Aufstand in Sulzberg: „Da wird ein Aushubtourismus gestartet“

VN / 21.02.2020 • 08:30 Uhr
Aufstand in Sulzberg: „Da wird ein Aushubtourismus gestartet“
Magdalena Schwärzler und Josef Feurle protestieren mit einer Petition gegen die geplante Aushubdeponie. VN/PAULITSCH

Bürger wehren sich gegen geplante Deponie. Auch die Gemeinde übt Kritik.

Sulzberg Ist es mit der Idylle bald vorbei? In Sulzberg formiert sich massiver Widerstand gegen eine geplante Aushubdeponie. Die Anwohner befürchten eine massive Lärm-, Staub- und Verkehrsbelastung und eine Zerstörung der typischen Landschaft. Auch die Gemeindevertretung hat per Dringlichkeitsbeschluss eine kritische Stellungnahme verabschiedet.

Die Firma „Erwin Stückler Baumeister Gmbh“ plant, an der L20 in Weißenhalden, direkt neben dem Haus der Familie Schwärzler, eine Aushubdeponie zu errichten. Laut den aktuellen Planungen sollen auf der 1,9 Hektar großen landwirtschaftlichen Fläche neun Jahre lang insgesamt 80.000 Kubikmeter Material abgeladen werden. Da es sich um ein vereinfachtes Verfahren nach dem Abfallwirtschaftsgesetz handelt, haben sowohl die Nachbarn als auch die Gemeinde keine Parteistellung. Magdalena Schwärzler, Stefan Schwärzler und Josef Feurle wollten dennoch nicht still sein und haben vor wenigen Tage die Petition ins Leben gerufen. Die Gemeinde teilt ihre Bedenken.

 Dieses Grundstück soll mit 80.000 Kubikmeter Aushubmaterial aufgefüllt werden.
Dieses Grundstück soll mit 80.000 Kubikmeter Aushubmaterial aufgefüllt werden.

12.000 Lkw-Fahrten

„80.000 Kubikmeter sind umgerechnet rund 12.000 Lkw-Fahrten“, verdeutlicht Josef Feurle, der in Sichtweite zur geplanten Aushubdeponie wohnt. Da an der L 20 zwei Lkw gar nicht aneinander vorbeikämen, sei davon auszugehen, dass die Laster durch bewohntes Gebiet fahren. Hinzu käme die zusätzlich Lärm- und Staubbelastung. „Die Planierraupe ist mit 109 Dezibel angegeben. Wir hätten dann also zehn Stunden wöchentlich ein Rockkonzert“, unterstreicht Magdalena Schwärzler. Für ökologisch nicht vertretbar halten die Initiatoren der Bürgerinitiative außerdem die Tatsache, dass der Aushub über viele Kilometer nach Sulzberg transportiert werde. „80.000 Kubikmeter sind 400 Einfamilienhäuser. Das wird Sulzberg nicht brauchen. Es ist also ein Aushubtourismus, der da gestartet wird“, merkt Feurle an. Erwin Stückler wollte mit Verweis auf das laufende Verfahren keine Stellungnahme abgeben. „Es gibt noch ein paar Sachen, die man klären muss“, begründet er auf VN-Anfrage.

Hier geht es zur Petition

Die Stellungnahme der Gemeinde