Kinderonkologie-Sprecherin möchte Bürgermeisterin werden

Andrea Tschofen-Netzer stellt sich in Tschagguns der Wahl.
Tschagguns Erstmals seit Langem gibt es in Tschagguns wieder zwei Listen, die bei der kommenden Gemeinderatswahl antreten. Mit Andrea Tschofen-Netzer (46) will eine bekannte Persönlichkeit das Geschehen in der Kommune aufmischen und den amtierenden Langzeitgemeindechef Herbert Bitschnau fordern. „Ich trete an, um Bürgermeisterin zu werden“, verfolgt Tschofen-Netzer, die sich als Sprecherin der Elterninitiative „prokinderonkologie“ hervorgetan hat, ein klares Ziel. Neun Personen umfasst ihre als parteifrei deklarierte Liste „Gemeinsam für Tschagguns“, darunter sind sechs Frauen. „Viele Bürger wollen Veränderung“, weiß Andrea Tschofen-Netzer aus zahlreichen Gesprächen, die sie in den vergangenen Wochen schon geführt hat. Wie ernst es ihnen ist, wird sich spätestens am 15. März 2020 weisen.
Familiär vorbelastet
Andrea Tschofen-Netzer, verheiratet und Mutter eines Buben (16), ist mit Gemeindepolitik aufgewachsen. Ihr Vater saß in St. Gallenkirch 30 Jahre lang in der Gemeindevertretung. „Da gab es am Esstisch kaum ein anderes Thema“, erinnert sich Tschofen-Netzer. Auch in Tschagguns, wo sie seit 24 Jahren wohnt, beobachtete sie das Gemeindegeschehen genau. Nun möchte sie selber einen Beitrag leisten. Ihr Motto: „Wer Veränderung will, muss dazu stehen.“ Im Parteiprogramm finden sich Themen wie Kinderbetreuung, Verkehr, Landwirtschaft, Tourismus und Pflege. Als besondere Anliegen bezeichnet sie die Schaffung von Möglichkeiten des betreuten Wohnens sowie den Erhalt von Flächen auch für künftige Generationen. „Wir brauchen keine zusätzlichen Chalets und Zweitwohnsitze“, merkt sie dazu an.
Positive Reaktionen
Die Reaktionen auf ihre Bürgermeisterkandidatur seien durchwegs positiv ausgefallen, auch wenn sie da und dort ein kleines politisches Erdbeben ausgelöst habe. Tschofen-Netzer sieht sich als neutrale Person und im Falle ihrer Wahl als „Angestellte der Bürger“. Ebenso will sie innerhalb der Gemeindevertretung den Dialog suchen. „Nur gemeinsam bringen wir etwas weiter.“ Tschagguns hat gut 2000 Einwohner, davon sind 1800 wahlberechtigt. In den restlichen Tagen bis zum Urnengang heißt es für Andrea Tschofen-Netzer „laufen, laufen, laufen“, wie sie sagt. Die Eltern krebskranker Kinder unterstützt sie weiter. „Das ist mein Herzensprojekt.“ Aus dem Wahlkampf will sie das Thema jedoch konsequent heraushalten.