Quarantäne ist Geschichte

Für Lech gelten allerdings besondere Ausreisemodalitäten.
Bregenz Gespannt wie Sprungfedern warteten 7342 Personen auf die erlösende Nachricht, und sie kam. Am Freitagnachmittag gab Landeshauptmann Markus Wallner die Aufhebung der Quarantäne für die Arlbergregion und zwei Ortsteile von Nenzing bekannt. Das Ergebnis der am Dienstag durchgeführten Testungen war in diesem Fall buchstäblich positiv. Insgesamt 288 Personen mit Symptomen waren dem Aufruf zum Test gefolgt, bei 5,9 Prozent zeigte er eine Coronavirus-Infektion an. Das liegt deutlich unter dem landesweiten Durchschnitt. In Lech sind allerdings nicht alle aus dem Schneider. Die rund 1000 Beschäftigten und Gäste, die sich noch in Lech aufhalten, dürfen, sofern sie gesund sind, erst ab Montag und auch dann nur mit Auflagen die Gemeinde verlassen. Wer 37,5 Körpertemperatur aufweist, ist gezwungen, seinen Aufenthalt am Arlberg zu verlängern.
Genau hingeschaut
Der Lecher Bürgermeister Ludwig Muxel zeigte sich in einer ersten Reaktion erleichtert, dass es nicht mehr positive Testungen gegeben hat und die Quarantäne nun aufgehoben wurde. Auf die Hoteliers komme jedoch noch eine schwierige Aufgabe zu, meint er im Hinblick auf die Abreise der großen Anzahl von Mitarbeitern, die am Arlberg festsitzt. „Die Gemeinde wird ihnen dabei aber mit Rat und Tat zur Seite stehen und die Abwicklung tatkräftig unterstützen“, versicherte Muxel.
Die Gemeinden am Arlberg waren seit 17. März und Teile von Nenzing seit 22. März abgeriegelt. Besonders genau hat die Gesundheitsbehörde vor der Entscheidung zur Aufhebung der Quarantäne in Lech hingeschaut. „Bei der Ausreise von 1000 Personen tragen auch wir Verantwortung, nämlich für uns, für Österreich und für die Heimatländer dieser Personen“, betonte Landeshauptmann Markus Wallner. Deshalb werde es keine ungeordnete Ausreise geben. „Wir schicken niemanden mit einem Virus in die Welt hinaus.“ Geregelt wird die Ausreise in einer Verordnung, die am Montag in Kraft tritt. Wallner dankte der Bevölkerung für den disziplinierten Vollzug der Quarantäne.
Tests gehen weiter
Landessanitätsdirektor Wolfgang Grabher schlüsselte die Ergebnisse der Tests in den bislang isolierten Gemeinden auf. Von den 288 getesteten Personen waren 271 negativ. In Nenzing stellten sich 125 Personen einem Test, nur acht erwiesen sich als positiv. In Lech waren von 82 Getesteten neun positiv, wobei es sich hier um neue Fälle handelt. In Warth (54), Schröcken (25) und Stuben (2) bekamen alle Getesteten einen negativen Bescheid. Grabher verwies darauf, dass für die positiven Fälle die Aufhebung der Quarantäne nicht gelte. Laut Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher werden in Lech in der kommenden Woche weitere Testmöglichkeiten angeboten. Insgesamt wurden in Vorarlberg bislang 4801 Personen getestet, 745 davon positiv.
Checkpoint Zürs
Um eine geregelte Ausreise aus Lech sicherzustellen, wird ab Montag in Zürs ein Checkpoint eingerichtet. „Personen, die den Arlberg verlassen wollen, müssen ein von der Gemeinde bestätigtes Ausreiseblatt vorlegen sowie eine Gesundheitskontrolle durchlaufen“, erklärte Sicherheitslandesrat Christian Gantner. Passt beides, dürfen sie die Reise fortsetzen. Diese Informationen erhalten auch die Zielländer der Ausreisenden. Die Abreise ist aber nur zwischen 7 und 20 Uhr möglich. Ohne Kontrolle dürfen die Lecher ihre Gemeinde verlassen. Das gilt jedoch nur für jene, die über einen Hauptwohnsitz verfügen. Den Kontrollorganen hilft eine Einwohnerliste, den Überblick über Haupt- und Zweitwohnsitz zu bewahren.