Eingeschränkter Pistenspaß bringt auch weniger Unfälle

VN / 31.12.2020 • 05:50 Uhr
Eingeschränkter Pistenspaß bringt auch weniger Unfälle
Die Unfallabteilung im LKH Feldkirch agiert mit stärkster Besetzung. KHBG/NUSSBAUMER

Zahl der Verletzten rund um die Weihnachtsfeiertage rückläufig.

Feldkirch Die Wintersaison läuft bislang, coronabedingt, auf Sparflamme, und das nicht nur, was das Liftangebot betrifft. Es fehlen zum größten Teil auch die ausländischen Urlauber, die speziell zu dieser Jahreszeit die Pisten im ganzen Land fluten und in der Folge für volle Unfallambulanzen sorgen. Dem ist heuer nicht so. „Die Einschränkungen machen sich schon bemerkbar, es gibt bislang deutlich weniger Skiunfälle“, bestätigt der Leiter der Unfallchirurgie im LKH Feldkirch, Primar René El Attal auf VN-Nachfrage.

Weniger Kopfverletzungen

Doch auch ohne Ski oder Snowboard fahrende Massen bleibt genug zu tun. So werden etwa in Feldkirch immer noch täglich zwischen fünf und zehn Wintersportler eingeliefert, die aufgrund der Schwere ihrer Verletzungen operiert werden müssen. Zum Vergleich: In einer normalen Wintersaison sind es drei- bis viermal so viel. Das lange Skiwochenende rund um die Weihnachtsfeiertage hatte es dennoch in sich. „Da haben wir sehr viel operiert“, berichtet René El Attal. Oberschenkelhalsbrüche, Oberarmbrüche und Wirbelsäulenverletzungen landen derzeit am häufigsten auf den OP-Tischen. Weniger schwere Blessuren werden in den meisten Fällen in der Unfallambulanz des LKH Bludenz verarztet.

Die Kopfverletzungen sind dank der inzwischen hohen Helmtragequote hingegen weniger geworden. Die Altersstruktur bei den Verletzten ist bunt gemischt. Der jüngste aktuell eingelieferte Patient war elf. Insgesamt auffallend ist laut dem Arzt, dass die mehr oder minder leeren Pisten offenbar zum Draufgängertum verleiten.

Für die Unfallchirurgie, die mit voller Besetzung aufwartet, bringt die derzeit geringere Patientenfrequenz auch Vorteile. „Es gibt nicht den hohen Druck, der in einer normalen Wintersaison herrscht“, erklärt der Abteilungsleiter. Die meisten Verletzten können noch am gleichen Tag operiert werden, und das trotz eingeschränkter OP-Kapazitäten. „Noch kommen wir gut damit zurande“, sagt El Attal. An seiner Abteilung werden jährlich etwa 35.000 Eingriffe durchgeführt. Zu den Wintermonaten, die den Unfallchirurgen am meisten Arbeit bescheren, zählen Jänner, Februar und März, im Sommer sind es Juli und August.