wurde Schutzmaterial im Ausmaß von rund elf Millionen Euro angeschafft.

Das Fazit von KHBG-Direktor Gerald Fleisch fällt trotz aller Brisanz positiv aus: „Das Coronajahr war durch große Einsatzbereitschaft und einen tollen Zusammenhalt gekennzeichnet. Quer durch alle Berufsgruppen und Altersstufen haben sich die Mitarbeitenden beeindruckend auf die sich immer ändernden Herausforderungen eingestellt. Das System Spital hat sehr gut funktioniert. Bedanken möchten wir uns auch bei der Bevölkerung, die durch Abstand halten und Geduld bei Wartezeiten sowie Besuchsrestriktionen eine Aufrechterhaltung der Covid-Notversorgung erst ermöglicht hat.“