Vor der Bescherung zum Antigentest

VN / 16.12.2020 • 21:30 Uhr
Vor der Bescherung zum Antigentest
Nach Weihnachten und Neujahr wird die Bevölkerung wieder zu den Massentests gerufen. VN/LERCH

Angebot von Land und Ärztekammer für Angehörige von Risikopersonen.

bregenz “Die Menschen werden sich an Weihnachten treffen. Mit dem kostenlosen Schnelltest-Angebot wollen wir Sicherheit schaffen, so weit das möglich ist”, beschrieb Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher bei einer Pressekonferenz die Intention, am 23. und 24. Dezember die Angehörigen von Risikopersonen noch schnell zum Test zu bitten (die VN berichteten). Damit ist der angesprochene Personenkreis auch bereits eingegrenzt. Die Testkapazitäten gibt Rüscher mit rund 3000 Personen an. Bei Bedarf könne das Testpersonal jedoch aufgestockt werden. Die Aktion wird gemeinsam mit der Ärztekammer geschultert. Mehr als 40 Ärztinnen und Ärzte haben sich bereits für den vorweihnachtlich-ehrenamtlichen Einsatz gemeldet.

Kein Freibrief

Auf die Besuchsregelungen in den Pflegeheimen und Krankenhäusern haben die Testungen keinen Einfluss. Die Beschränkungen bleiben weiter aufrecht. Ein negativer Antigentest sollte auch nicht zu Leichtsinn und Übermut verleiten, zumal diese Tests gerade bei Menschen ohne Symptome leicht falsch-positive Ergebnisse bringen können. Auch Martina Rüscher hielt nachdrücklich fest: “Das Testangebot ist kein Freibrief. Wir müssen weiterhin alle Regeln konsequent einhalten. Das gilt übrigens auch für Personen, die bereits eine Coviderkrankung überstanden haben. Ärztekammerpräsident Michael Jonas berichtete von vielen Anfragen von Angehörigen in den Ordinationen, die sich bezüglich Weihnachtsbesuchen sehr verunsichert gezeigt hätten. “Das hat uns motiviert, an diesem Testangebot mitzuwirken.” Robert Spiegel, Covidbeauftragter der Ärztekammer, machte deutlich, dass sich das Land trotz leicht rückläufiger Infektionszahlen immer noch auf dünnem Eis bewege. “Es trägt nicht viel.”

Ab sofort können sich Testwillige per Online-Formular unter www.vorarlberg.at/vorarlbergtestet oder unter der Rufnummer 0810 810 600 anmelden und einen Termin reservieren. Um die Organisation zu erleichtern, sind Anmeldungen bis spätestens Sonntag, 20. Dezember, erwünscht. Landesweit wurden 20 Abnahmestellen eingerichtet, und zwar in allen Städten sowie in den Regionen Bregenzerwald, wo es Testmöglichkeiten in 13 Praxen gibt, und im Kleinwalsertal.

Weitere Massentests geplant

Weitere Massentests kündigte Rüscher für den Zeitraum vom 8. bis 10. Jänner 2021 an. Rund um diese Termine soll ein Schwerpunkt auch auf Testungen in Betrieben gelegt werden. Die genauen Abläufe sind in Ausarbeitung. Ob es, um den Zulauf zu den Massentests zu steigern, Anreize etwa finanzieller Natur gibt, ist laut Martina Rüscher derzeit Gegenstand von Gesprächen auf Bundesebene. Sicher sei jedoch: “Lösen können wir das Pandemieproblem nur gemeinsam.”