Koblachs scheidender Bürgermeister: “Zwanzig Jahre sind mehr als genug”

Am Donnerstag, 5. September, endet nach fast zwanzig Jahren die Ära von Fritz Maierhofer als Bürgermeister von Koblach.
Koblach Der Schreibtisch des Koblacher Bürgermeisters ist schon fast geräumt, denn am Donnerstag, 5. September, ist der letzte Diensttag von Fritz Maierhofer (62). Am 10. September 1999 hat er den Bürgermeisterposten in Koblach übernommen, nach fast genau zwanzig Jahren zieht er, der bereits seit 1980 in der Kobler Gemeindepolitik mitmischte, sich ins Privatleben zurück. “Zwanzig Jahre sind mehr als genug”, erklärt Maierhofer. “Es ist der richtige Zeitpunkt, das Amt in jüngere Hände zu geben.” Maierhofer, der vor seiner Bürgermeisterzeit zwanzig Jahre Hauptschullehrer war, geht in Pension. “Gerade die Familie ist in den letzten Jahren sicher zu kurz gekommen”, freut er sich auf mehr Zeit im Familienkreis. Zudem werde er seinen Hobbies, Wandern, Skitourengehen und Radfahren mehr Zeit widmen. Das Fußballspielen, Maierhofer war als begeisterter Kicker sogar Mitglied der österreichischen Bürgermeisternationalmannschaft, habe er mittlerweile altersbedingt aufgegeben.
Eine Dorfmitte für Koblach
Die letzten zwanzig Jahren seien einerseits eine lange Zeit gewesen, andererseits seien die Jahre “wie im Flug” vergangen, erklärt Maierhofer. Während seiner Amtszeit ist Koblach stark gewachsen, heute gibt es knapp 5000 Koblacher, ein Drittel mehr als bei seinem Amtsantritt. Auch im Dorf sind viele Projekte, die unter Maierhofers Ägide umgesetzt wurden, sichtbar. Vor allem das Dorfzentrum “Dorfmitte”, das 2010 im Zuge einer Masterplanung für das Zentrum errichtet wurde. “Jede Gemeinde braucht eine Mitte”, ist der scheidende Bürgermeister überzeugt. Gerade für Koblach, das flächenmäßig zu den größeren Rheintalgemeinden gehört und über mehrere Parzellen verfügt, die teilweise direkt an Ortsteile angrenzender Gemeinden stoßen, glaubt er, dass das wichtig ist. Für die Dorfmitte habe man eine Masterplanung erstellt, sein designierter Nachfolger Gerd Hölzl könne hier auf bereits erstellte Grundlagen zurückgreifen.
Platz für Jung und Alt
Die steigenden Bevölkerungszahlen schlagen sich auch in anderen Projekten nieder. Für die ältere Generation wurde 2017 das “Haus Koblach” geschaffen, in dem betreutes Wohnen, ein Pflegeheim und die vielen Sozialvereine und sozialen Institutionen der Gemeinde untergebracht sind. Die beiden Kobler Kindergärten platzen aber auch aus allen Nähten, hier werde bald ein dritter errichtet, erklärt Maierhofer. Bei all diesen großen Projekten – es wurde etwa auch ein neues Feuerwehrhaus errichtet – sind es für Maierhofer aber “letztlich die unzähligen Begegnungen mit Bürgern und Menschen inner- und außerhalb der Gemeinde”, die für ihn das Schönste an der Amtszeit gewesen sind. “Das Bürgermeisteramt ist sicherlich herausfordernd und zeitaufwändig und intensiv, aber eben auch eine sehr schöne und interessante Tätigkeit.”
Koblach zieht aktuell vor allem im Zusammenhang mit Widerständen gegen die Dammabrückung im Rahmen des Rheinsicherheitsprojektes Rhesi die Aufmerksamkeit der Vorarlberger auf sich. “Niemand in Koblach ist prinzipiell gegen Rhesi”, erklärt dazu Maierhofer. Lediglich das Ausmaß der Dammabrückungen führe zu Diskussionen. Auch Maierhofer glaubt, dass es noch Fragen gibt, die von den Verantwortlichen geklärt werden müssten. Wenn das geschehen sei, dann müsse man nochmals umfangreich informieren und dann werde Koblach entscheiden. “Tatsache ist aber: Wir sind eine Rheingemeinde und eng mit dem Rhein verbunden. Mehr Sicherheit ist eine Notwendigkeit”.
Erfahrener Nachfolger
Seinem Nachfolger, Gerd Hölzl (52), will Maierhofer keinen Ratschlag mit auf den Weg geben. “Als bisheriger Vizebürgermeister und langjähriges Mitglied des Gemeindevorstandes hat er genügend politische Erfahrung”, ist der Noch-Bürgermeister überzeugt. Hölzl bringe neben der politischen Erfahrung als erfolgreicher Unternehmer auch viel wirtschaftliches Denken und Führungsqualitäten mit. “Ich denke, er wird den Koblacher Weg weitergehen.”
“Es war mir immer eine Ehre, Bürgermeister von Koblach zu sein”, blickt Maierhofer am Ende des Gesprächs zurück. “Und ich möchte mich für das große Vertrauen der Bevölkerung, das mir in vier Bürgermeisterdirektwahlen ausgesprochen worden ist, bedanken.”