Google Maps: Street View made in Vorarlberg

Nach und nach vervollständigt Google seine virtuellen 360°-Karten vom Ländle, auch mit Hilfe von Vorarlbergern.
Altach Im Sommer 2018 veränderte sich Google Maps massiv: Mit acht Jahren Verspätung startete am 12. Juni Google Street View als 87. Nation in Österreich. Seitdem wird am Material gefeilt und laufend erweitert und aktualisiert. So wurde erst kürzlich das Material wieder aktualisiert. Das neueste Bildmaterial stamme aus den Bevölkerungszentren Bregenz, Dornbirn, Feldkirch, Bludenz und außerdem Lech, bestätigt Google auf VN-Anfrage.
Vorarlberger vorne mit dabei
Grundsätzlich kann jeder Street-View-Partner werden und eigenes Bildmaterial beisteuern. Ganz vorne mit dabei ist die Multimediafabrik in Altach. Diese baute unter der Leitung von Rene Hörmann vor drei Jahren, als Google die notwendigen Schnittstellen freigab, ein eigenes Google-Auto. Und mit einem Projekt sorgten sie dabei gleich weltweit für Aufsehen: Per Skidoo erstellten sie eine Street-View-Karte quer durchs Skigebiet zur Balmalp in Lech. “Dies sorgte weltweit für Aufsehen”, erinnert sich Hörmann im VN-Gespräch.

Geld verdienen sie damit keines, sondern hoffen vielmehr auf den Werbeeffekt. Denn Google Street View zeigt an, wer der Urheber des Bildes ist. Multimediafabrik selbst bietet beispielsweise hochauflösende 360°-Ortsportaits an, zu den Kunden zählen Bregenz und Lech. Um den Werbeeffekt zu erhalten, wird Hörmann wohl das Auto in einigen Monaten reaktivieren, um dann aktuellere Bilder als Google zu liefern.
Noch nicht alle Straßen erfasst
Abseits der Hauptstraßen gibt es jedoch weiterhin noch viele weiße Flecken in Vorarlberg. „Wir beginnen üblicherweise in den Metropolregionen und Innenstädten, um brauchbares Bildmaterial für diese vielfrequentierten Plätze anbieten zu können und arbeiten uns von dort nach außen“, erklärt Google auf VN-Anfrage. Wann es jedoch weitere Aufnahmen in Vorarlberg gibt, könne man derzeit nicht sagen.

Google Street View
Street View erlaubt es, einen Punkt auf der Karte, meist entlang der Straßen, in 360-Grad-Ansicht aus der Perspektive eines Fußgängers zu betrachten. Gibt es mehr als ein Bild von einem Ort, kann man durch eine Zeitleiste auch ältere Bilder auswählen. Google Street View startete 2007 in den USA. 2010 verordnete die Datenschutzkommission jedoch einen Stopp für den Dienst in Österreich. Der Grund dafür war jedoch nicht das Ablichten des öffentlichen Raumes, was erlaubt ist. Vielmehr sammelten die Kamera-Autos unverschlüsselte Daten aus WLANs während der Fahrt. Grünes Licht für Street View unter bestimmten Auflagen gab es zwar bereits 2011. Anlässlich des zehnjährigen Jubiläums gab es aber erst 2017 einen Neustart für Österreich.
Rechtliche Situation
Grundsätzlich darf im öffentlichen Raum alles fotografiert werden. Das Recht am eigenen Bild ist im Urheberrecht geregelt und gilt nur für Bilder von erkennbaren Personen, nicht für Gebäude oder Tiere. Eine Veröffentlichung eines Personenbildnisses ist nur dann verboten, wenn sie berechtigten Interessen der Person oder ihrer Hinterbliebenen widerspricht. Dies wären beispielsweise bei einer Verletzung des Intimsphäre oder bei einer unerlaubten Verwendung für Werbezwecke gegeben. Ein reines Interesse der Nicht-Abbildung reicht hingegen nicht aus.
Informationen darüber, wo fotografiert wird, finden sich auf der Google-Street-View-Seite https://www.google.at/intl/de/streetview/understand/. Vor der Veröffentlichung des Materials werden Gesichter und Nummerntafeln automatisch mithilfe von Algorithmen verpixelt. Dies klappt jedoch nicht immer, wie ein kurzer Blick auf die Aufnahmen zeigt. Nutzer können daher nachträglich die zusätzliche Unkenntlichmachung von Gesichtern, Nummernschildern oder Gebäuden beantragen. Dazu müssen sie in der Street-View-Ansicht auf den Link „Ein Problem melden“ klicken und erklären, welcher Bereich warum unkenntlich gemacht werden soll.
Gleichzeitig haben sich aus der Street View auch schon Spiele entwickelt. Auf Seiten wie Geoguessr.com kann man anhand von Street View seine weltweite Ortskenntnis testen. Es gibt auch bereits eine eigene Vorarlberg-Karte, bei denen nur Orte im Ländle abgetestet werden.