Gratis Grippeimpfung in den Pflegeheimen im Raum

VN / 20.07.2020 • 21:00 Uhr
Gratis Grippeimpfung in den Pflegeheimen im Raum
In Coronazeiten gewinnt die Grippeschutzimpfung wieder an Wert. APA

Land bestellte entsprechenden Impfstoff in den USA.

bregenz Sommer und Sonne können die Schatten nicht vertreiben, die jetzt schon über dem kommenden Herbst liegen. Die Frage, wie es mit dem Coronavirus weitergeht und was passiert, wenn das Grippevirus sich dazugesellt, treibt die politisch Verantwortlichen um. Auf jeden Fall wird mangels Corona-Impfstoff eine deutlich gesteigerte Nachfrage nach Grippeimpfstoff erwartet.

Zulassung fehlt noch

Die Apothekerkammer hat, wie mehrfach berichtet, noch vor Corona rund 15.000 Impfdosen bestellt. Eine Menge, die bis dato nicht gebraucht wurde, jetzt aber knapp werden könnte. Nachbestellungen sind nicht möglich. Deshalb hat das Land über die Bundesbeschaffungsagentur in den USA zusätzlich 5000 Dosen geordert. Dem Impfstoff fehlt zwar noch die europäische Zulassung, die soll aber spätestens im Herbst da sein, sodass der Impfstoff ab November zur Verfügung stehen könnte. Wie Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher auf VN-Anfrage mitteilte, ist der Impfstoff nur für Personen ab 65 zugelassen. “Es ist vorgesehen, ihn Personen in Pflegeheimen gratis zur Verfügung zu stellen, da sie ein höheres Risiko für schwere Krankheitsverläufe haben”, erklärte Rüscher.

Für andere Personengruppen wird es keine Gratisabgabe wie in Wien geben. Das Impfen von Erwachsenen sei in erster Linie die Aufgabe der niedergelassenen Ärzte. Die ÖGK und andere Versicherungen würden jedoch einen Zuschuss gewähren. Der Impfstoff ist allerdings teurer geworden. So stieg der Einkaufspreis um 20 Prozent. Die Apothekerkammer bemüht sich ungeachtet dessen um eine Rabattaktion. Bislang kostete eine Impfdosis in Aktion 15 Euro. „Diesen Preis können wir nicht halten“, sagt Jürgen Rehak. Heuer müssen für das Serum 18 Euro auf den Tisch gelegt werden. Das sind im Vergleich zum regulären Tarif immer noch neun Euro weniger. Der finanzielle Aufwand scheint aber ohnehin eine untergeordnete Rolle zu spielen. Darauf lässt die Nachfrage schließen, die bereits eingesetzt hat. „Zahlreiche Kunden lassen sich den Impfstoff schon reservieren“, berichtet der Apothekerkammerpräsident.

Spray für Kinder

Für Kinder wird ebenfalls vorgesorgt. Sie erhalten, wenn gewünscht, die Grippeschutzimpfung im Rahmen des Kinderimpfprogramms gratis. Der Bund hat 200.000 Dosen eines Sprays angekauft, etwa 4000 bis 5000 davon gehen, dem Bevölkerungsanteil entsprechend, nach Vorarlberg.